Montag, 18. März 2013

Mappers Blog: Aufnahme im Gelände

Als Kartierungsgrundlage verwende ich die Karte Stand zwischen 1995 und 2009 versehen  mit einem Netz zum einfachen einpassen bei der Reinzeichnung (OCAD>Karte>Gitterlinen). Für die Karte habe ich versucht der Karte einerseits Farben neu zuzuteilen, die einen grossen Kontrast zu den von mir verwendeten Stiften bilden, andererseits muss das Symbol des Objektes noch identifizierbar sein (Kuppe oder grosser Stein?; OCAD>Datei>speichern unter [hemfosa_baskarta.ocd]; OCAD>Karte>Farben).

Die Grundlage drucke ich im Massstab 1:7500 (Zielkarte 1:15000) auf Papier. Dann klebe ich dieses auf eine 2mm starke Plexiglasplatte und überziehe es mit einem selbstklebendem Zeichungsfilm (genaue Typenbezeichnung folgt, zu kaufen gibt es den bei der Materialstelle des SOLV)

Die Plexiglasplatte ist eigentlich zu dünn, insbesondere im Winter, da sie mit den Handschuhen gehalten werden muss. Die ersten Tage habe ich darum jeweils zum Schluss Schmerzen an der linken Schulter.

Feldmaterial vom ersten Tag: Proviant, Sonnenschutz, Karte 2009 1:15K, Telefon, Geld, Zeichungsgrundlage, Minenbleistifte mit Brusthalfter (eben erst den Tschechen abgeguckt), Ersazmaterial, Kompass, GPS Garmin Oregon (zu mitteln von Referenzpunkten zur Georeferenzierung der Karte), GPS Garmin Forerunner 205 (zur Aufzeichnung meiner Wege).
Detail: Brusthalfter (Prototyp)
Detail: Druckbleistifte mit Pentel und Staedler Farbminen 0.5mm (Ich arbeite primär mit rot, gelb, grün und schwarz/Bleistift.
Auf geht es. Leichte Winterschuhe (Timberland), Gamaschen (Mammut), warme Fingerhandschuhe (Black Diamond), leichte Skihosen (killy), Faserpelz (HH), Gore-Tex-Jacke (Moonstone), Sonnenbrille (Bolle), Mütze (Icebreaker) und Rucksack (Black Diamond).
Feldperspektive.
Feldaufnahme vom ersten Tag. Es ist ein Wiedereinstieg. Ich merke beim zeichnen, dass ich viel nicht eindeutig gezeichnet  habe (gezeichnet -> geändert ->geändert->unlesbar). Das wiederum wirkt sich negativ auf das flüssige Arbeiten an der Reinzeichnung aus. Mit Blick auf Jiris sauberen Zeichnungsstil nehme ich vor mich dahingehend zu verbessern (nur definitives zeichnen, bzw. Änderungen mittels Gummi und Abdeckstift direkt vor Ort klarzustellen).

Mappers Blog: Schneelage Anfang März 2013

Der Winter war auch hier in Stockholm ungewöhnlich schneereich, so dass auch weiterhin gut 20cm Schnee im Laufgebiet liegt. Weil ich nun nicht mehr länger zuwarten kann, revidiere ich nun trotz Schnee.

Die Grobrevision der Vegetationskartierung kann ich dabei gut vornehmen, die Beurteilung der Traktorschneisen und Wege (Bilder 3 und 4)  ist dagegen schwierig.

Es zeigt sich, dass die herrschenden Verhältnisse nicht übel sind, da der Schnee über Nacht immer wieder einen zumindest teilweise tragenden Deckel friert.




Donnerstag, 14. März 2013

Mappers Blog: Der Auftrag


Ende November 2012 treffe ich mich mit zwei Vertretern des Kartenzusammenschlusses SöKa (Söder Kartor) an welchem alle Vereine angeschlossen sind, die in der Region südlich von Stockholm OL-Karten besitzen. SöKa bewirtschaftet diese Karten zentral.

Ich soll im Hinblick auf zwei Wettkämpfe Ende April 2013 einen 11km2 Auschnitt der Karte Hemfosa, ein Gebiet rund 30km südlich von Stockholm, grob überarbeiten. Das ganze läuft unter dem Begriff der ytrevidering und wird mit 8-10h/km2 veranschlagt.
En modern digitaliserad karta av god kvalitet kan leva längre med enbart ytrevidering. Yttrevidering innebär att man tittar över  alla gröna ytor, lägger in nya hyggen, kontrollerar åkrar och ängar och ser över stigsystemet. Den svåraste delen i detta är att göra en jämn redovisning av de gröna ytorna. Ytrevidering kan med fördel läggas ut på duktiga orienterare som är mindre rutinerade som kartritare. Det är viktigt att vi upprätthåller en viss kartritarkompetens i klubbarna.

Dazu kommt der Auftrag, die Karte an die neue schwedische Kartennorm (plusminus die schwedische Übersetzung der ISOM2007) anzupassen und auf das geltende schwedische Koordinatensystem SWEREF99TM anzupassen.
SOFT-Kartnorm.

Dazu gibt es die lokale SöKa Interpretation der Kartennorm  mit zu berücksichtigen.
SöKa-Kartpolicy.

Da in Schweden das Gros der Aufnehmer Profis sind, habe ich im Hinblick auf diesen Auftrag bei den schwedischen Behörden (Skatteverket) eine Einzelfirma im Arbeitsbereich SNI-Kod 71129 angemeldet. Als ein in Schweden unbeschriebenes Blatt beginne ich mit einem Stundenansatz von 300 SEK /ca.43CHF. Ausgewiesene Kartografen bekommen Ansätze bis 400 SEK.

Werden in der Regel die aufgewendeten Stunden ausbezahlt, so vereinbare ich mit SöKa ausnahmsweise einen fixen Beitrag.

Im später stellt sich heraus, dass die Karte 1994 zwar nach höchstem Standard aufgenommen wurde (dazu separater Artikel), die Zeichnung mit damals OCAD 4 aber nicht moderen Standards entspricht, die Symbolsierung und Minimalabstände nicht der aktuellen Kartennorm entsprechen. Ich bekomme darum im Verlauf des Winters den Zusatz-Auftrag die Zeichnung zu bereinigen (dazu separater Artikel).

Vor Annahme eines Revisions-Auftrages das OCAD File auf die Zeichenqualität hin beurteilen. Dazu die Kartengeschichte klären (je länger die Karte nicht revidiert wurde, desto grösser der Aufwand).

Mittwoch, 13. März 2013

Mappers Blog: Intro (Nachtrag)

Jiří Daněk hat meinen o-zeugs Eintrag vom letzten Freitag gelesen und hat mir diese drei Bilder geschickt. Cool!
Abb.1. Brusthalter für Zeichenmaterial mit Nackengurt und Brustgurt.

Abb.2. Feldmaterial: Plattenkompass Silva Type 4/54, zwei verschiedene Zeichenplatten, Distanzmesser ATN Ranger Eye 800 , Höhenmesser Suunto E203 , Höhenmesser Silva Altimeter, Brusthalter mit Minenstiften und Radiergummi, Ersatzminen Pentel Color Leads 0.5mm.

Abb.3. Zeichenplatten

Dank an Jiří

Freitag, 8. März 2013

Mappers Blog 01: Intro

Für mich als Kartografen sind Bilder wie das von Ales Hejnas Kindern auf seiner Facebook-Seite oder eines von Jiří Daněks Setup auf dem Portuguese Orienteering Blog etwas spannendes, verraten sie doch einiges über die praktische Erfahrung  zweier Profis der Szene (Welche Stifte, wie aufbewahrt, was für Platten inkl. Material und Plattengrösse).

Da ich selber gerne mehr praktisches über das kartieren von OL Karten lesen möchte, habe ich mir vorgenommen selber damit anzufangen und mein erstes internationales Projekt etwas genauer zu dokumentieren. Zum Anfang aber etwas schnüsiges.

Abb.1. Kinder von Kartografen lieben Nacht-OL auf selbstgezeichneten Grundstückskarten.
Abb.2. Grundstückstkarte BV41, Scool-Sybmolsatz ergänzt mit Symbolen für Blumenbeet, Vogelhaus, Schaukel, Briefkasten und Komposthaufen.

Donnerstag, 21. Februar 2013

WOC 2013: Test LIDAR& karttapullautin

 
In Finnland, wo dieses Jahr die OL WM stattfindet, sind Laserdaten, sowie grundlegende Vektordaten frei zugänglich (Lantmäteriverket). Mit Jarrkko Ryyppös freier Software karttapullautin lässt sich so an einem Abend vor dem Computer eine ganz ordentliche Karte der Laufgebiete Mittel-Distanz, Staffel und Sprint herstellen (s.u.)... Das Gebiet der Langdistanz wurde dagegen noch nicht mit LiDar erhoben.

In Abb. 1 und 3 sind Ausschnitte die resultierenden Karten abgebildet und den entsprechenden Ausschnitten alter Karten gegenübergestellt. Richtig: Die LIDAR Karten wären recht gut, wären die flächendeckend vorhandenen alten Karten nicht noch besser für Vorbereitung geeignet.
[Ja. Der Weissblatt-Faktor einer WM ist nur noch minimal. Das ist das Resultat verschiedener Entwicklungen: Professionalisierung der AthletInnen, öffentlich zugängliche, immer detailliertere Daten, Leibnitz2000-Arenaproduktionen]
Abb.1 LIDAR/Karttapullautin Mittel/Staffel

Abb.2. Alte Karte Mittel/Staffel

 
Abb.3. LIDAR/Karrtapullautin Sprint Final

Abb.4. Alte Karte Sprint Final

Donnerstag, 14. Februar 2013

POM Monsanto Sprint - Einblick ins Kartografenhirn

Nachtrag: Um Zweideutigkeit zu verhindern. Es geht nicht darum Kollegen zu kritisieren, sondern darum zu zeigen, wie ein Kartograf versucht, die Darstellung der relevanten Information zu optimieren
Ich habe vor, etwas vom Feld der o-Politik zum o-kartieren abzudriften und beginne mit einem Einblick in ein Kartografenhirn.

Abb.1.Ausschnitt aus der Karte Monsanto Sprint, Portugal, 1:3000: Aufnahme und Zeichnung Alexandre Reis und Valdemar Sendim.

Bis zum vierten Posten bin ich OL Läufer, bevor ich auf dem virtuellen Weg zum fünften Posten plötzlich zum Kartografen werde (Darstellung der Passagen im Kastell). Dann allerdings gibt es kein halten mehr. :-)
Abb.2. Einblick ins Kartografenhirn.

Freitag, 8. Februar 2013

WOC ohne Quali (Simulation)

Nachtrag die Tabellen Damen und Herren in besserer Auflösung.
An der Generalversammlung des IOF letztes Jahr in Lausanne wurde u.a. die Zukunft der OL Weltmeisterschaften aufgegleist (IOF General Assembly 2012 Minutes). Neben der Einführung einer Mixed-Sprint-Staffel ist die Abschaffung der Qualifikationsrennen für Mittel- und Langdistanz ein zweiter Eckpfeiler der neuen WM. Fällt die Qualifikation an der WM selbst weg, so muss ein Weg gefunden werden um zu bestimmen, wer an der WM starten darf und in welcher Reihenfolge.

Heute hat der IOF Council seine Vorschlag diesbezüglich publiziert. Die Anzahl Startplätze einer Nation sollen grundsätzlich auf den Resultaten der WM der letzten zwei Vorjahres basieren (IOF Proposal Qualifikation Models). Die Startreihenfolge grundsätzlich auf dem IOF Worldranking (IOF Proposal Starting Order).

Um ein bisschen Überblick zu bekommen, habe ich zusammengestellt, wie es aussähe, wenn das vorgeschlagene Qualifikationsmodell (bzw. dessen Einführungsmodell) schon auf die diesjährige WM in Vuokatti eingeführt würde.

Herren
In der Spitzen-Gruppe mit je 3 Startern über Mittel-und Langdistanz wären: Frankreich, Norwegen, Schweden, Lettland, Tschechien, Finnland und die Ukraine. Finnland dürfte als Veranstalter sowieso mit einem ganzen Kontingent antreten.
Nicht in der ersten Gruppe ist Russland nach dem Nuller in der Staffel WOC 2012. Ebenfalls in der Gruppe 2 finden sich Litauen, Dänemark, Österreich, Estland, Grossbritanien, Italien, Ungarn, Slowakei, Polen, Bulgarien, Rumänien, Australien und Weissrussland. Sie alle würden dieses Jahr  mit zwei Athleten antreten dürfen.
Der Rest, die kleinen, hätten dann noch einen Startplatz, manchmal einen dazu, weil auch die Sieger der Regionalen Meisterschaften einen persönlichen WM-Startplatz bekommen, manchmal auch gar keinen, weil kein Läufer des Landes das Mindestmass der IOF erreicht hat  (mehr als 500 WRE Punkte). Betroffen von letzterem wären 2013 die Federationen Kenia, Montenegro, Kirgisistan und Griechenland.

Damen

Bei den Damen bilden Finnland, Schweden, Schweiz, Tschechien, Norwegen, Dänemark, Russland und Frankreich die Spitzengruppe.
In Gruppe 2 Grossbritanien, Litauen, Ukraine, Estland, Neuseeland, Australien, Lettland, Österreich, Ungarn, Spanien, Italien Kanada, China und Bulgarien.
 Der Rest sind die kleinen und Slowenien und Griechenland dürften nicht antreten.

Erste Beurteilung
Es ist schwierig die ganze Tragweite dieses Vorschlages zu ermessen, aber im Grundzug bedeuten die beiden Vorschläge des IOF Council zu Qualifikation und Startreihenfolge eine Ausweitung der WM in alle Richtungen. Die WM, bislang im Grunde genommen ein Standalone-Ding, wird allenortes angeknüpft...
  • Die WM der beiden Vorjahre, die Regionalen Meisterschaften des Vorjahres und jedes WRE (siehe Startreihenfolge) werden defacto zu einem Teil der WM. 
  • Die Nationen stehen in einer Art Sippenhaft  für die Leistung einzelner Athleten.
  • Direkte Aufstiege (beste Nation der Division) sind zufallsträchtig (siehe Tabellen oben). Sogenannte Leistungsaufstiege unwahrscheinlich (die Athleten der unterklassigen Nationen sollen in Unterzahl gegen die oberklassigen antreten).
  • Die Struktur regionaler Meisterschaften ist inhomogen (OOC = Australien vs. Neuseeland, NAOC = USA vs. Canada, EOC = Die beste Nationalmannschaft der Welt vs. alle :-), SAOC= Brasilien sucht den WM-Teilnehmer). Gewisse Federationen werden durch diese Regelung klar bevorteilt bzw. entsprechend benachteiligt.
  • Garantierte Startplätze für die kleinen gibt es leider nur zum Preis des unsäglichen 1.5 bzw. 2 min. Start-Intervalles
Man darf gespannt sein, wie sich dieses Modell durch die Runde in den Verbänden entwickelt.


Mittwoch, 23. Januar 2013

OLympics

Eva Jurenikova twittert heute einen Artikel vom letzten August in der amerikanischen Zeitschrift the Atlantic und schliesst mit der Frage: How close are we?



Der Artikel enthält abgesehen von der Aussage, dass sich für den momentan einzigen freien Platz u.a. zwei ehemals olympische Sportarten bewerben, eine Liste von olympischen Pro- und Contra-Argumenten.
  • Internationalität I: Anzahl vertretene Nationen und Kontinente in der Weltspitze (Top50)
  • Internationalität II: Ausmass des Breitensportes nach Personen, Nationen und Kontinenten
  • Anerkannter internationaler Verband
  • Integration in anderen Weltspielen
  • Demonstrationssportart
  • Aktives Lobbying des Verbandes
  • TV-Freundlichkeit
  • Bestehende Medienpräsenz
  • Familientauglichkeit
  • Zuschauersegment (z.B. Jugendliche, Frauen)
  • Image des Sportes (z.B. jung, trendig)
  • Profitträchtigkeit
  • Lobbying des Ausrichters
  • Kosten der Durchführung
  • Wertgewinn/Position/Profil im Kontext der anderen olympischen Sportarten
  • Positionierung zum olympischen Mythos (inkl. Image des olympischen Geistes)
-> s.a. Factsheet: The Programme of the Games of the Olympiad

Um auf Evas Frage zurückzukommen... ich verteile subjektiv  Punkte 10 ist jeweils das Maximum in der Frage.
  • 4 Internationalität I: Anzahl vertretene Nationen und Kontinente in der Weltspitze (Top50)
  • 1 Internationalität II: Ausmass des Breitensportes nach Personen, Nationen und Kontinenten
  • 10 Anerkannter internationaler Verband/WADA konform
  • 5 Integration in anderen Weltspielen
  • 0 Demonstrationssportart
  • 3 Aktives Lobbying des Verbandes
  • 3? TV-Freundlichkeit
  • 1 Bestehende Medienpräsenz
  • 6 Familientauglichkeit
  • 1 Zuschauersegment (z.B. Jugendliche, Frauen)
  • 2 Image des Sportes (z.B. jung, trendig)
  • 1 Profitträchtigkeit
  • 0 Lobbying des Ausrichters
  • 10 Kosten der Durchführung
  • 3 Wertgewinn/Position/Profil im Kontext der anderen olympischen Sportarten
  • 8 Positionierung zum olympischen Mythos (inkl. Image des olympischen Geistes)

Montag, 14. Januar 2013

Jerkers way to success part II

Abb.1.  OL im 21.Jh.:Turnschuhe, keine Stulpen und secklen: Jerker Lysell (WOC 2012, Lausanne; Bild: Kocbach, worldofo.com)

Det var Lundanes som stod för orienteringen. Jag har sett till att hänga med och spara så mycket krafter som möjligt till spurten, säger Lysell.
Jerker Lysell, Sieger Weltcup 3./13 NZL gegenüber orientering.se. Lysell verkörpert mit seinen Weltcup-Siegen in den Disziplinen Knock-Out, Sprint und Jagdstart-Mitteldistanz den OL Läufer des 21.Jh. bzw. den OLympischen Wunschtraum.

o-zeugs over and out (late wc china finding)

Yes. Let the o-zeugs blog rest in peace. I´ll take it down eventually. And yes, I stumbled over the decisions of the Ethics Panel regarding ...