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Mittwoch, 4. September 2013

continuing when it’s over

After that I was starting too fast, didn’t read the map that exactly and was running with too hard risks and then missed the first control for two minutes. When I punched the control, I saw Emil Svensk. He came and I knew “it’s over” but then I remembered some words from Daniel Hubmann, he told me once that I should run every race like it’s the last one. So I tried to push hard together with Emil and I think we had good speed. For me it was important to see that I am able to run like the world champion. Yeah, the rest of the race was really good, but when you make a mistake for two minutes, then it’s over. But now I can see I didn’t give up then, and that’s important for the next races.
Florian Schneider about the JWOC 2013 Middle Distance

According to the split-times Schneider punched 8 controls ahead of Svensk. Personally I would have prefered Schneider would have shown little bit more “Lundanes at WOC12-Middle Final after being catched up by Novikov”-attitude.
o-zeugs commenting the JWOC 2013 Middle Final analysis at worldofo.com

Mittwoch, 16. Juni 2010

Trondheim Open 2010 - Ein Gabelfreund legt Bahnen


Abb.1. Zeitaufnahme Trondheim Open Mitteldistanz Männer, Startintervall 1 Minute. (Quelle:tulopalvelu.fi)

Das diesjährige Trondheim Open war vom Aspekt der Läufertrennung bemerkenswert. Die Qualifikation über die Mitteldistanz bestand aus eine zwei ineinander gegabelten Schlaufen (Abb.1). Der Final beinhaltete dann zuerst klassisches Phi und nach dem Überlauf aus ... na was? Sagen wir mal zwei mittig gegabelte Schlaufen mit aufgetrenntem Basisposten (Abb2.). In beiden Wettkämpfen ist unklar, ob es einen Kartenwechsel gab.(s.u.)


Abb.2. Bahn H21 Trondheim Open Final, Jagdstart.(Quelle:tulopalvelu.fi)

Abb.3. Zeitaufnahme H21 Trondheim Open Final, Jagdstart.(Quelle:tulopalvelu.fi)

K: Man fragt sich, was das Ziel einer solchen Gabelungsfreude ist. Die Bahnen werden dadurch nicht besser. Die Läufer werden zwar regelmässig getrennt, aber warum macht man dann hier einen Jagdstart (bei dem erst kurz vor Schluss klar wird, wer eigentlich wo steht) und dort ein 1-Minuten Startintervall? Dann sind die Posten nicht derart fein gegabelt, dass damit selbstständiges Navigieren wirklich gefördert wird. Man muss nur erkennen, dass der Kollege eine andere Schlaufe antritt. Nun bin ich gespannt, ob und wo es einen Kartenwechsel gab. (siehe unter Kommentare // Die Gabelungen waren demnach auf der Karte ersichtlich)

N (16.Juni 2010): Ich habe an den Veranstalter eine Anfrage geschickt mit der Bitte mir kurz darzulegen, was die Idee/das Konzept/die Einschränkungen waren, welche zu dieser Laufanlage geführt haben und ich erhielt folgende Antwort vom Bahnleger:
This is modern coursesetting

(Per Arne Troset per mail)

Mittwoch, 2. Juni 2010

Lückenbildung EOC Männer Staffel

Abb.1. Lückenbildung in Staffel der Männer an der EOC 2010 in Bulgarien.

K: Auf den ersten Blick sieht man den von Abschnitt zu Abschnitt abnehmenden Agglomerations-Effekt. Möglicherweise wird dieser dadurch verstärkt, dass die schwächeren Teams ihre besten Läufer auf den Start stellen, während die besten Teams die besten auf den Schluss schicken. Weiter fällt auf, dass am Schluss viele in Gruppen einlaufen.

N: 2.6.2010: Die Gruppen kommen am Schluss in einem sehr gleichmässigen 2 Minuten Rhytmus rein. Wie kommt dieser wohl zu stande ?? - Auch schön sieht man das 'Russendach': Nach Tsvetkovs Fehler zu Beginn der Staffel waren Russland 1 und 2 bei der ersten Übergabe zusammen. Auf der zweiten Strecke liefen Leonid Novikov und Andrej Khramov gleich auf. Auf der letzten Strecke gesellte sich dann noch der Ex-Russe Mamleev zu Valentin Novikov und Alexej Bortnik. Dieser Russenexpress lief schliesslich auf FIN1, NOR2, CZE1, GBR1 und ITA1 auf.

Donnerstag, 27. Mai 2010

Schwedische Testläufe für die EOC 2010, Teil 2

Zur Erinnerung
Am Lauf der schwedischen Elit-Serien vom 15.Mai wurden 6 der ersten 8 Plätze von Läufern belegt, die in drei Gruppen miteinander über längere Zeit unterwegs waren. Johansson (1.) mit Öhlund (5.), Wingsted (2.) mit Rost (4.) und Löfås (13.), Holmberg (3.) mit Millinger (8.).

GPS Analysen zur Charakterisierung der Interaktion
Im ersten Teil der Analyse wurden neben der gängigen Analyse der Zwischenzeiten und Zwischenrangierungen eine optische Kontrolle der GPS-Daten vorgenommen. Dem Norweger Jan Kocbach verdanke ich nun eine tiefergehende rechnerische Analyse der GPS Daten. Im vorliegenden Fall hat er getestet, inwiefern GPS Daten zur Charakterisiserung der Interaktion in einer Gruppe herangezogen werden können. Dabei wird berechnet in welchem Sektor zur Läufrichtung sich die Gruppenpartner eines Läufers befinden. Im ersten Schritt nehmen wir die Sektoren gemäss Abb.1.



Abb.1. Sektoren und Charakterisierung der Interaktion, wenn sich ein anderer Läufer im entsprechenden Sektor aufhält.


Resultate
Die Resultate im aktuellen Fall bringen spannende Aspekte zutage.

Gruppe Johansson Öhlund:
Johansson und Öhlund waren über 60 Minuten in Kontakt (Abstand<50m).
Dabei befand sich Öhlund über 45 Minuten im Sektor C hinter Johansson und nur eine Minute in Sektor A vor Johannson. Mit anderen Worten, das Lead-Verhältnis zwischen Johansson und Öhlund liegt bei 45:1. Johansson wird von dieser Konstellation wenig profitiert haben, Öhlund dagegen massiv. Eine klassische H-Group (hierarchische Gruppe).

Gruppe Wingsted, Rost, Löfås:
Die Dynamik in dieser Gruppe ist etwas komplexer, weil die Zahlen nicht sagen, welcher Läufer die Gruppe, wie lange effektiv geführt hat. Wir nehmen Wingsted als den Fixpunkt:
Wingsted war 51:47 mit Rost, 44:43 mit Löfås zusammen. Dabei war Rost 12:01 vor Wingsted, 27:05 hinter Wingsted. Löfås 4:26 vor Wingsted und 29:15 dahinter.

So zeigt sich, das zumindest Rost ein recht aktives Rennen gelaufen ist und immerhin einen Viertel der Zeit in der Gruppe geführt hat. Löfås dürfte dagegen etwas mehr hinterher gelaufen sein. Damit wären Wingsted/Rost tendenziell eine E-group, Wingsted/Löfås dagegen eine H-group.

Gruppe Holmberg Millinger:
Die Gruppe Holmberg/Millinger zeigt schliesslich einen dritten Charaktertypen. Zwar hat Holmberg Millinger aufgeholt (Kontakt: 26:38), doch führt Millinger während knapp der Hälfte des Kontaktes (11:34) und hängt nur 1:04 hinten drin. Die restliche Zeit (>50%) laufen die beiden nicht vor- oder hintereinander. Verglichen damit zeigt die Gruppe um Wingsted, viel mehr ein Hintereinanderlaufen. Die Gruppe Holmberg is vom Charakter her eine E-group mit relativ unabhängiger OL-Technik.

Fazit & Ausblick
Abschliessend kann man sagen, in der Gruppe Johansson wurden Route und Pace vornehmlich von Johansson bestimmt. In der Gruppe Wingsted wurden Route und Pace kollektiv mit leichtem Schwerpunkt auf Wingsted bestimmt. In der Gruppe Holmberg schliesslich wurde in erster Linie die Pace gemeinsam hochgehalten, während beide Läufer im Sinne der Wettkampfreglemente weitgehend selbständig navigierten. Ein höher aufgelöstes Sektorenmodell würde die hier erfolgreich angesetzte Charakterisierung von Kooperation aufgrund von GPS Daten noch etwas verfeinern (s.Vorschlag Abb.2)



Abb.2. Sektoren und Charakterisierung der Interaktion, wenn sich ein anderer Läufer im entsprechenden Sektor aufhält.

Montag, 17. Mai 2010

Schwedische Testläufe für die EOC 2010


Sweden – Long Men – May 15th 2010
1. Martin Johansson IFK Moras Orienteringsklubb 85:15 +00:00
2. Emil Wingstedt Halden SK 85:26 +00:11
3. Anders Holmberg Järla IF Orienteringsklubb 86:36 +01:21
4. Erik Rost Malungs OK Skogsmårdarna 88:31 +03:16
5. Erik Öhlund Ulricehamns Orienteringsklubb 88:37 +03:22
6. William Lind Malungs OK Skogsmårdarna 88:45 +03:30
7. Marcus Millegård Sävedalens Allmänna IK 89:09 +03:54
8. Mattias Millinger Orienteringsklubben Linné 89:29 +04:14
9. David Andersson Malungs OK Skogsmårdarna 89:38 +04:23
10. Peter Öberg Orienteringsklubben Hällen 90:13 +04:58


1) Aufgrund des Livetrackings sieht man, dass Johansson von 2 an (mit einem Unterbruch zu 12) mit Öhlund unterwegs war. Wingsted hatte ab 9 Rost und später auch Henrik Löfas im engen Schlepptau. Holmberg und Millinger ab 12.


Wingsted, Rost und Löfas unterwegs zu 20 (Schweiflänge 5 Sekunden).


2) Drei Minuten Abstand allein bringt es nicht
3) Nicht nur die Hänger profitieren von solchen Konstellationen. Ein Blick auf die Zwischenzeiten zeigt:
- Johansson war 4. -> 1.
- Öhlund war 37. -> 5.

- Wingsted war 2. -> 2.
- Rost war 8. -> 4.
- Löfas war 23. -> 14.

- Holmberg war 4. -> 3.
- Millinger war 17. -> 8.

4) Es sieht so aus, als wäre William Lind der Verlierer in der Situation. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass auch Lind nicht allein unterwegs war, sondern mit den GPS-losen Nicht-Schweden Claus Hallingdal Bloch und Pavlo Ushkvarok. So ist Marcus Millegard der erste Allein-Läufer des Klassementes.

Sweden Long Men May 15th 2010 (Grafik: Winsplits Online)

Dienstag, 20. April 2010

Packfigures und GPS

Packfigures basiert auf den Zwischenzeiten-Daten eines Wettkampfes. Daraus wird abgeleitet, wer mit wem bei einem Posten war, wer mit wem über mehrere Posten zusammen war und wer in den gemeinsamen Phasen wieviel schneller/langsamer unterwegs war als allein. An gewissen internationalen Wettkämpfen werden alle Teilnehmer mit GPS Geräten ausgerüstet, was nähere Aufschlüsse zum Geschehen zwischen den Posten bringt. In dieser Untersuchung werden die Aussagen basierend auf den Datengrundlagen Zwischenzeiten und GPS-Daten verglichen.

Methoden
Auswertung der Zwischenzeiten Packfigures
Beim Vergleich der Zwischenzeiten wird analysiert, ob Läufer innerhalb eines sog. Kontaktraumes von +/-15 Sekunden zueinander einen Posten stempeln. Tun sie dies, wird dies als gemeinsames Anlaufen eines Postens gewertet (CP = Controlpack). Laufen sie in der folge mindestens den nächten Posten gemeinsam an, wird angenommen, dass sie den ganzen Posten zusammen absolviert haben (LP = Legpack). Schliesslich werden die Lauftempi alleine und innerhalb einer Gruppe berechnet um einen Anhaltpunkt zum Nutzen der jeweiligen Gruppe zu erhalten.
Es ist anzunehmen, dass der Kontaktraum beim Posten die Realität annähernd abbildet, m.a.W. dass zwei Läufer, die innerhalb von 15 Sekunden stempeln, sich in der Regel auch gesehen haben. Geschenisse zwischen den Posten sind dagegen nur unscharf abgebildet. Zwar wird bei der Auswertung auf die Interpretation von CP verzichtet, Laufen zwei Läufer unterschiedliche Routen und treffen erst beim Posten wieder zusammen oder laufen zwei Läufer über weite Strecken zusammen und verlieren sich erst kurz vor dem Posten, so werden diese Abschnitte fälschlich interpretiert.

GPS Daten
Bei Vergleich der GPS Daten werden diese ebenfalls mit einem Kontaktraum versehen (20m seitlich, +/-7.5 Sekunden in Laufrichtung) und dann die Kontakträume aller Läufer miteinander verschnitten. Auftreten und Charakter der Schnittvolumina erlauben Aussagen über den Verlauf der Gruppe.
Hier sind Unterschiede zwischen angenommenem und effektivem Kontaktraum, sowie die Genauigkeiten der GPS Signale sensibel. Die Aussagen sind qualitativer als bei Packfigures, haben dafür aber keine quantitative Komponente.

NOC 2009 Middle W21
Beide Methoden und deren Unterschiede werden anhand des Finals über die Mitteldistanz der Frauen an den Nordischen Meisterschaften 2009 in Salo (SF) bzw. der Siegerin Helena Jansson veranschaulicht.
Die Bahn W21 (Quelle:www.simoneniggli.ch)

Laut der Analyse der Zwischenzeiten, hat Jansson Posten 4 im Kontakt mit der 1 Minute vor ihr gestareten Dänin Signe Söes angelaufen, Posten 10 im Kontakt mit der Norwegerin Anne Margrethe Hausken und der Schwedin Annika Bilstam. Ab Posten 11 war sie mit der Tschechin Dana Brozkova unterwegs bis nach Posten 15, bevor sie kurz vor Schluss noch auf die Finnin Marja Rantanen aufgelaufen ist.

Die Route von Helena Jansson aus der Nudelperspektive. Das kleine Bild rechts zeigt die Nudel von der Seite.

Die Analyse der GPS Daten zeigt, dass Jansson unterwegs zu Posten 2 schon einen losen Kontakt zu der vor ihr gestarteten Söes hatte, bevor sie beim 3 definitiv zu ihr aufschliesst. Söes und Jansson laufen eigenständig zu 4, den sie zusammen stempeln. Jansson läuft zuerst den rechten Flügel zum zweiten Zentralposten (7). Dort trifft sie auf Hausken, welche direkt vom ersten Zentralposten kommt. Den linken Flügel laufen sie bis auf kleine Aussetzer im Postenraum in stetem Kontakt, aber eigenständig. Erst den ersten Zentralposten (10) laufen sie gemeinsam an. Auf dem linken Flügel gibt es weitere kurze Kontakte mit Soes und Bilstam (liefen beide zuerst direkt durch das phi). Zum Ende des phi-Loops kommt sie in Kontakt mit Brozkova, zu welcher sie bis zu 15 aufläuft und hinter sich lässt. Zwischen 17 und 18 sieht Jansson Rantanen vor sich, kann aber nicht aufschliessen. Zwischen 18 und 19 kreuzt sie Hausken, Söes und Bilstam, die unterwegs zu 17 sind. Die letzten beiden Posten sieht sie Rantanen vor sich.

Schluss
Es zeigt sich, dass die Packfigures trotz den gewählten Vereinfachungen den Charakter des Rennens gut wiedergibt. Zusätzliche kurze Kontakte zwischen den Posten treten zwar auf, aber scheinen sie aufgrund der Auftrennung vor dem Posten nicht erfolgführend gewesen zu sein. Wen zum Beispiel Jansson vor Posten 9 den Kontakt zu Hausken verliert, oder vor 18 den Kontakt zu Rantanen, so kann man von einer eigenständig erbrachten Navigationsleistung ausgehen. Auch stimmig sind die als LP gewerten Posten jeweils im steten Kontakt zueinander absolviert worden.

Dienstag, 24. November 2009

Die perfekte Gabel (forked looping)

WOC 2007 Long Final Men
Im Paper zu den Trennmethoden wird der gegabelte Looping meines Erachtens zu wenig gewürdigt. Dies u.a. weil dieser nur einmal (WOC 07) angewandt wurde.
WOC 07 Long Final Men, Kartenwechsel zwischen 18 und 19.

Trennmethoden
Das Bahnlegerteam der WOC 07 hat sich offensichtlich etwas überlegt. Einerseits beginnt das Rennen nicht kurz und schwer, sondern eher leicht und mittellang. Dann kommt früh ein langer Riemen(8). Bei 14 geht es in einen Loop, dessen Basis zweifach gegabelt ist. Die erste Gabel weisst einen Unterschied der Idealzeit von 15 Sekunden auf, die zweite einen Unterschied von einer Minute. Die Doppelgabel nimmt damit zwei gemeinsam eintretende Läufer 15, 45, 60 oder 75 Sekunden auseinander. Dann geht es nach einem Kartenwechsel in den Loop rein bevor die Loop-Basis auflösend wieder durchlaufen wird.

Stärken
Das hier angewandte System hat verschiedene Stärken: Die Klumpenbildung wird mit einem leichten Anfang und langen Riemen mit Routenwahlen gehemmt. Dann werden die Läufer, wenn es trotzdem zu Klumpen gekommen ist, gerade soweit auseinander genommen, dass sie wieder selbstständig navigieren müssen. Dieser Zustand wird, im Gegensatz zu den zu kurzen Schmetterlingen, über mehrere längere Posten erhalten. Dann kommt die Auflösung und dann ist bald schon mal fertig. Damit wird wirksam verhindert, dass gebildete Gruppen über längere Zeit zusammen bleiben. Mit vier möglichen Kombinationen der Doppelgabel müssen zwei Läufer 10 Minuten auseinander gestartet sein, um diesselbe Gabel-Kombination zu haben (vgl. Schmetterling: 4 Minuten).
Ein spannender Aspekt des forked Loop ist, dass er bestehende Gruppen gleich an zwei Punkten des Rennverlaufes auseinander nimmt: Zu Beginn der Loop-Basis, sowie am Ende des Loops. Er ersetzt damit elegant gleich zwei Schmetterlinge. Trennt aber dank der eingeführten temporären Ungleichheit wirksamer.

Schwächen
Jede Art Tropfer hat das Problem, dass er 1. nicht funktioniert, wenn der später gestartete Läufer zuerst die längere Gabel-Kombination absolvieren muss und danach relativ schnell wieder zum vorgestarteten Läufer aufschliessen kann. Zweitens nehmen Tropfer zwar Gruppen effizient auseinander, es besteht aber auch die Möglichkeit dass sich darin neue Gruppen bilden (analog zu einem Fehler des Vorläufers).
Durch geeignete Verteilung der Gabel-Kombination über das Starterfeld, lässt sich entsprechend einer Priorisierung Punkt 1 oder 2 entschärfen. Werden die Kombinationen in absteigender Länge angeordnet (75 / 60 /45 / 15), so muss der aufgeholte Läufer in drei von vier Fällen die längere Variante selber laufen. Im vierten Fall wird er zumindest um eine Minute vom Nachläufer getrennt.
Ein weiterer Aspekt ist die mediale Verfolgbarkeit. Diese ist für die Dauer des forked looping gestört und wird erst an dessen Ende aufgelöst.

Analysen
Ich betrachte die Packfigures WOC 07 Long Final Men

GruppeErgebnis
Nordberg/Kovacsgetrennt
Mamleev/Bartakgetrennt
Stevenson/Duncanzusammen*
Stevenson/Pilbladgetrennt
Baader/Perstnevgetrennt
Dlabaja/Aadligetrennt
Khramov/Novikovneu (kurz)
Haldin/Gononneu (loop)
Gonon/Breitschädelneu (loop)
Perstnev/Kärnerneu (kurz)

*Duncan hatte in der ersten Gabel die kürzere Variante, in der zweiten die längere wie Stevenson. Pilblad hatte in der zweiten Gabel die kürzere Variante und wurde von Stevenson erst zum Ende der zweiten Loop-Basis wieder eingeholt. Duncan blieb offenbar im Schlepptau von Stevenson (teilweise ausserhalb der 15s)

Bis auf Stevenson/Duncan wurden alle Gruppen getrennt. Es kam zu einer stattlichen Zahl neuer Gruppen, von denen allerdings nur eine (Haldin/Gonon/Breitschädel) mindestens über den Loop Bestand hatte. Damit wurde v.a. die resultatsensitve Gruppe Nordberg/Kovacs getrennt und die Einflusszeiten der TopTen ist erfreulich tief. Im Durchschnitt lief ein Top Ten Läufer max.12.57% des Rennens mit einem einzelnen Konkurrenten. Dabei halten Nordberg (29.57%) und Stevenson (40.65%) die Spitzen.

Im Vergleich dazu die WOC 09 Long Final Men: Da läuft ein Top Ten Läufer im Schnitt maximal 35.4% des Rennens mit einem einzelnen anderen Läufer mit Haldin (0%) einerseits und Wingsted (77.7%) andererseits.

(WOC08: 16.1%, M: 1.66-41.06%; WOC06: 37.3% M: 2.29-63.29%; WOC05: 29.25%, M:0 - 61.98%)



Synopsis
Bei einer Trennmethode sollte es in erster Linie darum gehen, bestehende Gruppen zu trennen, stellen diese doch mit zeitlich zunehmendem Fortbestand einen wachsenden Unfairness-Faktor dar. Die Neubildung von Gruppen, die im Maximum für die Dauer des Loops bestehen, kann unter diesem Gesichtspunkt verkraftet werden.
Die Stärke der Methode besteht darin, dass sie nicht versucht vermeintlich ungleich starke Läufer (H-Groups) zu trennen, sondern davon ausgeht, dass die eine harmonierende Gruppe (E-Group) nur durch den temporären Einsatz eines zeitlichen Versatzes effektiv zu trennen ist (siehe Pilblad). Mit diesem Ansatz ist sie den zur Zeit gängigen Methoden (Schmetterling und Phi) überlegen.

Samstag, 14. November 2009

Separating runners in Orienteering - Overview and review of methods

by Myrvold B.O., Kocbach J. & Spjelkavik H.
als .pdf
Dieses Paper bietet eine Übersicht und Einschätzung zu den heutzutage im Orientierungslauf eingesetzten Trennmethoden. Aufgrund meiner Arbeiten zur Klumpenbildung im Orientierungslauf wurde ich (o-zeugs) eingeladen im Entstehungsprozess als Mitglied der sog. Reference Group in den verschiedenen Stadien des Berichtes meine Perspektive einzubringen.
Meine Hauptpunkte (E-groups, Startintervalle) wurden schliesslich aufgenommen.

E-groups, Startintervalle, Organisatorische Massnahmen
Trennmethdoden scheitern vornehmlich an der falschen Vorstellung der unterschiedlich guten OL-LäuferInnen, die zu trennen seien (Spreu-Weizen-Ansatz). In den meisten Konstellationen, hat der eingeholte Läufer ausgiebig bewiesen, dass er auch allein annähernd so schnell und gut laufen kann, wie der, der ihn eingeholt hat. Auch erkennt er, dass er versuchen muss, die Trennmethode alleine so zu laufen, dass er auch nach dieser vom Sog der Nachläufers profitieren kann. Aufgrund der meist zu kurzen Startintervalle führen schon kleinere Fehler dazu, dass der nachstartende Läufer den Vorläufer sehen und zu diesem aufschliessen kann. So ist es nur in zweiter Linie die Aufgabe des Veranstalters allfällige Klumpungen aufzutrennen. In erster Linie sollte er die im Rahmen der Veranstaltung tollerierbaren Mittel zur Verhinderung von Klumpenbildung nützen.

Donnerstag, 27. August 2009

Pack-mentality

Bernt O. Myrvold et al.:
To site just one runner: “in my opinion this is really part of the game - even on absolute top level. Therefore we run Qualification races, so that everybody gets the chance to start in a group of the best runners”. More than 20% of the runners share this view and do not see any reason for a “correct” result list. This might seem strange, but the same was found in poll among Norwegian runners in an earlier preliminary study. Many runners regard a good start position in the finals as something you have earned by a good race in the qualification heats. (We do not think this is a position that we as organisers or officials can, or should, defend. And of course if we do this whole project is meaningless.)

Separating runners in Orienteering - Overview and review of methods, final draft.

WOC IV

Graham Gristwood (Long Final):
It also meant that I was starting 3rd from last, with only Thierry and Baptiste after me. Realistically, I was always expecting to see one or both of them, and I managed to stay in front for more than 50 minutes. To be honest, when Thierry catches you and you have the same butterflies, it would be more than a little stupid to ignore him - my speed definitely increased after then. I had no problem to run at the same speed as him though, and passing through the spectator control with 2.5km to go, I understood that I had a chance for top 10. I could not stay with Thierry after that though, and he was out of sight on the steep rocky slope to number 30.

gristwoods blog

WOC III

Matthias Merz WOC LONG Final:
Bis kurz vor Posten 12 lief es sehr gut. Ich konnte ein gutes Tempo laufen und fühlte mich sicher auf der Karte. Ich versuchte sogar etwas zusätzlich zu forcieren um eventuell die beiden Läufer abzuhängen. Wahrscheinlich wurde mir aber gerade diese Tempoverschärfung zum Verhängnis. Ich war zu unvorsichtig und nahm mir nicht genügend Zeit. Es resultierte ein grober und vor allem unnötiger Fehler zu 12.
Der Schmetterling war leider nicht sehr effektiv. Er war zu kurz und die Sicht im Gelände zu gut. So holten mich die beiden Läufer gleich zu 21 wieder ein. Wieder versuchte ich etwas zu viel und verlor beim Weglaufen zu 22 die Richtung komplett. Ich hatte die kleinen Lichtungen verwechselt und den Kompass völlig unbeachtet gelassen. Leider vertrauten mir die anderen beiden Läufer wieder zu fest und folgten auf Schritt und Tritt…
Nach einem weiteren kleinen Fehler im Postenraum zu 24 liefen wir bei Nummer 26 den falschen Posten an. Ich registrierte die falsche Nummer und suchte den Herrenposten währenddem Gonon am Ende disqualifiziert werden musste.

www.matthiasmerz.ch

Mittwoch, 26. August 2009

No evidence

Mats Haldin about the protest of the finnish team against Mikhail Mamleev
Det finns en regel som säger att man ska orientera och springa självständigt och får inte ta hjälp av andra löpare. Därför lämnade Finland in en protest mot Mikhail. Protesten avslogs av juryn med rösterna 3 mot 2. Motiveringen var att de inte hade bevis för att Mikhail hade hjälp av Daniel... Och de brydde sig inte heller om att kolla GPS-trackingen.

Jag har ändå inget emot Mikhail. Det är en svår situation. Vad gör man när någon kommer ikapp, sen tar just de vägval man själv skulle ha tagit och inte heller springer från en..? Att det är en fördel att springa flera ihop är ju kännt. Och ofta har då alla parter ofrivillig hjälp av de andra. Det är flera tidigare som tagit VM-medaljer tack vare att de sprungit efter andra. Det har också lämnats protester förr och aldrig, vad jag vet, har de gått igenom.

Problemet är enligt mig IOF:s regler och speciellt startintervalet på 2 minuter. Skulle startintervallet ha varit 3 minuter, som det var ännu i Skottland 1999, så skulle det sett annorlunda ut. Å andra sidan skedde visst detsamma just i Skottlands VM, men 3 minuter är ändå bättre än 2. I VM i Finand övergick man till 2 minuter pga direktsändning i TV. Det har det mig veterligen inte varit på långdistansen sen dess. Gafflingsslingor som används har ju visat sig ha mycket liten effekt på klunglöpning. Däremot är det vanligen just på sådana slingor man ser och har nytta av andra löpare.

My comment:
Okay. Mischa Mamleev THANKED Hubmann for pulling him to this medal and as you can see here Mamleevs solo performance was far from the top 3 and GPS-Data is avalable. Ergo: There never will be more evidence than that...
It seems that packing is a pecadillo to a significant amount of top runners (See the quotes of Gristwood, Myrvold, Cejka a.s.o in this Blog). By not taking any action in such obvious cases the IOF is encouraging this mentality.

Montag, 24. August 2009

WOC II

Zitate
Simone Niggli (Long): ...Bei Posten 4 sah ich vorne schon Minna, auf der langen Route holte ich sie ganz ein. Beim 'Schmetterling' hatten wir eine andere Postenreihenfolge, doch am Schluss kamen wir wieder zusammen. Von da weg liefen wir gemeinsam...
Caroline Cejka (Long):Auf der Schlussschlaufe wurde ich von der Schwedin Annika Billstam eingeholt. Das war gut, so konnten wir die letzten paar Posten, die nochmals ziemlich schwierig waren zusammen anlaufen.
Baptiste Rollier (Long):Auf den zweiten Posten verlor ich etwas Zeit. Da sah ich auch schon Thierry Gueorgiou, der zwei Minuten hinter mir startete. Als ich aus dem Schmetterling kam sah ich ihn vorne, aber leider konnte ich nicht ganz zu ihm aufschliessen.
Matthias Merz (Long):Ich bin recht gut gestartet, doch schon bald holte mich François Gonon ein. Mit der Zeit fühlte ich. mich technisch und physisch etwas besser. Nach dem Schmetterling waren wir zu Dritt und ich wollte etwas Druck machen.
Daniel Hubmann (Long):Das Gelände war so, wie wir es erwartet hatten.

Simone Niggli (Sprint):we didn't know too much about the zoo area, because there was no map of it...
Daniel Hubmann (Sprint):The course was more or less what we expected, in the zoo it was tricky and challenging and funny, but the forest was like on our trainings and the qualification.

Freitag, 12. Juni 2009

Schmetterlingsherzen im finnischen Wald...

Schmetterlingsherz
Der Schmetterling soll die Läufer auseinandernehmen. Zumindest im Schmetterlingsherzen ist aber das Gegenteil der Fall. Wir sehen: NOC Long vom 6.6.2009 um 12.20.52.

12.20.50: Das sind Hubmann, Wingstedt, Rollier, Tsvetkov, Van der Kleij, Dobbs im Postenraum und Troeng ist soeben raus.

11.46.20: Speake, Föhr, Kaas, Oates, Bilevicius, Wickholm und Djurhuus

12.01.05: Föhr, Wickholm, Djurhuus, Christensen, Speake, Johnson, Mulder, Van der Kleij...

Dienstag, 7. April 2009

Packfigures Nacht SM 2009 H35

See you in the forest!
An der diesejährigen Nacht-SM in Erlinsbach (SO) gab es wenig Begegnungen im Gelände.

Packfigures Nacht-SM 2009, H 35-

Mehr oder weniger waren es drei Situationen, die sich geradezu schön eignen nochmal die Unterschiede von E- und H-Packs aufzuzeigen.

H-Packs und E-Packs
Der zentrale Unterschied zwischen H-Packs (Hierarchisches Rudel) und E-Packs (Ausgeglichenes Rudel) liegt im Nutzen für den auflaufenden Läufer, den designierten Packleader. Im H-Pack wird seine Leistung durch das Auflaufen nur in geringem Masse beeinflusst, während der eingeholte Athlet stark zuzulegen vermag. Dies, weil der H-Packleader weitgehend selbstständig Navigation und Tempo weiterführt. Im E-Pack dagegen zeigt auch der auflaufende Läufer einen beachtlichen Leistungssprung, weil der eingeholte Läufer einen substantiellen Beitrag an Lauftempo und/oder Navigation einbringt.

E-Pack Eglin/Baumgartner
Es macht den Anschein, dass der vorzügliche Läufer Baumgartner nach einem etwa verkorksten Rennbeginn, durch das Auflaufen von Eglin zu grösserer Stabilität gefunden hat und im weitern Rennverlauf mit mehr Druck laufen konnte. Eglin seinerseits konnte diese Tempoverschärfung mitgehen. Für beide ist der Benefit beträchtlich mit Boosts von 11% Eglin bzw. 30% Baumgartner.
Kommentar Eglin: Ich denke, dass bei mir ist die geschätzte Zeit recht gut hinkommt. Obwohl ich immer auf der Karte war wäre ich alleine nie so gepowert.

H-Pack Lerjen/Lüscher
Im Moment als ich Lüscher überholte wurde ich langsamer, unkonzentriert und ungenau, so dass er mir folgen konnte. Nach drei Posten in einem Hang, liess ich ihn die Führung übernehmen um meinen Kartenkontakt wieder herzustellen, fand zu meinem Druck zurück und distanzierte ihn.

H-Pack Lerjen/Gmür
Bei Gmür war die Situation anders. Ich überholte ihn beim Posten, ohne ihn zu bemerken, machte darauf einen Fehler. Als ich den Fehler erkannte und mich daran machte, ihn zu korrigieren bemerkte ich Gmür hinter mir und warnte ihn. So konnte er den Fehler (zu dem ich ihn wohl angestiftet habe) etwas abfangen und ich führte ihn zum nächsten Posten.

Fazit
Die E-Pack Situation ist wirklich klassisch.:-) Es zeigt sich wieder, dass es nicht die verpöhnten H-Packs sind, die das Klassement beeinflussen, sondern die viel weniger anrüchigen E-Packs. Während ich persönlich er Ansicht bin, es müsse mehr getan werden um E-Packs an internationalen Meisterschaften zu verhindern, denke ich, dass sich auf nationaler Ebene genug Gelegenheiten zur ausgleichenden Gerechtigkeit bieten.

Beide H-Pack Situationen zeigen, wie ein Leader in einem H-Pack keinen Profit bzw. sogar einen Verlust aus der Pack-Situation zieht. Im ersten Fall verliert er seine Konzentration. Im zweiten Fall begeht er einen Fehler, den er auch allein machen würde, also ohne rettenden Einfluss des nachfolgenden Läufers.

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Pack Formation

Da gabs mal einen Artikel im Nature zum Thema Pack Formation/Trambildung. Aber ich versteh den nicht. Aber hier sei er wenigstens verlinkt.

o-zeugs over and out (late wc china finding)

Yes. Let the o-zeugs blog rest in peace. I´ll take it down eventually. And yes, I stumbled over the decisions of the Ethics Panel regarding ...