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Freitag, 25. Juli 2014

WOC 1981 klassische Distanz - Erinnerungen des Bahnlegers

Preface: This text is  written by Dieter Hulliger and published in the latest newsletter of the classic o challenge . The second day of this years competition will be held in the terrain Les Alpettes used for the WOC 1981 and never since (??). The arranging committee accepts late entries. Contact info@classic-o-challenge.ch

The map of the WOC 81 classic distance you get in this article

Seit der WM 81 sind 33 Jahre verstrichen, ein Drittel Jahrhundert, und seither war ich nie mehr in diesem Waldteil! Natürlich war ich gespannt, wie es dort heute aussieht. Umso überraschter war ich, dass der Wald im Teil, wo wir damals gestartet waren, noch fast gleich aussieht: offener, hochstämmiger Mischwald, der auch heute noch gut belaufbar ist. Auch scheinen die Wald- und Gemeindearbeiter hier die Wälder nicht rigoros mit Fahrstrassen zu erschliessen. Nur sehr wenige Wege wurden seither gebaut, und die meist an der Stelle der bestehenden.
Wenn ich an Les Alpettes denke, so taucht in mir immer wieder das Bild der schindelgedeckten Häuser mit den aus dem Dach auslaufenden Kaminen auf. Diese Häuser, stehen immer noch am Weg zum damaligen und auch heutigen Startort. Ebenfalls prägend war der berauschende Ausblick auf den Genfersee vom höchsten Punkt der WM-Bahn. Diesen Blick konnten die WM-Läufer aber leider nicht geniessen: dichter Nebel lag damals dort oben! Das musste auch derjenige Helfer erleben, der sich hinsichtlich dieser Aussicht freiwillig für die Bewachung der eigens für die WM eingerichteten Funk-Relaisstation zuoberst auf Les Alpettes gemeldet hat. Er hat den ganzen Tag weder den Genfersee noch einen Läufer gesehen…
Zusammen mit Roland Hirter habe ich also damals die Bahnen gelegt. Und wie es früher an Weltmeisterschaften üblich war, versuchten auch wir unsere Bahnen ziemlich gestreckt und in einem eleganten Bogen vom Start zum Ziel zu führen. Schlaufen, Achter und Aneinanderreihen von kurzen Teilstrecken lag damals absolut nicht drin! Das Grundprinzip war Routenwahl auf möglichst allen Teilstrecken, höchstens ein paar Verschiebestrecken wurden toleriert. Eigentlich beabsichtigten wir, den Start etwas weiter oben zu machen um den ganzen nordseitigen Abhang von Les Alpettes zu nutzen. Da man aber die ursprünglich vorgesehene Wiese fürs Ziel nicht benutzen konnte, musste der Start nach unten verlegt werden. Die Bahnen wären sonst viel zu lang geworden. Besonders bei der Damenbahn hatten wir Probleme mit der vorgegebenen Laufzeit. Trotz meinen damaligen Laufvermögen konnte ich damals die gewünschte Siegerzeit im Test nur knapp erreichen. Da meinte Roland Hirter trocken: Annichen Kringstad läuft das dann schon – und so war es auch! Als Bemerkung zu meinem Laufvermögen sei erwähnt; dass ich mich damals problemlos für die WM qualifiziert hätte, bei der Selektion aber erklären musste, dass ich leider nicht teilnehmen könne; ich sei nämlich Bahnleger für die WM.
Zentralort der WM war Thun. Der Einzellauf wurde in Les Alpettes ausgetragen, die Staffel in Le Cernets bei Les Verrières. Das ergab ziemliche weite Fahrten. Diejenige nach Les Alpettes geschah per Bus. In den Jura fuhr man mit Zug und Bus. Damals war üblich, dass OL am Morgen stattfanden und nicht wie heute am Nachmittag-Abend, denn Direktübertragungen im Fernsehen gab es noch nicht, die Aufnahmen wurden meistens im Studio noch aufgearbeitet. Bei diesem Anfahrtsweg mussten die Läufer ziemlich früh aus den Federn, fast so früh wie die Postenmannschaften. Und für eine von diesen wurde der Tag dann besonders lang: man hat sie schlicht und einfach im Wald vergessen! Wie sie zurückkam, weiss ich auch nicht mehr. Und wenn
wir schon beim Vergessen sind: Ein weiteres Missgeschick passierte beim Verpflegungsposten. Hier bemerkte man das Fehlen der Trinkbecher erst kurz vor dem Eintreffen der ersten Läufern! Ein in der Nähe des Postens Campierender konnte dann mit seinen Bechern aushelfen…
Geheimhaltung des WM-Geländes war damals ein Muss. So wurde der Austragungsort erst am Abend vorher bekannt gegeben. Es wussten nur sehr wenige Eingeweihte im Voraus, wo die Läufe stattfanden. Die Geheimhaltung hat man so weit getrieben, dass nicht einmal die Holzfäller im Wald informiert wurden, und prompt krachte während des Wettkampfes ein Baum in der Nähe einer erschreckten Läuferin zu Boden. Am
Tag nach dem Einzellauf fand ein Nationaler OL im selben Wald statt. Wir mussten auch diese Bahnen legen. Da gab’s im Vorfeld schon etliche Posten anzuschauen und zu markieren. Ein Glück, dass damals noch nicht so viele Bahnen gelegt werden mussten wie das heute an Nationalen OL der Fall ist.
An ein Erlebnis, das ich beim Markieren der Posten hatte, erinnere ich mich noch besonders: Unterwegs traf ich einen Bauern an, der natürlich fragte, was ich denn da mache. Ich erklärte ihm, was OL ist. Er wollte die Karte sehen und zeigte mir darauf ohne zu zögern, wo wir uns befanden, wo er wohnte und andere Details – sicher hatte er noch nie eine OL-Karte in den Fingern gehabt!
Und wie habe ich den WM-Tag damals erlebt? Ich weiss noch, dass wir am Abend vorher in Gruyères ein (oder mehrere) Raclette gegessen hatten. Am andern Morgen mussten wir, wie die Wettkämpfer auch, natürlich früh aus den Federn und die Posten setzen oder die Postenmannschaften hinführen. Ich liess es mir nicht nehmen,
einen Testlauf der Herrenbahn zu machen. An jedem Posten habe ich noch die Postenmannschaft instruiert oder nötigenfalls umplatziert, wenn sie trotz Armeeblachen von weitem sichtbar waren oder eine der roten Mützen trugen, die unsere OL-Frauen gestrickt hatten und vor und an der WM verkauften! Jedenfalls lief ich die Strecke in einer nicht allzu schlechten Zeit, aber zum Trost der damals wegen meinem Verzicht enttäuschten Trainer, Weltmeister wäre ich damit nicht geworden. Gewonnen hat der über Jahre dominierende Norweger Oyvin Thon in einer fantastischen Zeit. Ich sehe ihn noch heute, wie er nach dem Start locker und elegant den Hang hinunter kurvte, als hätte er Ski an den Füssen.
Die Siegerzeiten in Les Alpettes entsprachen ziemlich genau den Vorgaben. Dies gelang uns dann beim Staffellauf nicht. Offensichtlich waren die Bahnen in Les Verrières zu lang und schwierig, oder die Norweger hatten, einmal mehr, am Vorabend ihren WM-Sieg zu sehr gefeiert….
Dieter Hulliger

Montag, 16. September 2013

WOC 1968


The WOC 1968 took place 40km south of Linköping, Sweden. The event is well documented by one of the organizing clubs, IFK Linköping OS (Link to their website dedicated to the WOC 1968).
Here I  add the maps in higher quality.
 fig.1. Map of the Individual Orienteering World Championships 1968, 28th of sept. 1968, Mens and Womens course, route by Dieter Hulliger. 5 men and 4 women per nation. 2 minutes start interval.
fig.2. Map of the Relay at the Orienteering World Championships 1968, 29th of sept. 1968. Men and Women. The different legs where distinct. In addition the first leg was run "individual" with a 4 minutes start interval. Based on that, the second leg started with a "chasing start".


As the portraits of the Swiss Selection...
 fig.3. Annerös Lüthi, Annekäthi Grieder, Ruth Galliker, Helen Thommen

 fig.4. Karl John, Alex Schwager, Dieter Wolf (did not compete), Fritz Maurer, Max Jüni, Dieter Hulliger.

[Map: Dieter Hulliger, Additional Information: Fachschrif für Orientierungslauf, Scan: Roger]

Freitag, 13. September 2013

Mästarmöte 1975

The Swedish public service broadcaster SVT lately published parts of its archive online, also the live broadcast of the Mästarmöte 1975, an international competition near the Swedish town of Bollnäs 300km north of Stockholm.

The broadcast has many interesting aspects, such as this was one of the first attempts to send orienteering on TV.  The event organization can be described as simple and probably can be seen as the model for classic-o-challenge event. *
It is also a document in which we can actually see, how orienteering and in particular international top orienteering was these days. And we can see our icons in action and hear the reigning World Champion** Bernt Frilén talk about his race.


 Among the 18 men where the two Swiss Bernhard Marti and Dieter Hulliger. Marti can be seen in the broadcast at the start (37.30) during the race (1.21.45 and 1.39.00). Hulliger only after the finish (1.17.20) struggling to get rid of the punching card taped on his arm. The Swiss Annelies Dütsch competing in the womens race was not shown..

* Actually it is the generation of competitors of the 70-ties which stand behind the COC.
** There  was only one individual World Champion these days.

Montag, 3. September 2012

WOC 1972 - Hadlers routes to success

Abb.1: Links Åge Hadler, rechts Stig Berge, Weltmeister 1970 (Bild August Fischer, Fachschrift für Orientieren+Laufen 9/1972)

Der Norweger Åge Hadler, hat die klassische Distanz an der WM 1972 mit einer schwer erklärbaren Sonderleistung eines OL-Genies (Walter Däpp, Fachschrift für Orientieren+Laufen 9/1972) dominiert. Die etwas rudimentären Zwischenzeiten legen die Vermutung nahe, dass schlussendlich die Bewältigung des 13.Posten den Unterschied zur Konkurrenz gebildet hat (siehe auch diesen WOC 1972 - Artikel und Webroute des besagten Postens).

Als Nachtrag nun die die unterschiedlichen Routenwahlen der Hauptakteure Hadler, Berge, Frilén, sowie Hulliger, Marti und Uher, wie sie in der Fachschrift für Orientieren+Laufen 9/1972   dargestellt wurden.

Die teilweise sehr grossen Zeitverluste werden dabei nicht offensichtlich. Hulliger und Wolf hätten vor dem Posten viel Zeit verloren, was WM Delegationsleiter Ruedi Ungricht mit (falscher Graben) abschliessend erklärt. Es ist möglich, dass der entscheidende Moment weniger auf der Route als im unübersichtlichen Postenraum lag. Siehe dazu die Ausführungen von Helmut Conrad.

Montag, 9. Juli 2012

WOC 1972 - Staré Splavy (Doksy)

[Hullis WM Ordner Teil 5]
Abb.1. Logo WM 1972

Die WM 1972 wurde im Raum Staré Splavy (Doksy), ehem. Tschechoslowakei , vom 14.-16.Sept. 1972 ausgetragen. Die Disziplinen waren Einzel (klassische Distanz) und Staffel. Das war die 4.te offizielle WM.

Trainings

 Abb.2. Trainingskarte Jičín Sedmihorky [Map 20K 150dpi]

 Abb.3 Trainingskarte Jičín Kost[Map 20K 150dpi]

Einzel 14.September 1972

  • Das Einzelrennen wurde im Wald nördlich von Jetřichovice durchgeführt. 
  • Es gab keine Qualifikation. Es starteten bis 5 Teilnehmer pro Nation.

Bahnen

Abb.4. Bahn Einzelrennen Herren WM 1972, Karte MS72 závod jednotlivcu [Map 20K 150dpi]

Rennverlauf Herren

  • Alle Posten waren bemannt, so dass ein rudimentäres Zwischenzeitenprotokoll hergestellt werden konnte. Die Laufzeiten wurden auf Minuten gerundet.
Abb.5:Faksimile der Zwischenzeiten vom Einzelrennen der Herren.
  • Åge Hadler (Weltmeister 1966) entscheidet das Rennen mit einer Phantomzeit zum 13.Posten. Alle seine direkten Konkurrenten verlieren hier massiv: Stig Berge +3, Dieter Hulliger +9, Petr Uher +4, Dieter Wolf +9, Risto Nuuros +7, V.Kostalainen +9. Die davor nicht fehlerfreien Berge (Weltmeister 1970) und Frilén (Weltmeister 1974) machen hier mit guten Zeiten den Schritt aufs Podest.
  • Der entscheidende 13. Posten als Webroute. Wie würdest du laufen? (klicke auf Vollbild-Modus)
Powered by WebRoute - WorldofO.com

Resultate Einzel

Damen
1) Sarolta Monspart HUN 1.17.01
2) Pirjo Seppä FIN 1.18.35
3) Birgitta Larsson SWE 1.18.53
4) Ulla Lindkvist SWE 1.20.17
5) Ingrid Hadler NOR 1.21.00
6) Liisa Veijalainen FIN 1.22.39
...
17) Ruth Schaffner SUI 1.33.43
18) Ruth Schmid SUI 1.35.58
22) Irene Bucher SUI 1.44.27
37) Susan Harvey GBR 2.05.20
38) Christine Herzog SUI 2.06.32
Total 49, 14 Nationen

Herren
1) Åke Hadler NOR 1.35.57
2) Stig Berge NOR 1.40.52
3) Bernt Frilen SWE 1.43.55
4) Dieter Hulliger SUI 1.47.01
5) Petr Uher TCH 1.47.34
6) Dieter Wolf SUI 1.48.21
...
14) Karl John SUI 1.52.59
15) Tuomo Peltola FIN 1.53.26
16) Ola Skarholt NOR 1.54.00
17) Eystein Weltzien NOR 1.54.35
25) Bernard Marti SUI 1.59.24
26) Urs Schaffner SUI 2.00.24
Total 77, 16 Nationen
[Quelle: IOF]

Staffel 16.September 1972

  • Die Staffel wurde nördlich von Tuhaň ausgetragen
  • Bei den Herren als 4er Staffel, bei den Damen als 3er Staffel.
  • Auf der Startstrecke mussten 5 Posten in freier Reihenfolge angelaufen werden (Score-OL). Die Bahnen waren bis auf diesen Score-Teil der ersten Strecke ungegabelt. Es handelte sich um jeweils stark unterscheidende Bahnen (siehe Postennetz) 
  • Im Herrenrennen wurden die Teams von Finnland und Norwegen disqualifiziert.

Karten

 
Abb.6: Karte der Startstrecke der Herrenstaffel mit Route Dieter Hulliger WOC 1972 [Map 20K 150dpi]
  • Der Schweizer Startläufer Dieter Hulliger hat auf seiner Bahnkarte seine gelaufene Route mit Bleistift eingezeichnet, intressant zu sehen, wie man damals auf solchen Karten und solchem Gelände gelaufen ist. Zu sehen ist ein grosser Fehler zum 10 Posten.
Abb.7: Postennetz und Postenschlüssel Staffel der Herren und der Damen WOC 1972. [Map 20K 150dpi]
  • Neuere Karte: Der Südteil wurde anlässlich der StudentenWM 1982 im Massstab 15K neu aufgenommen ->czech o-maps archive

Resultate Staffel 

Damen
1) Finland 2.33.42 (Sinikka Kukkonen, Pirjo Seppä, Liisa Veijalainen)
2) Sweden 2.33.52 (Birgitta Johansson, Ulla Lindkvist, Birgitta Larsson)
3) Czechoslovakia 2.45.00 (Nada Mertova, Renata Vlachova, Anna Hanzlova)
...
5) Switzerland 3.01.00 (Ruth Schaffner, Anneliese Duetsch, Ruth Schmid)

Herren
1) Sweden 4.41.37 (Lennart Carlström, Rolf Pettersson, Arne Johansson, Bernt Frilen)
2) Switzerland 4.47.23 (Dieter Hulliger, Dieter Wolf, Bernhard Marti, Karl John)
3) Hungary 5.09.29 (Zoltan Boros, Janos Soter, Geza Vajda, Andras Hegedus)
[Quelle: IOF]

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