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Dienstag, 18. Dezember 2012

iof.tv (2-Minuten Startintervalle auf der Langdistanz)

15.4. Start intervals
The starting interval of the middle distance final will be 1.30 minutes. The starting
interval of the long distance final will be 2 minutes. This deviation from the rules has
been approved by the IOF.
Bulletin2 WOC 2013

Zwei Weltmeisterschaften nach dessen Abschaffung, wird so das Zwei-Minuten Startintervall auf der Langdistanz wieder eingeführt. Das Zwei Minuten Startintervall wurde an der WOC 97 erstmals eingeführt.

Podien Langdistanz Männer 
Ich schaue aus diesem Anlass noch einmal zurück auf die Podien der Langdistanz der Männer seit dem Beginn der Ära SI/Rengly/EMIT (ausser 1997). Ich erlaube mir dabei eine Wertung des Resultates aus der Perspektive des Verfälschungsgrades.
  • ..WOC 1995: Intervall 3 Minuten: 1.Mårtensson und  3.Jörgensen (30min. H-Pack), 2.Salmi mit Alekseev (60min H-Pack)
  • ..WOC 1997: Intervall 2 Minuten: 1. Thoresen mit 2.Mårtenson und 4.Jörgensen. 3.Björlö mit 5.Prokes und 11.Nymalm
  • ..WOC 1999: Intervall 3 Minuten. 1.Valstad und 3.Berger (60min. H-Pack), 2.Björseth und 14.Davidik (47min. E-Pack).
  • ..WOC 2001: Intervall 2 Minuten: 1.Rostrup, 2.Lakanen, 3.Björseth  
  • ..WOC 2003: Intervall 2 Minuten: 1.Bührer, 2. Omeltschenko und 5. Mamleev (83min. E-Pack), 3. Wingsted
  • ..WOC 2004: Intervall 2 Minuten: 1.Valstad, 2. Karlsson, 3. Hott Johansen
  • ..WOC 2005: Intervall 2 Minuten: 1. Khramov mit 3.Lauenstein (57min. E-Pack), 3. Hott Johansen
  • ..WOC 2006: Intervall 2 Minuten: 1. Lakanen mit 6.Gonon (66min H-Pack), 2.Lauenstein, 3.Khramov mit 15.Losman (65min. H-Pack)
  • ..WOC 2007: Intervall 2 Minuten: 1.Merz, 2.Khramov, 3.Nordberg mit 20.Kovacs (30min. H-Pack )
  • ..WOC 2008: Intervall 2 Minuten: 1.Hubmann, 2. Nordberg, 3. Gonon
  • ..WOC 2009: Intervall 2 Minuten: 1.Hubmann mit 3.Mamleev (55min. H-Pack), 2.Gueorgiou mit 9.Gristwood (40min. H-Pack)
  • ..WOC 2010: Intervall 2 Minuten: 1.Lundanes, 2.Nordberg mit 6.Fraser (60min. H-Pack), 3. Gueorgiou
  • ..WOC 2011: Intervall 3 Minuten: 1.Gueorgiou mit 3.Gonon (70min. E-Pack), 2.Ikonen mit 7.Lauenstein (E-Pack)
  • ..WOC 2012: Intervall 3 Minuten: 1.Lundanes, 2.Merz, 3.Bertuks
Auch mit 2 Minuten Startintervallen hat es  gute (hier: unverfälschte) Podien gegeben (01, 04, 07, 08) und auch mit 3 Minuten gab es verfälschte (99, 11). Das Start-Intervall ist also nur ein Faktor in der ganzen Anlage von Trennmechanismen und diesbezüglich hat sich seitens der IOF seit der Einführung des Schmetterlings zur WOC 2001 nichts weltbewegendes getan (siehe lange Gruppenzeiten).






Montag, 12. November 2012

Wink mit der Kamera

Abb.1. Sarah Rollins im Zieleinlauf vom besagten WM Final Mitteldistanz Trondheim 2010 (Bild: Jan Kocbach, worldofo.com)
In the last 3 years I would suggest that something has changed. France were brave enough to do their own thing and stick to their plan to place WOC in some amazing technical terrain but my personal feeling is that Norway and Switzerland have both massively compromised the terrain for political and media reasons. In Norway  the long, middle and relay  all ran around terrain that finished at a ski jump. This massively compromised the terrain that could be used for each race and in particular, the middle race, which is supposed to be the most technical of all three disciplines, was seriously disappointing. I ran this race and I recall thinking - "Oh, look. There is number 1 - just across this open area where the cameraman is pointing his camera". Similarly number 2 ... and number 5 ... and so on.
Sarah Rollins, CompassSport V33 4/12 p.19



Abb.2 Auschnitt Karte WM Final Mitteldistanz Trondheim 2010 (Ganze Karte bei worldofo.com)

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Simulation 'Situative Trennmethode' an der WM 2011 Langdistanz Herren

Ich spiele einmal durch, wie die WM 2011 Langdistanz Herren mit einer situativen Trennmethode ausgesehen hätte. Was sind die zu erwartenden Effekte?

Beschreibung

  • Grundidee einer situativen Trennmethode ist, dass man trennt, was sich im Rennverlauf effektiv an Gruppen gebildet hat. Dabei wird der oder die schwächeren Läufer durch eine Zusatzaufgabe dauerhaft hinter den bis dahin stärkeren Läufer versetzt. Es soll ein möglichst einfacher Algorithmus zur Aufteilung verwendet werden.
  • Als eigentliche Trennmethode, eignen sich v.a. Methoden mit einem grösseren Zeitraum bis zur Auflösung (z.B. Asymetrische Snake oder Dead Running). Idealerweise befinden sich die Trennung nach der Hälfte, die Auflösung nach 75% des Rennens (-> Keine Gruppe hält länger als ein Drittel des Rennens, Siehe Packfigures Spalte D).
Simulation
Abb.1. Anlage der Simulation 'Situative Trennmethode'. Posten 17 wird als Referenzposten für die Prüfung verwendet. Gruppenstärkste und Alleinläufer laufen direkt weiter Richtung a. Gruppenschwächere Richtung b. Für die Prüfung verwende ich diesselbe Gruppendefinition, wie für Packfigures: Läufer, die weniger als 15 Sekunden auseinander laufen sind eine Gruppe. Der Gruppenstärkste ist der letztgestartete der Gruppe.

Methode
  • Anhand der Gruppen bei Posten 17 (nach packfigures) lege ich fest, welche Läufer direkt Richtung a weiterlaufen und welche zuerst die Schlaufe Richtung b absolvieren.
  • Dann rechne ich aufgrund der effektiv gelaufenen Abschnittszeiten, eine 'Startliste', die beschreibt, wann alle Läufer schliesslich in Richtung a weglaufen würden.
  • Ich vergleiche beiden 'Startlisten Richtung a' starre Methode (a/b alternierend nach Startliste) und situative Methode

Resultate
  • Gemäss der Gruppendefinition haben sich bis zum Posten 17 elf Gruppen gebildet (27 Gruppenläufer).
  • Mit der starren Methode existieren sechs davon nach der Trennmethode ganz oder teilweise weiter. Zusätzlich haben sich zwei weitere Gruppen gebildet (17 Gruppenläufer).
  • Bei der situativen Trennmethode bleibt nur eine Gruppe teilweise zusammen und es haben sich drei neue Gruppen gebildet (9 Gruppenläufer). Eine dieser neuen Gruppen entsteht zwischen dem Testposten und der eigentlichen Trennmethode (Rollier-Lang). Drei der Gruppen sind unausgeglichen mit effektiven Laufzeitdifferenzen von 26-36 Minuten. Die vierte Gruppe ist ausgeglichen: Tsvetkov - Novikov - Mamleev, die im Schlussklassement die Plätze 12, 14 und 16 belegen.
Abb.2. Reale Gruppen vor und nach der starren Trennmethode. Simulierte Gruppen nach der situativen Trennmethode.

Betrachtung
Die situative Trennung von Gruppen ist rein logisch wirkungsvoller bei der Trennung von bestehenden Gruppen. Insbesondere starke Läufer werden gezielt isoliert. Neugebildete Gruppen sind in der Regel heterogen. Bei grösseren Gruppen werden die schwächeren Läufer nicht getrennt (Tsvetkov-Mamleev). Ein Restrisiko besteht, dass der schwächere Läufer nach der Trennmethode nahtlos in einer neuen Gruppe mit einem a-Läufer unterkommt. Dabei wird das Feld entsprechend der Tagesleistung sanft neu geordnet (z.B. Lauenstein hinter Ikonen, statt wie beider starren Methode vor ihm). Längere Kooperationen von Diplomläufern sind mit der situativen Methode nicht zu erwarten.*
Die starre Methode dagegen trennt schlicht nur die Hälfte des Feldes.

* Anmerkung: Ein Teil der Erfolgsquote der situativen Methode, liegt darin, dass in der Simulation sog. b-Läufer-Gruppen zum Teil mit ihren unabhängig gelaufenen Zeiten auf die gemeinsame Schlaufe geschickt wurden. Hier sind aber Agglomerationseffekte zu erwarten.

Donnerstag, 20. Oktober 2011

WOC 2011 - Staffel. Bingoposten?


20.Oktober 2011: Nachtrag zum Kommentar von Olav Lundanes
When I entered the controlcircle from northeast, I ran on an yellow area merging with the long north-south yellow before the control.

On the map there is just one, and than it is just to continue in the same direction to the control. But in the reality the yellow areas is 30 meter futher north[?], and there it is yellow on the map, there it is very green in the terrain.


15.Oktober 2011: Nachtrag zu Kommentar von Anoynm
vom 6.Oktober 2011

24.August 2011: Nachtrag Zitat Matthias Merz
Eine Analyse der GPS-Daten bezüglich Fehlerquoten bei allen Posten der WM Staffeln der Männer und der Frauen. Berücksichtigt sind alle Teams, die mit GPS gelaufen sind d.h. i.R. der beste Drittel des Feldes.

PostenMW
M1f/W1f12% [6/49]26% [10/38]
M2/W26% [3/49]18% [7/38]
W3-2% [1/38]
W4f-31% [12/38]
W5-7% [3/38]
M3f14% [7/49]-
M42% [1/49]-
M5f16% [8/49]-
M618% [9/49]-
M7/W66% [3/49]7% [3/38]
M8/W76% [3/49]13% [5/38]
M9/W80% [0/49]0% [0/38]
M10/W90% [0/48]7% [3/38]
M11/W100% [0/49]0% [0/38]
M12f/W11f0% [0/49]2% [1/38]
W12-10% [4/38]
WA-28% [4/14]
WB-7% [1/14]
W13-4% [1/24]
M130% [0/49]-
MA5% [1/19]-
MB0% [0/19]-
M140% [0/49]-
M1540% [20/49]-
M160%[0/49]-
M170% [0/49]-
M18/W140% [0/49]7% [3/38]
M19/W150% [0/49]0% [0/38]
Tab.1. Fehlerquoten nach Posten aufgrund visueller Analyse der GPS Daten (gpsseuranta)

Abb.1. Posten 15 der Herren ...

Abb.2. ... zeigt ein besonderes Routenmuster (alle GPS Routen M1 & M2).

Frustriert über den Rückstand und im Wissen, dass ich eine super Ausgangslage zunichte gemacht hatte, beschwerte ich mich auch über diesen Posten. Obwohl ich mit etwas Abstand sagen muss, dass er nicht ganz so „Bingo“ war, finde ich trotzdem, dass der Standort etwas unglücklich war. Wenn man die kleine Lichtung als Objekt genommen hätte, wäre ein genauso detailliertes Lesen nötig gewesen. Wenn man dann aber am richtigen Ort ist, sähe man den Posten. Beim Loch im Busch war dies allerdings nicht der Fall und es gab Läufer, die ganz nahe an der Flagge kreisten (Beispiel: Olav Lundanes, Norwegen).
Matthias Merz in seiner WM Analyse

Mittwoch, 14. September 2011

WOC 2011- Gruppenbildung Mitteldistanz Herren

Abb.1. Ort des Zusammenschlusses von Gruppen (1 Kreis pro Zusammenschluss). WOC 2011, Middledistance Men. (Quelle) 31 Zusammenschlüsse im Postenraum. 9 ausserhalb.

Dienstag, 13. September 2011

Packfigures 'sort of' validation.

Ich nütze die Gelegenheit der WOC 2011 Langdistanz, welche - soweit die Geräte liefen und die Verbindung hielt - voll mit GPS abgedeckt wurde um die Resultate meiner Packfigures zu prüfen.

Methode
Dazu habe ich mit einem Zufallsgenerator je 5 Läufer und Läuferinnen ausgewählt und deren Gegnerkontakte auf gpsseuranta.net (Damen/Herren) verfolgt und beschrieben (=Text unter Rubrik GPS). Danach vergleiche ich diesen Text mit den jeweiligen Packfigures (Damen/Herren). Gewisse Details prüfe ich letztlich mittels den Zwischenzeiten auf Winsplits Pro.

Resultate
Emma Claesson
GPS:  Vor 3 von Helena  Jansson eingeholt. und kurz vor 4 abgehängt. Bei 5 von Amelie Chataing eingeholt. 6/7 mit CHA. Zu 8 von CHA abgehängt. 9/10 allein, dann Gerät nach 10 verloren.
Packfigures: [Im zweiten Teil diverse Kontakte mit CHA, Annika Bilstam und Eva Jurenikova]
Wertung : Claesson stempelt 6 16 Sekunden hinter CHA. Im zweiten Teil fällt der GPS Vergleich weg.

Celine Dodin
GPS:  Bei 1 Emma Klingenberg eingeholt bei 5 abgehängt. Zu 6 Allein. Dann GPS-Aussfall bis 11. Evtl. etwas mit Serralonga und Vercelotti. --Ausfall--. Nach 17 zusammen mit Martina Zverinkova zu 18. Danach selbstständig zu Ziel.
Packfigures: [9: CP Vercelotti, 10: CP Serralonga]
Wertung: Gut.

Esther Gil
GPS: Nach Posten 6 von Michela Guizzardi eingeholt und sie wieder abgehängt 50%. 9: 3/4  mit Carol Ross zusammen und evtl. von Hanna Wisniewska eingeholt (verschiedene Ausfälle). Sicher ab 13 mit  WIS zusammen. Ab 15 Bettina Aebi dazu. Bis ins Ziel.
Packfigures:
Wertung: Zu wenig genau geschaut. Aebi überholt Gil, wird wieder aufgeholt. Gil dagegen lässt am Schluss abreissen. PF bildet die Dynamik gut ab.

Dana Brozkova
GPS: Holt bei 2 Tone Wigemyr ein. WIG verliert zu 6 den Anschluss. Allein 7-19. Bei 19 Rantanen eingeholt. Mit ihr bis ins Ziel.
Packfigures:
WertungEin Bug von Packfigures: Rantanen und Brozkova stempeln 20 gleichzeitig.
 
Rachael Rotham
GPS: zu 2.evtl hinter Clarie Ward. 3-5 selbstständig. 6 zur Hälfte mit Karina Ferschalova. FER verliert danach ihr GPS. 9-Ziel allein.
Packfigures: [6/7 FER]

Wertung: Gut. Bei 8 trifft Rotham Lea Vercelotti (bei GPS übersehen).

Audun Weltzien
GPS: Kein Gegnerkontakt bis 7, auf dem Weg zu 8 Nikolov eingeholt, aber vor 8 abgebrochen und zur Sanität hoch. Abbruch des Laufes.
Packfigures: Aufgebende Läufer werden nicht dargestellt. Weltzien ist bei keinem klassierten Läufer als Packbuddy aufgeführt.

Ondrej Pijak
GPSAllein bis 19. Dann von Jonne Lehto eingeholt. Aber unabhängige Route zu 20. GPS unterbrochen. Evtl. Daniel Hajek/Wojciech Kowalski. Ab 22 sicher allein. Vor 23 HAJ eingeholt, bei 24 von KOW. Zu 25 fällt Hajek hinten raus. Zu 26 allein, aber kurz davor von Kiril Nikolow eingeholt. Zu 27 allein evtl. LEH eingeholt. 28 - Ziel allein.
Packfigures:

Wertung: Pjiak wird schon vor 19 von Letho überholt und stempelt 20 hinter LEH. Gut.

Markus Lang
GPS:  Bei 1 von Vyacheslav Mukhidinow eingeholt. Zusammen zu 2-7 bis vor 8. Dort verliert er MUK.  Bei 9 von Lauri Sild eingeholt bis kurz vor 10 mit Sild, dann Fehler, Trennung. Bei 10 von Olle Kärner eingeholt, abgehängt, bei 11 von Daniel Hubmann überholt. 12-18 allein. Bei 18 zusammentreffen mit HUB und Baptiste Rollier. Bei 19 HUB und Jan Sedivy eingeholt. Zu 20 mit HUB und SED bis diese das GPS verlieren. Danach 'allein'. Bei 29 von Sild überholt.
Packfigures:
Wertung: Packfigures sieht noch ein paar Sachen besser: Lang hat noch Kontakte mit Gernot Kerschbaumer bei 23, sowie Dimitry Tsvetkov und Michail Mamleev bei 28.

Jonne Letho
GPS: Lehto holt Donatas Stulgys bei 1 ein. Lässt ihn gleich vor 2 stehen. 3 - 5 allein. Bei 6 von Dent eingeholt. 7 mit Dent. 8 zur hälfte mit Dent im Rücken. Bei 8 wieder an STU dran. Zu neun mit Zsolt Lenkei und STU. 10 -11 mit LEN. Bei 11 Edgars Bertuks aufgeholt. 12-18 mit LEN und BER.  Dann allein 19.Zu 20 evtl. mit Daniel Hajek dann kein GPS bis vor 23. Mit Wojciech Kowalski zu 23. Dann allein bis ins Ziel.
Packfigures:
Wertung: Im GPS Loch 20: HAJ, 22,23: KOW. Gut.

Baptiste Rollier
GPS: Ab 4 mit Carl Waaler Kaas bis kurz vor 8. Bei 9 wieder zusammen. 10-17 allein. bei 18 Markus Lang eingeholt bei 19 Lauri Sild überholt.  Bei 22 KAA wieder eingeholt. Zusammen mit KAA Richtung 22 bis GPS verloren.
Packfigures:
Wertung: Gut.


Diskussion
Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass Gruppen, die über mehrere Posten anhalten, bis auf eine Ausnahme (aka bug) zuverlässig erkannt wurden (Brozkova-Rantanen). Bei diesen Gruppen handelte es sich in aller Regel um echte Gruppen, d.h. die Läufer laufen den grössten Teil der einer Route in gegenseitigem Kontakt.

Detailerkenntnisse:
-> Über zwei und mehr Posten anhaltende Gruppen sind echte Gruppen.
-> Controlpacks bilden sich in grossmehrheitlich direkt bei dem entsprechenden Posten.
-> Es gibt kaum Gruppen, die zwischenzeitlich mehr als 15 Sekunden auseinander liegen.

-> Die Klassierung der Abschnitte durch Packfigures in den Kategorien Solo und Legpack sehr zuverlässig. Der Verzicht auf die Verwendung von als Controlpack klassierten Abschnitten kommt tendentiell den eingeholten zu gute und dem einholenden zum Nachteil: Dem eingeholten wird ein fehlerhafter Posten nicht zur Solo Performance zugerechnet, dem einholenden fehlt damit ein guter Posten.

Damit kann festgestellt werden, dass das grundlegende Modell, eine verlässliche Abbildung der Gruppendynamik im Wald darstellt. :-)

Montag, 5. September 2011

AMRD: Beispiel Vorauswertung zum Schwerpunkt Timing (B.Rollier, Prepoulain)

Baptiste Rollier hat  im Vorfeld der diesjährigen WM  zielgerichtet mit AMRD (Automatische Erkennung von Kartenkontakten mehr) gearbeitet. Hier zeige ich ein Beispiel einer Auswertung mit dem Schwerpunkt Timing eines seiner Trainings im WM-Trainingslager  [Langdistanz, Prepoulain, Arith].
Dargestellt ist das Resultat der von mir vorgenommenen Vorauswertung, welche die Grundlage der eigentlichen Auswertung (Diskussion/Schlüsse) darstellt. Das Beispiel soll zeigen, wie mittels AMRD Anti-Flow, Quellen von Zeitverlusten und fehleranfällige Situationen einfach erkannt und reflektiert werden können.

Worauf achte ich dabei? - Ein flüssiges Lesen charakterisiert sich durch ein Fehlen erzwungener Kartenkontakte. Erzwungene KK lassen sich durch a) Ort b) Dauer und/oder c) Tempoverlust identifizieren. Erzwungene KK kommen im besseren Fall dann, wenn sie kommen müssen. Im schlechteren Fall werden sie selbst dann nicht ausgeführt :-P. Dem entsprechend suche ich neben erzwungenen Kartenkontakten auch nach unterlassenen (=auslösenden) Kartenkontakten.

Wie lese ich die Beispiele? - Die Dauer des einzelnen Kartenkontaktes ist auf der Karte farblich dargestellt. Auf der Karte unten ist die entsprechende Legende zu sehen. Das Spektrum reicht von kurzen Kartenkontakten (grün um 2 Sekunden) zu langen Kartenkontakten (rot, 10 Sekunden und mehr).  In Kombination mit dem GPS wird nicht nur Ort, sondern auch die räumliche Ausdehnung eines Kartenkontaktes dargestellt. So können z.B. lange Kartenkontakte mit und ohne bis zum Stillstand reichende Temporeduktion leicht identifiziert werden. (Siehe Posten 8)


Zuerst zur Übersicht das ganze Training.
Ein über weite Strecken souveränes Muster.

Und jetzt die m.E. intressanten Punkte (rote Kreise, nummeriert in Laufrichtung).
[Etwas spät dran?]

[Pkt.1 & 2:  Vorrausslesen von Posten 6. Dadurch Pkt.3 & 4 spät dran.]

[Zwei längere Stops am Attackpoint.]

[2,4,7 und 9 evtl. erzwungen. Passage Waldrand vor 11 bis 12 scheint nicht gut vorbereitet. Der Ort der Vorbereitung Route 13 nicht unbedingt ideal (zwischen 11 und 12). Wurzel des Fehlers evtl. in Region Pkt.1, wo Zeit für eine gute Vorbereitung vorhanden gewesen wäre.]

[2-4 evtl. erzwungen.]

Die WOC 2011 -Snake


-> ergänzt 18.08.11 11h30: zweiter Nachtrag zu Gonon
-> Ergänzung 05.09.11 22h30: Eine Folge des asymetrischen Snake Loops ist, dass die Hälfte des Herrenfeldes den kleinen Loop mindestens 30 Min. später im Rennen absolviert. Folgen sind eine erhöhte Fehlerwahrscheinlichkeit (87% zu 66%) und eine leicht erhöhte mittlere Fehlerdauer (70s zu 56s)

An der WM in Frankreich warteten die Bahnleger Patrice Bornard
und Eric Perrin bei den Damen wie bei den Herren mit einer ansprechenden Form eines stark asymetrischen Snake-Loops auf.

Abb.1. Snake, Bahn Langdistanz der Damen.

Mit dieser Auslegung der Snake lag der Schwerpunkt auf der Trennmethode (im Gegensatz zum Postenpflücken vom letzten Jahr). Weitere Details: 3 Minuten Startintervall. Beginn der Snake nach 0h40 bei den Frauen (50% der Laufzeit) und nach 1h10 bei den Männern (66% der Laufzeit). Dauer kleine Schlaufe 5 Minuten. Dauer grosse Schlaufe 23 bzw. 28 Minuten.

Analyse
Trennverhalten
(Nach Live Tracking /farbliche Hervorhebung nach Trennerfolg)
  1. Hajek, Forne, Kowalski: Hajek und Kowalski haben die kleine Schlaufe zuerst. FOR wird getrennt. HAJ und KOW sind nach der kleinen, wie nach der Grossen zusammen.
  2. Bertuks, Letho, Lenkei: LEN und BER auf die kleine Schlaufe. Danach noch zusammen. Auf der grossen Schlaufe getrennt.
  3. Dent, Kratov: DEN und KRA auf der kleinen Schlaufe. Danach noch zusammen, auch nach der grossen Schlaufe.
  4. Krepsta und Mukhidinov: verschiedene Schlaufen
  5. Hubmann und Sedivy: Verschiedene Schlaufen.
  6. Andersson, Tsvetkov, Boström: AND und BOS kleine Schlaufe. Danach noch zusammen und Novikov dazu. Auf der grossen Schlaufe getrennt.
  7. Ikonen, Lauenstein: Verschiedene Schlaufen.
  8. Gueorgiou, Gonon: Beide kurze Schlaufe. Nicht getrennt, auch nach der grossen Schlaufe.
  1. Bei den Frauen wurden bis auf eine Gruppe von sechs alle Gruppen durch 'unterschiedliche Schlaufe' getrennt. Einzig die Gruppe Bagstevold, Ingham, Shandurkova nicht.

Fairness
Alle Läufer laufen diesselben Posten aus derselben Richtung an. Ein Teil nach 1h10 Laufzeit, die andere Hälfte nach 1h35 (z.B. Lundanes im Delirium).

Zuschauerfreundlichkeit
Bis zur Auflösung der Methode ist der Rennverlauf nicht transparent. Hier ist die Dauer der Methode wohl ein Nachteil.

Diskussion
Es zeigt sich, dass Gruppen, deren Läufer auf unterschiedliche Schlaufen zuerst gehen, dauerhaft getrennt werden. Dies insbesondere darum, weil in dieser Methode eine Gruppe zuerst durch einen Zeitversatz aufgetrennt wird und Zeit bis zur Auflösung dieses Versatzes verhältnismässig lange angesetzt ist (s.a. Forked Looping WOC 07). Das führt zu einem für Trennmethoden sehr hohen Anteil 'abgetrennter' Läufer.

Dagegen trennt die Methode Läufer, deren Startzeiten um zwei Startintervalle getrennt sind, gleich wie die herkömmlichen Schmetterlingstypen, nicht effizient.
Auf einer gemeinsamen kleinen Schlaufen wird keine Gruppe aufgetrennt und es besteht die Chance, dass diese Gruppen auch weiterhin Bestand haben (bei den Männern 3 von 5 / 60% am Ende der grossen Schlaufe).

Die Wirksamkeit der Methode unterscheidet sich vom Rennen der Frauen zum Rennen der Männer, dass sich im Frauen-Rennen nach rund 40 Minuten noch kaum Gruppen mit +/- zwei Startintervallen gebildet haben, hingegen bei den Männern nach 66 Minuten deren fünf. 6 Minuten Zeitverlust zum Beginn der Methode entsprechen bei den Frauen einer Leistungsdifferenz von 14% bei den Männern dagegen nur 9%.

Um die Wirksamkeit der Methode noch weiter zu steigern, müsste man sie bei den Männern, wenn möglich etwas früher ansetzen.

Bleibt die Schwäche der Unwirksamkeit bei +/- 2 Startintervallen. Im aktuellen Fall siegte Gueorgiou und Gonon reichten 6 Minuten Rückstand zu Bronze. Hier würde wohl nur eine Abkehr von der starren Verteilung der Schlaufen weiter bringen.

Denkbar wäre eine situative Zuteilung, im aktuellen Beispiel durch eine Anzeige beim Überlauf. Wenn man so von identifizierten Gruppen immer nur den letztgestarteten direkt weiterlaufen lässt, während der Rest der Gruppe die kleine Schlaufe zuerst absolviert, wäre man die immer wieder auftretenden unbefriedigenden Konstellationen mit gruppen-beeinflussten Spitzenplätzen los (z.B. jeweils Langdistanz der Männer WOC 1999, WOC 2003, WOC 2005, WOC 2009). Im gleichen Zug würde man die aufgeführten Bemerkungen punkto Fairness und Zuschauerfreundlichkeit der Methode im Hinblick auf die Spitze beheben.


Bem.:
1)Man darf Gonon verschiedenes zu gute halten (anders als siehe hier dargestellt): Er hat seinen Vorlauf gewonnen, er einen zwischenzeitlichen Rückstand von 1.23 auf Gueorgiou mit vier Bestzeiten in Folge wettgemacht. Er hat immer wieder Führungsarbeit geleistet und hat auch verschiendtlich eine eigenständige Mesoroutenwahl getroffen.
2) Es entspricht einer gewissen Ironie, dass die Konstellation Gonon-Gueorgiou aufgrund einer Regelung beim erstellen der Startliste erst entstanden ist. Nach dieser Regelung werden Läufer gleicher Nationen die unmittelbar hintereinander starten würden (z.B. die Vorlaufsieger Gueorgiou, Adamski und Gonon) durch jeweils einen Läufer einer anderen Nation getrennt. Die Kombination mit einem Schmetterlingstyp führt das direkt zu ungetrennten Gruppen gleicher Nation. Think about it!


Donnerstag, 1. September 2011

O-Mental: Homöostase

Zwei Zitate von zwei WM Teilnehmern (und meine Arbeit fürs Nationalkader) erinnern mich an den Begriff der Homöostase (Selbstregulation), die ich vor langer Zeit im Biologiestudium kennen gelernt habe. Dabei geht es um die Fähigkeit u.a. von Zellen, entsprechend dem inneren Bedarf und dem äusseren Millieu Kanäle zu öffnen oder eben zu schliessen.

I think everyone assumed I'd be nervous for my first WOC race, and pretty much everyone I saw yesterday and this morning tried to offer me advice. I figured it was easiest to just ignore them all and do my own thing - I know how to play this game; other people may be better at it, but I know what to do.
Alex Jospe [okansas got it first]

Now there has been time for thinking it all over. Main conclusion could sound like this: there might be some fundamental things missing in very base level of my O skills and it’s impossible to build stable technical performance on that kind of foundation. Cause it’s about stability and nothing else. Ironically, it has taken almost 6 years to become aware of things I knew from before. And being aware is what makes difference. I believe that good orienteering coach is one of “missing pieces” and I have started to put my puzzle together by getting one, cause I don’t have another 6 years to spent on trials.
Edgars Bertuks

Freitag, 26. August 2011

Weiter von der Vegetationskarte zu Vaters Ferienhäuschen?


Nachtrag 26.8.11: Siehe Kommentare und vierte Grafik angepasst

War es eigentlich nie ein Thema, dass St.Thierrys Eltern nur 1km Luftlinie vom Ziel, am Waldrand des Finals über die Mitteldistanz wohnen? Das Gebiet ist seit rund 4 Jahren gesperrt. Aber davor? Jedenfalls konnte ich bislang kein Statement dazu finden.


(bing.com)
(numberway.com)
(geoportail.fr)
(Bulletin 4)

Mittwoch, 24. August 2011

Unterschiedliche Zeitgewinne durch Zusammenlaufen Winsplits vs. Packfigures


Nachtrag 24.August 2011: Die Werte unterscheiden sich dahingehend, dass Winsplits den Zeitgewinn durch nachlaufen, Packfigures dagegen den Zeitgewinn durch Gruppenbildung berechnet. Führt ein Läufer eine Gruppe an, so wird ihm das bei Winsplits als Solo-Performance angerechnet. Packfigures dagegen macht keinen Unterschied bezüglich führen oder nachlaufen, sondern vergleicht die Leistungen allein und in Gruppen. Damit können auch Gruppengewinne von Pack-Leadern berechnet werden.
Ein kleiner Vergleich der Berechnung von Zeitgewinnen durch Gruppenbildung durch Winsplits Pro und Packfigures. Für die OL-WM über die Langdistanz der Männer berechnen die beiden Programme folgende Resultate.

NameWinsplitsPackfigures
GUEORGIOU Thierry-0.312.39
GONON Francois5.3114.10
FÖHR Tero6.307.18
DENT Julian5.5323.10
TSVETKOV Dmitry3.2514.09
KERSCHBAUMER Gernot0.21-5.03
HUBMANN Daniel-0.010.21
.........
Natürlich sind beide Werte hypothetischer Natur, aber die Differenzen sind schon eindrücklich. Ich vermute Winsplits macht keine saubere Unterscheidung zwischen der Leistung in der Gruppe und allein, so dass bei lang andauernden Gruppen wie Dent - Kratov oder Gueorgiou - Gonon die Gruppenleistung über den sog. Performance Index zu Leistung des einzelnen Läufer wird.

Packfigures rechnet dagegen eine Art alternativen Performance Index jedes Läufers in Gruppen und allein separat und vergleicht diese Werte. Ich gehe dem nach.

Nach den Schafen die Vegetation :-)

Zwar wussten wir aufgrund von Vegetationskarten und dem erwarteten Kilometerschnitt, dass es schneller als in den Trainingsgeländen werden würde.
Matthias Merz in seiner WM Analyse.

Montag, 22. August 2011

Neulich am Testlauf des Schweizer Nationalkaders in Arith...

oder, mit anderen Worten: Das fixe Postennetz am Montange de Bange ist aufgehoben. :-)

WOC 2011 - Langdistanz - Dead Running Version


Jarkko Ryyppö hat anhand der WM-Langdistanz Bahn der Herren aufgezeigt, wie diese aussähe, würde statt der angewendeten Snake das von ihm propagierte Dead Running eingesetzt.
Abb.1. Vergleich Snake (oben) und Dead Running (unten). Die kleine Schlaufe wird weggelassen, dafür werden zwei Versatzstrecken (unten links und rechts) eingeführt. (Die ganze Bahn mit Dead Running)

Freitag, 19. August 2011

WOC 2011 Langdistanz Final der Damen - Packfigures

Ich habe die Abschnittsdaten der Langdistanz der Damen mit meinem Werkzeug PackFigures™ 0.5 (mehr) analysiert.

-> Packfigures Longdistance Women WOC 2011 France

Ein paar Resultate:
-> Das Rennen der Frauen sieht quasi null Einfluss durch Gruppen: Wenig lange haltende Gruppen und kaum grosse Zeitvorteile. Vor allem die Top Ten ist nicht gestört (Bilstam - Claesson ist eine H-Gruppe).
-> Die Snake teilt bis auf eine einzige Gruppe alle zuvor gebildeten Gruppen auf.

WOC 2011 Langdistanz Final der Herren - Packfigures

Ich habe die Abschnittsdaten der Langdistanz der Männer mit meinem Werkzeug PackFigures™ 0.5 (mehr) analysiert.

-> Packfigures Longdistance Men WOC 2011 France

Ein paar Resultate:
-> Gonons Leistung bis zum 8.ten Posten, bevor er Gueorgiou einholt, hätte zu einem 15.ten Platz gereicht.
-> Aussergewöhnlich viele E-Packs (Zeitgewinn für beide Teile), darunter das für das Resultat entscheidenste Paar Gueorgiou-Gonon. Weitere: Ikonen - Lauenstein, Tsvetkov - Mamleev, Föhr - Lundanes ...
-> Dagegen eher wenig H-Packs (Zeitgewinn nur für den schwächeren Läufer): Beispiele: Hubmann - Sedivy, Kratov - Dent.
-> Was man sehr gut sieht ist, dass die Trennmethode (Snake mit stark unterschiedlicher Flügellänge (5 Min vs. 25 Min). Läufer die eine ungerade Zahl Startintervalle auseinander gestartet sind zuverlässig trennt, während sie für Läufer, die eine gerade Zahl Startintervalle auseinander gestartet sind nicht trennt. (Gueorgiou - Gonon, Kratov - Dent, Tsvetkov - Mamleev, Kerschbaumer - Sedivy, Lenkei - Bertuks, Hajek - Kowalski)
-> Alexey Bortnik war der einzig Läufer ohne Gegnerkontakt (beim Posten)
-> Tsvetkovs Gegnerkontakte mit Boström und Mamleev dauerten Gesamthaft 1h37
-> Einen maximalen Zeitgewinn erzielte Julian Dent mit gerechneten 23 Minuten.

Sonntag, 7. August 2011

Vorbereitung für WOC 2011

Since oktober 2010 I have had 76 technical trainings in WOC-relevant terrain in France, overall 81h30min spent in the French forests.
Carl Waaler Kaas

Donnerstag, 28. Juli 2011

Peter Öberg repetiert WM Gelände

Peter försöker alltid förenkla kartbilden och terrängen, en metod som inte fungerade i den här terrängtypen. De första träningspassen gick bitvis bra, men bitvis fick han inte ihop det och vid varje träningspass gjorde han ett 4-5 minuters misstag på en eller ett par kontroller.

– Det vill jag inte vara med om på VM och därför bestämde jag mig för att springa varv efter varv på samma bana tills jag kände att jag klarade av de

Ein Artikel des Schwedischen OL Verbands u.a. über Peter Öbergs WM Vorbereitungen.

-> siehe auch o-zeugs: Lokale Algorithmen

o-zeugs over and out (late wc china finding)

Yes. Let the o-zeugs blog rest in peace. I´ll take it down eventually. And yes, I stumbled over the decisions of the Ethics Panel regarding ...