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Mittwoch, 7. November 2012

Trittst im Sperrgebiet daher (Deutschlandcup 2011)


Nachtrag 12.11.2012: Die hier verwendete Darstellung entspricht jener im Routegadget. Sie ist insbesondere falsch, weil hier anstelle der Signatur fürs Sperrgebiet, diejenige von gefährlichem Gebiet verwendet wurde (unklar, ob gefährliches Gebiet Sperrgebiet ist??). Die Darstellung auf der Laufkarte sieht anders aus (vgl. Laufkarte von Steffen Hartmann). Dort wurde das richtige Flächensymbol verwendet und die Passagen zur besseren Lesbarkeit rot dargestellt. Damit erübrigt sich das "naja!" in der zweituntersten Zeile dieses Textes.
Abb.1. Verstösse bis zur ultima ratio: Sperrgebiet DM Lang und Deutschlandcup 2011 in Bad Harzburg.

In unserem nördlichen Nachbarland hat der OL einen schwereren Stand als bei uns, u.a. weil dort die rechtliche Stellung von privaten Waldbesitzern und Jagdrechtinhabern ungleich stärker ist.

 Dem entsprechend ist der Deutsche OL Verband gezwungen energischer gegen etwaige Verstösse gegen vereinbarte Sperrgebiete vorzugehen.
Das TK-OL hat beschlossen, die Regelverstöße vom Sonntag (über die bereits erfolgte Disqualifikation der entsprechenden Einzelläufer hinaus) gemäß A 3.6, Punkt 6 der Wettkampfbestimmungen zu ahnden. Die dem TK-OL durch den Ausrichter benannten Wettkämpfer, denen der Regelverstoß durch Kampfrichter nachgewiesen werden konnte, werden mit einer 6-monatigen Startsperre für Bundesveranstaltungen im Fuß-OL belegt.
Mitteillung der TK-OL vom 7.Oktober 2011

Dies nachdem es schon tags zuvor (DM Lang 2011) am gleichen Sperrgebiet zu wiederholten verstössen gekommen ist, hat der Veranstalter beschlossen, das Sperrgebiet mit Kampfrichtern zu bemannen. Trotz hinweisen auf allen Kanälen, trotz der kartografischen (naja!) sauberen Darstellung und trotz Bemannung verstiessen 4 Läufer und eine Läuferin gegen das Sperrgebiet...

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Der Tritt ins Sperrgebiet (Teil 12)

Abb.1. Ausschnitt Karte Pian Segno - ARGE ALP 2012. Illustration G.Diethelm, anonymisiert o-zeugs.
Ich selbst erwischte bei meinem Lauf am Samstag einen H-14-Läufer der St. Galler Delegation beim offensichtlichen Durchqueren eines Sperrgebietes entlang eines Bachlaufes. Nachdem ich dem fehlbaren Jungen dies von der andern Bachseite zugerufen hatte, meinte er: „Ich hans nid extra gmacht“. Im Ziel konfrontierte ich den St. Galler-Delegationsleiter mit ebendieser Tatsache und bat um eine Selbstanzeige der betreffenden Staffel. Stunden später stand die besagte H14-Staffel auf dem Podest und der Laufleiter Stefano Castelli sagte konsterniert, dass beim Gespräch mit den St.-Gallern alles abgestritten worden sei.
Gabriela Diethelm in einem Kommentar zum ARGE ALP 2012 (www.olg-chur.ch)

Kommentar
Ich selber bin vor zwei Jahren, zwei nationale OL lang im Wald gesessen und habe das Läuferverhalten im Bezug auf Sperrgebiete beobachtet. Ein Fazit dieser Beobachtungen: Die groben Verletzungen der Sperrgebiete geschehen "nid extra" durch Läufer, die nicht genau wissen, wo sie sind. Randverletzungen können dabei auch äusserst erfahrenen Läufern unterlaufen, die groben Schnitzer dagegen sind den Anfängerkategorien vorbehalten.

Offenbar ist in der vorliegenden Konstellation der St.Galler Nachwuchsläufer kein Einzelfall. So rapportiert eine zweite Läuferin, dass sie bei ihrer (natürlich korrekten) Passage des Gebiets gleich "mehrere Senioren" auf derselben Route (violett, Abb.1.) beobachten konnte.

Ich habe das früher schon angetönt, bei der Frage der Sperrgebiete gibt es auch in der Wettkampfordnung zwei Seiten. Der Läufer und der Organisator (siehe auch Auzug der Regeln). Wieder ist es so, dass letztlich der Läufer sein Verhalten selbst verantworten muss (hier nicht geschehen) und wiederum muss auch der Veranstalter sich einer gewissen Kritik stellen, da weder Bahnlegung noch weitere Massnahmen situationsgerecht angepasst wurden. Ich formuliere hier als Ausführung des WO Artikels 128.2 zwei Punkte.

  1. Bahnen sollen so angelegt sein, dass Sperrgebiete nicht tangiert werden und insbesondere eine Route durchs Sperrgebiet keinen Vorteil bringt. (Ausschluss der absichtlichen Sperrgebietsverletzung)
  2. Ist das nicht möglich oder ist das Gebiet besonders sensibel (vereinbarte Nulltoleranz), ist das Sperrgebiet mit verstärkten Massnahmen durchzusetzen (Markierung, personelle Präsenz). Dies gilt besonders in den Sektoren mit Einsteigerbahnen, wo vermehrt unabsichtliche Sperrgebietsverletzungen zu erwarten sind.
Dritter und letzter Kritikpunkt an den Veranstalter: Die Wettkampfordung ist bezüglich Sperrgebietsverletzungen klar. Ob extra oder nicht*, es gibt keinen Ermessensspielraum in Sperrgebietsfragen.

* Am diesjährigen O-Ringen: "I am sorry, I am from Belgium"

Nachtrag zum Kommentar von Anonym: Screenshots vom 9.Nationalen 2012 Wiggertal
D 18- wohl  ein klarer Veranstalterfehler, dass Laura Diener (7.) und Lisa Schubnell (8.) nicht disqualifiziert wurden.
H50- Sigi Burger und Josef Brügger sind dagegen wahrscheinlich neben der Strasse her gerannt.
... jedenfalls weisen ihre Routendarstellungen im Routegadget dahin.

o-zeugs over and out (late wc china finding)

Yes. Let the o-zeugs blog rest in peace. I´ll take it down eventually. And yes, I stumbled over the decisions of the Ethics Panel regarding ...