Donnerstag, 14. Oktober 2010

Automatische Erkennung von Kartenkontakten V: Häufigkeit und Dauer von Kartenkontakten

Gesamtstatistik
In diesem Teil geht es weniger darum, Kartelesemuster aus einer Gesamtsicht zu bewerten, als vielmehr einmal das Ausmass des Kartelesens in einem normalen OL Wettkampf darzustellen. Unabhängig vom Umfang bleiben die Fragen des Timings, der Effizienz und dem 'Zeitverlust durch Kartelesen' vorerst offen. Also: Ich habe heute ein kleines Script geschrieben, um die mittels AMRD erhobenen Kartelesewinkel auszuwerten. Hier ein paar Resultate.

Test II Höhronen (kurze Langdistanz)
  • M.Lerjen H 35-(L1)
  • Laufzeit: 1:04:45
  • Anzahl Kartenkontakte: 231
  • Kartenlesezeit: 00:24:42 (38% der Laufzeit)


Abb.1. Dauer, Häufigkeit und kumulierte Kartenlesezeit von Kartenkontakten am Nationalen OL 3.10.2010 Höhronen erfasst mittels AMRD für den Läufer L1

  • 50% aller Kontakte 1-3 Sekunden (112, Checks, Totalzeit 00:03:20)
  • 40% aller Kontakte 4-10 Sekunden (91, Detail Entwicklung, Totalzeit 00:08:40)
  • 10% aller Kontakte 12-73 Sekunden (27, Routenplanung, Totalzeit 00:12:42)

Vergleich mit M.Eglin am selben Wettkampf
  • M.Eglin H 35- (L2)
  • Laufzeit: 1:02:46
  • Anzahl Kartenkontakte: 226
  • Kartenlesezeit: 00:19:41 (31% der Laufzeit)


Abb.2. Vergleich Dauer, Häufigkeit und kumulierte Kartenlesezeit von Kartenkontakten der Läufer L2 und L1 am Nationalen OL 3.10.2010 Höhronen erfasst mittels AMRD

  • 53% aller Kontakte 1-3 Sekunden (120, Checks, Totalzeit 00:03:15)
  • 34% aller Kontakte 4-10 Sekunden (79, Detail Entwicklung, Totalzeit 00:07:24)
  • 13% aller Kontakte 11-73 Sekunden (27, Routenplanung, Totalzeit 00:08:52)
Interpretation
Es fällt auf, dass L1 im Gegensatz zu L2 mehr sehr lange Kartenkontakte hat (L2 hat 3 Kontakte länger als 25S, L1 hat 9). Die Kartenkontakte über 10 Sekunden werden hier der Routenplanung zugeordnet. Es scheint, L1 habe an diesem Wettkampf merklich mehr Zeit in die Routenplanung investiert als L2. Siehe dazu Abbildung 3.


Abb.3. Vergleich der Verteilung der Lesezeiten von zwei verschiedenen OL Läufern auf derselben Bahn aufgezeichnet via AMRD.

L1 und L2 verfolgen unterschliedliche Strategien. In den ersten 20 Minuten liest L1 gut 4 Minuten mehr als L2. Danach etwa gleich viel. L2 liest über den ganzen Rennverlauf konstant viel (mit Aussnahme des Fehlers nach 30'). L1 liest  in der ersten halben Stunde markant mehr als danach (mit Ausnahme der 2 Fehlers ganz am Ende).

Weitere Analysen folgen.

Kommentare:

Mikee hat gesagt…

Cool!

Christophe GOUTAUDIER hat gesagt…

Your analyse is very interesting and I wonder if some of the best orienteers in the world have tested the AMRD ?
Have you got an idea about time spent for map reading for them ?

thanks

best regards

M.Lerjen hat gesagt…

Looking at the entire series of articles I wrote about AMRD http://o-zeugs.blogspot.ch/search/label/Automated%20Map%20Reading%20Detection most of the samples are taken from a training camp with the Swiss National Team in Spring 2011. The result is a big variety of map reading patterns. Overall map reading time differs broadly (note: hand-by is also interpreted as MR).

A test with national team runner Angela Wild http://o-zeugs.blogspot.ch/2011/05/amrd-kartentechnik-im-sprint-ein.html suggest that Top Runners are more effective than normal runners while working with short map contacts (->We use to make them to short in regard to our skills). Finding focus on the map and excerpting the the relevant information fast is a excellent base for a flowing orienteering.

On the other hand it might be wrong to make the short contacts the main characteristics of good orienteering. I did not research this properly but a factor of "Finding focus" might also be the ability to get a big picture first and quickly.

I still think there would be a lot of potential to reflect map reading habits and its relation to flow, timing and making mistakes...