Dienstag, 18. September 2012

World Cup 2013 - 26 Minuten Siegerzeit im Durchschnitt

Man kann sich das vor Augen führen, wie so ein Weltcup eigentlich zusammengesetzt ist. Insgesamt besteht der World Cup 2013 aus 22 Rennen, die teilweise unabhängig, teilweise auch stark abhängig sind.

 Ich sage nichts, über die Qualität der Wettkämpfe, aber je länger ich diesen Kalender betrachte, desto mehr komme ich ins Grübeln. Was sind die Massstäbe, die hier angewandt wurden? Wieso werden die Sprintdisziplinen immer noch so favorisiert? Warum wird so angestrengt versucht, die Grundqualitäten des Orientierungslaufes (unabhängiges Navigieren in der Natur) zu hintertreiben? Eben, ich komme nicht weiter. Lassen wir es.

Übersicht Weltcup 2013

OOC, Neuseeland
06.1.: Mitteldistanz
07.1.: Sprint Qualifkation
08.1.: Sprint Final
13.1.: verkürzte Mitteldistanz
13.1.: Mitteldistanz Jagdstart (mit Bonussekunden vom Vormittag)

Nordic Orienteering Tour, Norwegen-Schweden-Finnland
01.6.: Sprint Qualifikation  und  Sprint Final
02.6.: verkürzte Mitteldistanz
04.6.: verlängerter Sprint, Knockout-Sprint Halbfinal, Knockout-Sprint Final
07.6.: Sprint Qualifikation & Sprint Final
08.6.: Verkürzte Langdistanz, Jagdstart basierend auf allen vorangehenden Rennen inkl. Bonussekunden.

Weltmeisterschaften Finnland
07.7.: Verkürzte Langdistanz Qualifikation
08.7.: Sprint Qualifikation & Sprint Final
09.7.: Langdistanz Final
11.7.: Mitteldistanz Qualifikation
12.7.: Mitteldistanz Final

Weltcupfinal Schweiz
05.10: Mitteldistanz
06.10.: Sprint

Zusammensetzung

Abb.1. Disziplinen-Zusammensetzung OL Weltcup 2013. Gestrichelt umrahmte Segmente stellen 'Zuerst im Ziel'-Formate dar.

  1. Sprint 9x
  2. Mitteldistanz 5x*
  3. Knockout Sprint 2x
  4. verkürzte Mitteldistanz 2x
  5. verkürzte Langdistanz 2x*
  6. verlängerter Sprint 1x
  7. Langdistanz 1x
*jeweils 1x Jagdstart

-> Durchschnittliche Siegerzeit: 26 Minuten  entspricht der verkürzten Mitteldistanz

Sonntag, 9. September 2012

OL der Zukunft (Bildessay)

Das ist ein Bildessay zur Zukunft des Orientierungslaufes bzw dem Knockout Sprint.
Crosscountry Skiing Sprint
BMX Race
Motorcycle Speedway
Summer Biathlon Supersprint
Boardercross
Skicross
Mountain Bike Four cross
Orienteering Knockout-Sprint
Short Track Speed Skating
Downhill skateboarding
Cross Country Elimination

Freitag, 7. September 2012

NORT 2012 - Peter Ö schlidert inneren Kampf für den Knockout-Sprint

Jag tycker att knockout-sprint är en bra tävlingsform där den bästa orienteraren för dagen vinner samtidigt som publiken (framför TV:n eller på plats) får uppleva en kompakt och fartfylld tävling. Man kan tycka vad man vill om sprintorientering men jag har aldrig varit på en långdistanstävling med 10 000-tals människor i publiken som endast är där för att titta på tävlingen och inte springer själva. På sprintdistansen händer detta återkommande. Så länge inte publiken bjuder till och visar sig på långdistanstävlingar kommer sprinterna vara de tävlingarna med den bästa inramningen. Jag tycker dock att det är lite väl många traditionella sprinttävlingar i världscupprogrammet. Knockoutsprinten är NORT-tävlingarnas absolut bästa disciplin som uppfyller tourens målsättning att göra tävlingarna mer mediala. En traditionell sprinttävling med 30-45 minuters startdjup är inte alls självklart en bättre tävling i medialt syfte en en intensiv medeldistans med kompakt startdjup eller en långdistans med masstart.
Peter Öberg
Zusammenfassung: Knock-Out-Sprint mit regelmässig 300 Zuschauern ist eine gute, nein die beste mediale OL-Form, weil der traditionelle Sprint, welcher nicht unbedingt besser ist als ein intensiver Mittel oder eine Langdistanz mit Massenstart, auch ohne Zuschauer-Event immer wieder über 10000 (!) Zuschauer anzieht und damit halt den besten Rahmen hat. Wir haben etwas viele traditionelle Sprints im Weltcup.

Donnerstag, 6. September 2012

NORT 2012 - sprintlastig, teuer, defizitär, unfair, wenig Zuschauer

Es gibt dieses Jahr viel offene Kritik am Weltcup Programm und an der Nordic Orienteering Tour. Hier eine illustrierte Auswahl.

Abb.1. Anteile der Disziplinen am Gesamtweltcup 2012.
Rickard Ekman: Vad tycker du då Anders om att sex av tretton tävlingär i världscupen avgörs som sprint?
Anders Gäderud: Jag tycker att orienteringen ska tillbacks mycket mer till skogen, är min bestämde uppfattningen. Det här är en bra att profilera orienteringen att komma närmare publiken, men det far inte tur överdriftigt, vad vi är på väg att göra faktiskt.
SVT Live
My tactic was to be offensiv in the beginning and since the organisers "choose" to show the womens semifinal course on the big screen during the end of the qualification race, I (and everyone else I guess) knew almost every single control and routechoice before the start. What a mistake from the organizers...!
Tue Lassen
Abb.2. Tue Lassen am Boden.
I know I wasn't the only one having problems with the slippery surface and I don't like it when the safety of the runners are at risk just to have the perfect spot for a arena. And its not fair competition, when the conditions are that extreme, so the runners in front, fall over, and the secondary runners benefit from it...
Tue Lassen
Irgendwie konnte ich mich schon im voraus nicht richtig mit dieser Wettkampf-Form anfreunden. 8 Läuferinnen zusammen auf der gleichen Bahn ist nicht unbedingt das, was mich am OL fasziniert...
Simone Niggli
Abb.3. Die Zuschauer des Knock-Out-Sprints auf einen Blick.
But the grandeur of Holmenkollen ski arena actually served to make orienteering look like a sport that noone was interested in watching: EMPTY GRANDSTAND. So maybe a small field near some super-cool terrain could have been used instead?? I saw one dude watching the race who didn't look like an orienteer. A curious tourist. He took one photo, glanced around and then left
Helen Palmer
Abb.4. Teilnehmerkontingente am sog. Weltcup nach Nation. Big 5 (SUI, SWE, NOR, FIN, DEN) zusammengenommen
Jeg vet ikke helt hva jeg synes om Nordic Tour, et mesterskap for nasjonene med god økonomi i orientering. Ser en på påmelding er det bare 15 Nasjoner som stiller. Av disse 15 nasjoner er det 60 herrer. Av disse 60 herrer er det 18 herrer som ikke er skandinavisk (SWE, NOR, DAN, FIN).
Torben Wendler
I am not participating in the NORT, nobody from the Czech team is. We find it not worth the money.
Eva Jurenikova
Die deutschen Auswahlläufer verzichten aus finanziellen und zeitlichen Gründen auf einen Start bei der Nordic Orienteering Tour.
orientierungslauf.de
I en telefonsamtale OPN.no har hatt med generalsekretær Bjørnar Valstad er han åpen, ærlig og tydelig på at Nordic Tour ikke er noen god geskjeft i økonomisk forstand. OPN.no får vite at Norges Orienteringsforbunds andel av Nordic Tour sitt underskudd vil beløpe seg til omtrent 250.000,- kroner, bare i år.
OPN.no

Dienstag, 4. September 2012

Zeichnen mit OCAD 10

Als Zusatz zum Artikel zum Zeichnen einer Sprintkarte veröffentliche ich hier noch mein Merkblatt 'Zeichnen mit OCAD 10'. Ergänzungsvorschläge/Änderungsvorschläge sind willkommen.

Montag, 3. September 2012

WOC 1972 - Hadlers routes to success

Abb.1: Links Åge Hadler, rechts Stig Berge, Weltmeister 1970 (Bild August Fischer, Fachschrift für Orientieren+Laufen 9/1972)

Der Norweger Åge Hadler, hat die klassische Distanz an der WM 1972 mit einer schwer erklärbaren Sonderleistung eines OL-Genies (Walter Däpp, Fachschrift für Orientieren+Laufen 9/1972) dominiert. Die etwas rudimentären Zwischenzeiten legen die Vermutung nahe, dass schlussendlich die Bewältigung des 13.Posten den Unterschied zur Konkurrenz gebildet hat (siehe auch diesen WOC 1972 - Artikel und Webroute des besagten Postens).

Als Nachtrag nun die die unterschiedlichen Routenwahlen der Hauptakteure Hadler, Berge, Frilén, sowie Hulliger, Marti und Uher, wie sie in der Fachschrift für Orientieren+Laufen 9/1972   dargestellt wurden.

Die teilweise sehr grossen Zeitverluste werden dabei nicht offensichtlich. Hulliger und Wolf hätten vor dem Posten viel Zeit verloren, was WM Delegationsleiter Ruedi Ungricht mit (falscher Graben) abschliessend erklärt. Es ist möglich, dass der entscheidende Moment weniger auf der Route als im unübersichtlichen Postenraum lag. Siehe dazu die Ausführungen von Helmut Conrad.

Dienstag, 28. August 2012

Finde 50 Unterschiede - Vom Entwurf zur Endform einer Sprintkarte

Im letzten Winter habe ich für das Schweizer Nationalkader eine Sprint-Karte des Gebietes der ETH Hönggerberg 'Science City' oberhalb Zürich aufgenommen. Das Gebiet ist vom Charakter her vergleichbar mit dem Gelände der Qualifikation im Sprint an den Weltmeisterschaften 2012 (EPFL Lausanne).

Ich habe mir gedacht, wenn die Karte zur WM Vorbereitung dienen soll, so soll die Kartierung auch einigermassen dem zu erwartenden entsprechen. So wollte ich die kartografischen Aspekte soweit wie möglich ausreizen und dazu konnte ich mit Thomas Gloor, Mitglied der  SOLV Kommission OL Karten, Mitglied der IOF Map Commission, Kartenkonsulent  mehrerer Weltmeisterschaften und Geschäftleiter OCAD einen sehr erfahrenen Kartenkonsulenten ins Boot holen. In diesem Artikel gebe ich wieder, was ich dabei so gelernt habe.

Ich habe mir gedacht, ich gebe hier die Karte ausschnittweise wieder und zwar zum Vergleich jeweils den ersten Entwurf und die Schlussfassung. Zuvor ein paar grundsätzliche Tips die speziell für das zeichnen von Sprintkarten gelten.

Grundsätzliches

  • Setze dich mit der Kartennorm ISSOM2007 auseinander
  • Setze dich vor allem mit den Zeichnungswerkzeugen von OCAD auseinander. Gerade für Sprintkarten mit vielen rechten Winkeln und parallelen Linien, sowie Linien, die von gerade und rechtwinklig in geschwungene Linien übergehen gibt es massgeschneiderte Werkzeuge. Dazu gibt es flankierende Tastenbefehle für das Fortsetzen einer Linie, Verfolgen einer anderen Linie und das Fortsetzen einer bestehenden Linie geradeaus oder im rechten Winkel zu dieser etc.
  • Zeichne von Anfang an sorgfälltig. Füge zusammenhängende Linien zusammen, fülle Flächen sauber aus. Lege übereinanderliegende Linien mittels 'verfolgen' übereinander. Arbeite, wenn nötig mit Hilfslinien.
  • Fordere deinen Kartenkonsulenten. Nutze seine Erfahrung.
  • Berücksichtige die Dimension der Objekte! Wenn zum Beispiel eine unpassierbare Mauer in einen kleinen Absatz übergeht, setze die Randlinie fort. Du vermeidest dabei kleinste Ecken, die die Karte unruhig machen. Dasselbe gilt für den Anschluss eines Weges an eine Treppe.
  • Ausnahmen bilden der Übergang von Zaun zu Randstein und von Mauer zu Brücke. Dort solltest du den Wechsel mit einer Lücke betonen.
  • Höhekurven auf Wegen und Strassen sind gerade. Bei Treppen werden Höhenkurven unterbrochen.
  • Höhenkurven in Gebäuden werden so gezeichnet, dass sie das Verständnis der generellen Geländeform unterstützen.

Kachelweise Gegenüberstellung

Kachel 1: Enwurf und Verbesserungsvorschläge

  • Treppenwangen werden mit der Signatur Begrenzungslinie Gebäude gezeichnet.
  • Dasselbe betrifft die nicht passierbare Seite von Fahrrad-Unterständen
  • Versuche lose Baumgruppen zu generalisieren
  • Grosse Baustellen werden nicht mit der Signatur Vorübergehend gesperrtes Gebiet, sondern als Sperrgebiet gezeichnet. Dies mit demVorteil, dass  dahinter noch weitere Informationen dargestellt werden können.
  • Der Rand der Kartierung ist sinnvoll zu wählen.

Kachel 1: Endversion

Kachel 2: Entwurf und Verbesserungsvorschläge


  • Nur grosse, markante Bäume erhalten die Signatur Grosser Einzelbaum.

Kachel 2: Endversion

Kachel 3: Entwurf und Verbesserungsvorschläge

  • Die Darstellungsmöglichkeit von überlagerten Laufebenen ist beschränkt. (Hier das unterirdische Garagensystem weglassen)
  • Einzelbäume die aus einer Dickung herausragen werden dargestellt. In einer Zwischenversion wurden die kleinen Bäume im 1er Dickicht mit einem weissen Rand freigestellt. Die wurde in der Endversion rückgänig gemacht.
  • Lege nahe beieinanderliegende Linien entweder zusammen oder dann weiter auseinander. (Siehe die Gebäude oben rechts)

Kachel 3: Endversion

Kachel 4: Entwurf und Verbesserungsvorschläge

  • Die entscheidenden Durchgänge müssen betont klar dargestellt werden. Kartenaufnahme und Bahnlegung müssen hier zusammenarbeiten. Evtl. ist eine Detailinformation vor dem Lauf ins Auge zu fassen.
  • Die weissen 'Flärren' zur Darstellung der Bodenfläche von Einzelbäumen (Variante WOC 2006) werden nicht verwendet/empfohlen
  • Die Umsetzung der Signatur für Unterführung oder Tunnel in OCAD ist nicht absolut zufriedenstellend. Alternativ dazu können die einzelnen Punkte selber gesetzt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Ecken der Unterführung mit einem Punkt gezeichnet werden.
  • Die Signatur für einen Durchgang (unten links) ist etwas klobig und kann fallweise weggelassen werden. 

Kachel 4: Endversion

Kachel 5: Entwurf und Verbesserungsvorschläge

  • Signatur Grenz-oder Gedenkstein freistellen (Treppe mitte oben)
  • Treppen bestehen im Minimum aus drei Stufenstrichen (Absätze rechts oben).
  • Übergänge von Befestigte Fläche zu Wiese vorzugsweise mit Randlinie (Mitte unten)
  • Die Signatur wurde für das Labyrinth rechts angepasst.
  • Die undeutliche Vegetationsgrenze wird entsprechend ihrer Definition ISSOM2007 nicht zu Charakterisierung der Abgrenzung zwischen offenem und bewaldetem Gebiet verwendet.
  • Auf die Liniensignatur sehr starke Behinderung soll aufgrund der der optischen Nähe zur Liniensignatur unpassierbare Vegetation verzichtet werden.

Kachel 5: Endversion


Kachel 6: Entwurf und Verbesserungsvorschläge

  • Zwar wurde in einem Entwurf der ISSOM diskutiert, für eine Mauerstufe (begehbares Gebäudedach in Bildmitte) eine separate Signatur einzuführen. Darauf wurde aber verzichtet. 

Kachel 6: Endversion

Oops, ein Fehler! :-P

Kachel 7: Entwurf und Verbesserungsvorschläge

  • Grosse Oliv-Flächen sind,wenn möglich, zu vermeiden. Stattdessen  sind z.B. nicht zugängliche Gebiete zumindest mit einem einen generalisierten Informationsgehalt auszustatten.

Kachel 7: Endversion

 

Mittwoch, 22. August 2012

WOC 95 Classic Final auf WinSplits

Abb.1. Screenshot WOC 95 Classic Final auf WinSplitsPro

Im Zuge des Ausbaues der Gruppenbildungsanalyse Packfigures an OL Weltmeisterschaften ist es mir gelungen, die Zwischenzeiten des WM Finals 1995 über die klassische Distanz aus dem Archiv des Webmasters  der Veranstaltung (Hans Breckle) auferstehen zu lassen. Ab heute sind diese Zwischenzeiten auf WinSplits verfügbar.
Viel Spass beim analysieren!

Modus WOC 1995 

Ein Aperçu am Rande: 1995 war es so, dass die WM-Teilnehmer des Gastgeberlandes für den Final eine Wildcard bekamen, wenn sie sich nicht auf direktem Weg für den Final qualifizierten. So erklären sich die ungeraden Starterzahlen bei den Herren (62, inkl. T.Pompe und M.Thierolf), wie bei den Damen (61 inkl. A.Xylander).


Sonntag, 19. August 2012

Langes Vorladen mit Matthias Merz

Matthias Merz Beschreibung seines WM Laufes über die Langdistanz 2012 ist aus der Perspektive von Timing und Flow des Kartelesens interessant.

Schlüsselszenen

Merz beschreibt in erster Linie die Entstehung seiner Fehler und Zeitverluste und alle hängen gewisserweise mit dem prospektiven Lesen zusammen.

In der Anfangsphase verliert er einmal ganz (Posten 1) und einmal fast den Bodenkontakt (Posten 6), weil er vorlädt (Overreading; s.a. hier und hier). Der Zeitverlust beim ersten Fehler beträgt insgesamt wohl 55 sekunden, nimmt man die Unsicherheit zum 2 Posten als Folgefehler (gestörte Vorbereitung) dazu. Der zweite Fehler ist dagegen mit 13 Sekunden relativ klein.

Dann im Mittelteil folgt eine kleine Fehlerkaskade:
Beim kurzen Verschieber zu Posten 11 kam ich etwas weit rechts, sah dann aber die Kamera. Dort entschied ich mich kurzerhand, die vorbereitete Route links über den Weg nicht zu laufen und stattdessen alles quer zu gehen. Ein schlechter Entscheid. Ich setzte die Route nicht optimal um und verlor wertvolle Sekunden. Dazu kam, dass ich die Teilstrecke zu 14 nicht vorbereiten konnte und deshalb zu 13 schon Zeit investieren musste. Auch zu 14 änderte ich meine Meinung. Schon viel früher im Wettkampf hatte ich diese Teilstrecke kurz angeschaut und mich für den Weg östlich des Striches entschieden. Beim Posten hatte ich dann aber nicht den Mut dazu und wollte näher an der direkten Linie bleiben. Schlecht umgesetzt wurde der Weg dann doch etwas länger.
Hier sammeln sich die Zeitverluste. Posten 11: 8s, 12: 20s, 13: 20s, 14: 53s. (Gemäss Analyse der GPS Daten durch Jan Kocbach aka worldofo.com). Schön zu sehen, wie Merz nach einem an sich unnötigen Abreisser bei Posten 11 in einen Rückstand gerät, der sich bis zum 14 Posten negativ auswirkt.

Ebenfalls wird schön lesbar, dass Merz sehr weit vorausliest, Routen erwägt und wiedererwägt und dass er auch seine Meinung ändert.

Kleiner Exkurs

In einer Untersuchung mit AMRD, die ich letztes Jahr mit dem Schweizer Nationalkader gemacht habe, hat sich  das aus Merz Lesestil resultierende Kartenlese-Muster aufgezeichnet. Es ist geprägt, durch die langen Kartenkontakte des Vorladens (hier rot).

Abb.1. Ausschnitt Testlauf Lang WOC 11, Kartenkontakte Matthias Merz (grün=kurz, rot=10 S und länger). Es ist schön zu sehen, wie Matthias, sobald er den Weg am unteren Kartenrand erreicht hat, intensiv vorlädt.

Vergleicht man ihn mit z.B. 'Sprinter' Daniel Hubmann (Abb.2.), der dagegen ausgesprochen wenig/kurz liesst, so kommen grosse Unterschiede zutage. Anlässlich des  erwähnten WOC11-Testlaufs oberhalb Annecy kommen so auf eine Laufzeit von etwas über 95 Minuten 59 Minuten Karte lesen für Merz und nur 27 für Hubmann zusammen. Dabei machen allein die unterschiedlichen Anteile der Kartenkontakte über zehn Sekunden Dauer den Unterschied (Hubmann total 5.5 Minuten, Merz total 39 Minuten). Die Charakteristik bezüglich den kurzen Kontakten ist für beide Athleten sehr ähnlich.


,
Abb.2. Ausschnitt Testlauf Lang WOC 11, Kartenkontakte Daniel Hubmann (grün=kurz, rot=10 S und länger)

Man sieht, dass Merz praktisch jede Gelegenheit zum ungestörten Kartenkontakt wahrnimmt, während Hubmanns Lesestil geradezu minimalistisch erscheint. Matthias ist dabei bekanntlich nicht langsamer.

Vorladen als Fehlerquelle

Aus den Situationen, die Matthias beschreibt, können wir ein paar Weisheiten ziehen:
  • Ein Vorladen 'soweit wie möglich' birgt die Gefahr des overreading. Lösungsansätze sind:
    • Eine klare Ausstiegsbedingung zu Beginn des Vorladens (z.B. bis kurz vor der Kreuzung)
    • Stückweises Vorrauslesen das immer wieder durch einen 'Bodenkontakt' unterbrochen wird
    • Eine Begrenzung des Vorladeraums (z.B. auf drei Posten).
  • Besonders das allzuweite vorladen in der frühen Rennphase ist kritisch zu sehen. Läuft man doch dabei Gefahr Routenwahlen zu fällen, welche der späteren Situation (z.B. nach einer Adaptation an Karte und Gelände) nicht entsprechen.
  • Dagegen sollen Routenwahlentscheide zeitnah zur Umsetzung gefällt und i.R. nicht mehr umgelegt werden.
oder um es mit Marc Lauenstein zu sagen:
Je weniger ich vorrauslese, desto weniger Fehler mache ich.
Marc Lauenstein (mündl.)

Dienstag, 14. August 2012

Wenn OL olympisch würde?


Der Eintrag wurde angepasst. (Streichung der Budgetvergleiche Dt., Aut & CH)
Die Schweiz ist die stärkste OL Nation der Welt. Dafür gibt es eine Vielzahl Gründe. Einer davon ist die Ausrichtung der staatlichen Sportförderung.
Auch Athleten aus Randsportarten können in der Schweiz an die Weltspitze gelangen. Sie haben die genau gleichen Möglichkeiten wie Athleten aus grossen Sportarten, wenn sie die Leistungskriterien von Swiss Olympic erfüllen. Dann profitieren sie im Rahmen der Leistungskooperation und der Leistungsvereinbarung, die das Baspo mit Swiss Olympic hat, von den Fördermöglichkeiten.
 Kurt Henauer Sprecher des Bundesamts für Sport gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet

Würde OL olympisch, so änderte sich in der Schweiz bezüglich staatlicher Förderung praktisch nichts, während OL in anderen Ländern auf einen Schlag Zugang zu den grossen staatlichen, olympiagerichteten Sportförderbudgets hätte (GBR 500 Mio. p.a., GER 200 Mio. p.a. siehe zitierten Artikel)

Montag, 13. August 2012

Nordberg 'sperrt' sich selbst

Til info kan jeg si at jeg i løpet av de siste 10 månedene før terrenget ble sperret (september 2011) løp 40 ganger i sperret område, ca 5 av dem med kart - i tillegg noen skiturer. Siden dette er mitt syvende år i området så regner jeg med minst ett par hundre økter på beina i sperret område.
Anders Nordberg schreibt darüber, dass er seinen Verband, wie den Senior Advisor der NORT 2012 überzeugen musste, ihn für die Wettkämpfe rund um den Holmenkollen zu sperren. [Gesperrt wurde er nicht, aber er läuft nicht]

o-zeugs over and out (late wc china finding)

Yes. Let the o-zeugs blog rest in peace. I´ll take it down eventually. And yes, I stumbled over the decisions of the Ethics Panel regarding ...