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Dienstag, 18. Dezember 2012

iof.tv (2-Minuten Startintervalle auf der Langdistanz)

15.4. Start intervals
The starting interval of the middle distance final will be 1.30 minutes. The starting
interval of the long distance final will be 2 minutes. This deviation from the rules has
been approved by the IOF.
Bulletin2 WOC 2013

Zwei Weltmeisterschaften nach dessen Abschaffung, wird so das Zwei-Minuten Startintervall auf der Langdistanz wieder eingeführt. Das Zwei Minuten Startintervall wurde an der WOC 97 erstmals eingeführt.

Podien Langdistanz Männer 
Ich schaue aus diesem Anlass noch einmal zurück auf die Podien der Langdistanz der Männer seit dem Beginn der Ära SI/Rengly/EMIT (ausser 1997). Ich erlaube mir dabei eine Wertung des Resultates aus der Perspektive des Verfälschungsgrades.
  • ..WOC 1995: Intervall 3 Minuten: 1.Mårtensson und  3.Jörgensen (30min. H-Pack), 2.Salmi mit Alekseev (60min H-Pack)
  • ..WOC 1997: Intervall 2 Minuten: 1. Thoresen mit 2.Mårtenson und 4.Jörgensen. 3.Björlö mit 5.Prokes und 11.Nymalm
  • ..WOC 1999: Intervall 3 Minuten. 1.Valstad und 3.Berger (60min. H-Pack), 2.Björseth und 14.Davidik (47min. E-Pack).
  • ..WOC 2001: Intervall 2 Minuten: 1.Rostrup, 2.Lakanen, 3.Björseth  
  • ..WOC 2003: Intervall 2 Minuten: 1.Bührer, 2. Omeltschenko und 5. Mamleev (83min. E-Pack), 3. Wingsted
  • ..WOC 2004: Intervall 2 Minuten: 1.Valstad, 2. Karlsson, 3. Hott Johansen
  • ..WOC 2005: Intervall 2 Minuten: 1. Khramov mit 3.Lauenstein (57min. E-Pack), 3. Hott Johansen
  • ..WOC 2006: Intervall 2 Minuten: 1. Lakanen mit 6.Gonon (66min H-Pack), 2.Lauenstein, 3.Khramov mit 15.Losman (65min. H-Pack)
  • ..WOC 2007: Intervall 2 Minuten: 1.Merz, 2.Khramov, 3.Nordberg mit 20.Kovacs (30min. H-Pack )
  • ..WOC 2008: Intervall 2 Minuten: 1.Hubmann, 2. Nordberg, 3. Gonon
  • ..WOC 2009: Intervall 2 Minuten: 1.Hubmann mit 3.Mamleev (55min. H-Pack), 2.Gueorgiou mit 9.Gristwood (40min. H-Pack)
  • ..WOC 2010: Intervall 2 Minuten: 1.Lundanes, 2.Nordberg mit 6.Fraser (60min. H-Pack), 3. Gueorgiou
  • ..WOC 2011: Intervall 3 Minuten: 1.Gueorgiou mit 3.Gonon (70min. E-Pack), 2.Ikonen mit 7.Lauenstein (E-Pack)
  • ..WOC 2012: Intervall 3 Minuten: 1.Lundanes, 2.Merz, 3.Bertuks
Auch mit 2 Minuten Startintervallen hat es  gute (hier: unverfälschte) Podien gegeben (01, 04, 07, 08) und auch mit 3 Minuten gab es verfälschte (99, 11). Das Start-Intervall ist also nur ein Faktor in der ganzen Anlage von Trennmechanismen und diesbezüglich hat sich seitens der IOF seit der Einführung des Schmetterlings zur WOC 2001 nichts weltbewegendes getan (siehe lange Gruppenzeiten).






Montag, 26. März 2012

Gruppenbildung WOC 1997, Grimstad

Es war alles schon da: Die Gruppenbildung. Die H-Groups (z.B. Björlo mit Prokes, Nymalm, Skovlyst), die E-Groups auf dem Podest (Thoresen - Mårtensson). Die Mediengefälligkeit. Die schwache Reaktion der IOF und damit verbunden die jährliche Wiederkehr des Themas. Zugleich die trad. Kritik an Medienformaten. Ein Artikel aus dem OL Heft 3/1998; Autor: Thomas Scholl.

Bild Faksimile Artikel OL Heft 3/98 (Scan: Roger Vogel)

War die WM unfair?
TS. Das tschechische Team hat sich bei der Internationalen OL-Föderation über die letzte WM beschwert. Das klassische Rennen der Herren sei durch das kurze Startintervall entwertet worden.

Das Thema gab schon im Vorfeld der WM in Norwegen zu reden. Die Regeln sagen klar, dass das normale Startintervall für Läufe über die klassische Distanz drei Minuten sei. Die Veranstalter wünschten aber eine Verkürzung auf zwei Minuten, um das Rennen kürzer und atrraktiver zu machen. Eine private Fernsehstation wollte den Lauf direkt übertragen. Der IOF-Vorstand gab diesem Wunsch nach und bewilligte die Ausnahme.
Der TV-Sender gab seine Pläne dann auf und stellte seine Aktivitäten vor der WM ein. Da konnte oder wollte aber niemand mehr den Entscheid über das Startintervall rückgängig machen. die Folgen sind dank der elektronischen Postenkontrolle mit dem Emit-System (vormals Regnly-System) klar zu erkennen: Es kam zu zahlreichen Zusammenschlüssen von Läufern.

Der Schnellzug Mårtensson, Jörgensen, Thoresen
So war Jörgen Mårtenssson vom vierten Posten an mit Carsten Jörgensen zusammen, vom zwölften Posten an war auch Petter Thoresen dabei. Von da an liess sich der Schnellzug nicht mehr aufzuhalten. Später kam noch Allan Mogensen dazu. Diese vier Läufer belegten schliesslich die Ränge 2., 4., 1. und 13. Kjetil Björlo, Tomas Prokes und Sören Nymalm waren vom achten Posten beieinander und wurden 3., 5. und 11. Der wenig bekannte Australier Tom Qualye lief offenbar vom vierten Posten an gemeinsam mit Edgaras Voveris und Johan Ivarsson - Plätze 14., 12. und 7. Pech hatte der zuletzt gestartete Finne Timo Karpinnen: Bis zur Hälfte war er etwa gleich schnell wie Mårtensson, aber dann verlor er, allein laufend, gut fünf Minuten auf ihn und wurde nur 10.
Zum Teil profitierten schwächere Läufer vom Tramfahren mit stärkeren, zumm Teil bildeten sich Gruppen von gleich starken Läufern, die zwar nicht bewusst zusammenarbeiteten, aber sich gegenseitig zu Leistungen antrieben, die sie alleine kaum erbracht hätten. Auch darauf können die Zwischenzeiten Hinweise geben. Wer regelmässig als erster einer Gruppe stempelte, war wohl eher der Chef und leistet mehr Führungsarbeit als jener, welcher immer fünf Sekunden später kam. Wenn aber aus einer Gruppe einmal dieser und einmal jener Läufer zuerst am Posten war, trugen wohl alle zum Tempo bei. Das dürfte für Thoresen und Mårtensson zutreffen, von denen der eine sieben der andere sechsmal als erster stempelte.

Medien oder Fairness?
Im Grunde geht es um die Frage, wie grosse Konzessionen der OL-Sport an Zuschauer und Medien im Bezug auf Fairness machen soll. Der Unmut der tschechischen Läufer ist verständlich. Nach ihrer Meinung genügen die Kurzdistanz- und Park-Wettbewerbe diesem Zweck. Der klassische Lauf solle die Königsdisziplin des OL-Sports bleiben rein und fair. Der Final der WM97 sei kein Einezlrennen gewesen, sondern ein Wettkampf von Gruppen verschiedener Grösse. Zu diskutieren sei deshalb für die nächste WM sogar ein Startintervall von vier Minuten, mit nur 40 oder 50 Finalteilnehmern, statt 60 wie heute.
Die zuständige Kommission der IOF hat inzwischen beschlossen, das Startintervall solle in Zukunft an der WM über die klassische Distanz drei Minuten betragen. Das war allerdings schon vorher die Meinung der Techniker. Ober der IOF-Vorstand sich daran hält, ist eine andere Frage. Er allein ist für Ausnahmen zuständig. Solang die Gunst der Medien und Sponsoren das wichtigste Ziel im internationalen OL ist, kann man weitere Versuche in diese Richtung kaum ausschliessen.

Sonntag, 11. Juli 2010

Nachtrag WOC 97

1997 wurde auf Wunsch einer örtlichen Fernsehstation das Startintervall über die Langdistanz auf 2 Minuten verkleinert.
1) Petter Thoresen NOR 1.40.16
2) Jörgen Mårtensson SWE 1.41.58


Thoresen sei früh auf Mårtensson aufgelaufen und ein Grossteil des Rennens mit ihm in Kontakt gewesen sein (mündl. Überlieferung). Der Wettkampf wurde übrigens nicht übertragen und das zwei Minuten Start-Intervall wurde erst 2010 (EOC) und 2011 (WOC) wieder auf drei Minuten angehoben.

Fünf Jahre davor hatte der Österreicher Martin Brantner den vor ihm gestarteten Norweger Havard Tveite eingeholt (WC 1992, Monte Belluno ITA).
1 Martin Brantner AUT 97.03
2 Joakim Ingelsson SWE 97.25
3 Havard Tveite NOR 99.44

und sei danach jahrelang geschnitten worden. (mündl. Überlieferung)

Samstag, 11. Oktober 2008

Wettkämpfe für die Zuschauer, Folge 3 und 4

Offenbar gab es 1997 an der WM in Norwegen den Fall, dass der Speaker der einlaufenden Hanne Staff (No) die verbleibende Zeit für die Bronzemedaille zurückgezählt hat und sie zuerst eine Sekunde vor der Schweizerin Marie-Luce Romanens klassiert wurde. Nach einer Einsprache der Schweizer Delegation wurden Staff und Romanens ex aequo als Dritte klassiert. (Ivan Lux, Mailinglist der Uni Princeton)

An der selben WM wurde übrigens das Startintervall über die klassische Distanz auf zwei Minuten gesenkt. Dies auf Wunsch einer lokalen Fernsehstation, die den Wettkampf schlussendlich trotzdem nicht übertragen hat (sie ging pleite) (Ilka Sihvola, ebenda). Seither wird dieses Startintervall beibehalten, obwohl es damit zu einer massiven Verdichtung des Starterfeldes führt und damit zu jeder Menge Gruppenbildung. Soweit ich weiss, wurde die Klassische Distanz, heute:Langdistanz, seither ein Mal am Fernseher Live gezeigt (WOC 2001 Finnland).

Dienstag, 23. September 2008

Wettkämpfe für die Zuschauer

Ich bin schon länger kein Fan von Wettkämpfen, bei denen der Unterhaltungswert des Wettkampfes vor dessen fairen Durchführung steht. Dazu eine Begebenheit anlässlich der Österreichischen Meisterschaften 2008 über die Langdistanz:
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Der Bahnleger hat es gut gemeint und für die Elite einen fünf Posten dauernden Zieleinlauf gelegt, auf welchem das Publikum die Läufer verfolgen könnten. Kurz vor Schluss des Rennens liegt der einheimische Felix Breitschädel an der Spitze des Klassementes. Als Markus Lang, ein weiterer Medaillenanwärter, beim sechstletzten Posten aus dem Wald auftaucht, beginnt der Speaker zu rechnen und kommt zum Schluss, dass es in der Entscheidung zwischen FB und ML sehr knapp werde bzw. fast nicht mehr zu schaffen sei. Er wiederholt dies während der ganzen drei Minuten dauernden Zuschauerrunde in zunehmend frenetischem Ton. ML, der dies offensichtlich mitbekommen hat, zündet regelrecht den Turbo, läuft auf auf fünf Abschnitten vom fünftletzten bis ins Ziel nur Bestzeiten und nimmt FB insgesamt 38 Sekunden ab... und schlägt ihn schliesslich um 1(Eine!) Sekunde. Damit ist ML vom im Zieleinlauf vom vierten auf den zweiten Platz gelaufen.(ML gewinnt Silber, FB Bronze)
Was soll denn das? Es gibt jede Menge Beispiele, wo Läufer bei der Zuschauerpassage oder im verlängerten Zieleinlauf, die entscheidende Information (zeitl. Stand im Gesamtklassement) bekommen haben und daraus einen enormen mentalen Vorteil ziehen konnten (z.B. S.Niggli WOC01/FIN Long, WOC06/DEN Middle & Long, Daniel Hubmann WC08/SWE Middle). Dieser Vorteil (Wissen um den Stand im Gesamtklassement) ist doch kein Vorrecht der Letztstartenden, sondern eine grobe Verfälschung des Wettkampfes. Um zu verhindern, dass dies geschieht können Zuschauerpassagen problemlos durch kamerabestückte Posten oder einfache Zwischenzeiten im Gelände ersetzt werden: Die Zuschauer kommen auf ihre Kosten ohne den Wettkampf zu verfälschen. Bezüglich Speaker und Zieleinlauf wäre sicherlich eine Sensibilisierung des Speakers für die drohende Problematik ein erster Schritt...

o-zeugs over and out (late wc china finding)

Yes. Let the o-zeugs blog rest in peace. I´ll take it down eventually. And yes, I stumbled over the decisions of the Ethics Panel regarding ...