Samstag, 27. Juni 2009

Doper Kohl erzählt


27. Juni 2009
«Und man hat bald die erste Spritze in der Hand»
Bernhard Kohl und seine Version des Doping-Zwangs im Radsport

Bernhard Kohl gilt als einer der wenigen überführten Sportler, die offen über die Doping-Praxis sprechen. Die Botschaft des gesperrten und am 25. Mai offiziell zurückgetretenen österreichischen Radprofessionals ist klar: Ohne Doping geht es kaum. Benjamin Steffen hat Kohl in Wien getroffen.

Wir sprachen am zweiten Ruhetag der Tour de France 2008 miteinander. Sie waren umschwärmt, Sie erzählten, wie Sie im Vorfeld 4500 Euro investiert hätten, um alle Bergetappen der Tour abzufahren . . .
Bernhard Kohl:. . . das sind Grundvoraussetzungen!
Klar. Aber jeder fragte: «Herr Kohl, sind Sie sauber?» Und Sie beteuerten stets: «Ja, klar.»
Du führst ein Doppelleben – und wenn du das erste Mal Doping nimmst, beginnst du damit. Du weisst, dass viel mehr dopen, aber keiner gibt es zu. Das Problem für die Sportler ist, dass Doping in den letzten Jahren zu einem viel grösseren Thema geworden ist. Wie sonst soll der Sportler reagieren, als immer nur zu sagen, er sei sauber; als alles immer vehementer abzustreiten. Obwohl er weiss: «Ich bin nicht sauber.»
Das war für Sie kein Problem – so zu sprechen?
Man lernt das und hat zwei Personen in sich. Die eine weiss: «So läuft es.» Die andere steht in den Medien und redet völlig anders. Sie muss überzeugend wirken, um authentisch zu sein.
Gerolsteiner, Ihre Equipe 2007 und 2008, galt als Vorkämpferin der Sauberkeit, was an den Anti-Doping-Botschaften des Leiters Hans-Michael Holczer lag. Nach Ihrem dritten Schlussrang wurden Sie als Hoffnung gepriesen, weil Sie aus einem vermeintlich sauberen Team kamen.
Die Medien sagten, es gebe die Alten – und es gebe die Jungen, und die stünden für sauberen Sport. Das wurde uns in den Mund gelegt, von Medien und Teams. Ich als junger Athlet musste das in der Öffentlichkeit vertreten, weil ich das vorgelebt bekam. Hätte ich sagen sollen: «Ich dope aber eigentlich»? Das geht doch nicht. Dazu hat der Sportler zwei Personen.

200 Kontrollen, einmal positiv

Vor der Festina-Affäre 1998 ahnten Aussenstehende nichts vom flächendeckenden Doping, vor 2006 nichts von der Blutdoping-Kundenkartei von Eufemiano Fuentes. Was ahnt man heute nicht?
Man braucht nur die Durchschnittsgeschwindigkeiten von Rundfahrten anzuschauen. Diese Rennen waren immer mit Doping verbunden, das sind Tatsachen – und heuer soll es plötzlich sauber sein? Man muss nur logisch denken. Ein paar Fahrer, die sauber sind, wird es geben, mag schon sein – aber es sind wohl nicht sehr viele.
Mitunter werden die hohen Tempi mit anderen Taktiken als früher erklärt.
Wer selber drinsteckt, versucht Antworten zu finden. Es gibt nur eine logische Erklärung, aber keiner will es wahrhaben. Sportler nicht, Medien nicht, die Öffentlichkeit nicht.
Was ist logisch daran, dass Sie in rund 200 Dopingkontrollen nur einmal positiv getestet wurden?
Rund 100-mal hätte ich positiv sein müssen. Aber es gibt immer Sachen, die nicht nachweisbar sind, Wachstumshormone, Eigenblutdoping. Das wissen auch die Anti-Doping-Agenturen. Aber wenn sie in Gesprächen mit mir hören, wie es abläuft, sind sogar diese Leute geschockt.
Vom EPO-Mittel Cera meinten Sie aber auch, es sei nicht nachweisbar – bis Sie erwischt wurden.
Richtig. Im Oktober 2007 kam mir Cera zu Ohren. In Sportlerkreisen meinte man, es sei nicht nachweisbar. Und wer eine Chance haben wollte mitzuhalten, brauchte Cera.
Nach der ersten Cera-Überführung Riccardo Riccos an der Tour de France 2008 erzählte Ihr Team-Chef Holczer, ein paar Fahrer hätten gejubelt – denn nun werde eine Lawine ausgelöst. Spielten Sie die Show mit und jubelten ebenfalls?
Ich sass vorn im Bus; keiner konnte sehen, wie ich reagierte. Ich dachte, Ricco habe einen Fehler gemacht und Cera zeitlich zu nahe am Tour-Start genommen – und ich hätte Glück gehabt.
Wissen Sie von anderen Fahrern konkret, dass sie dopen? Sehen Sie es ihnen an? Oder ahnen Sie nur, dass es alle machen, weil es ohne nicht geht?
Man hat die guten Freunde im Feld, von denen man weiss, was sie machen – und diese haben wieder andere Freunde. Der Kreis von Fahrern, über die man Bescheid weiss, ist relativ gross. Und an der Tour sieht man am Berg beispielsweise am Tritt, wer was gemacht hat. Man kennt die Fahrer schon lange, man weiss, wie der Stil ist, wenn der Fahrer gut oder schlecht drauf ist; man weiss, wie er wann blickt. Man schaut sich gegenseitig an und weiss: «Okay, du machst wohl das Gleiche wie ich.» Dieses Gespür bekommt, wer selber weiss, wie man gedopt fährt und wie ungedopt – wie man am Tag nach einer Bluttransfusion fährt.
Von Ihnen ist bekannt, dass Sie schon 2001, als 19-Jähriger, mit Doping begannen. Wie kam das?
Ich ging zur Bundeswehr, zur Sportförderung. Da wohnte ich mit anderen Sportlern aus anderen Sportarten zusammen, die älter waren. Wenn man Freundschaften aufbaut, wird man eingeweiht, und so steht man schon sehr früh vor der Kreuzung, ob man Profi werden und seinen Traum weiterleben will – oder es gleich sein lassen will. Wenn man mit 19 erfährt, wie gedopt wird, kann man sich ja ausrechnen, wie es als Profi sein muss.
Das ist also kein Tabu in diesem Umfeld?
Nein. Und man will natürlich immer die besten Mittel haben und wissen, wie's läuft. Und so bekommt man rasch vieles mit, und man hat bald die erste Spritze in der Hand. Und man setzt sie.
Das war für Sie kein Problem?
Die erste Spritze war Horror. Nicht unbedingt wegen des Dopings, sondern wegen der Spritze – wenn man sich noch nie zuvor eine Spritze selber gesetzt hat. Ich legte sie mehrmals weg, nahm sie wieder, setzte erneut an, auf die Bauchfalte. Bis ich hineinstach, verging eine gute Stunde.
Was war es?
Wachstumshormone.
Sahen Sie Doping nie als gesundheitliche Gefahr?
Leider nicht. Ich wurde nie aufgeklärt über mögliche Folgen. Man bekommt vieles mit, denkt aber, Zeitungen schreiben irgendwas. Wenn mich ein Arzt fragte, ob ich Doping verwende, sagte ich «Nein». Wieso hätte er mich also aufklären sollen?
Wussten Ihre Trainer Bescheid?
Nein. Andere Athleten wussten es. Oder eben Hintermänner. Oder Stefan Matschiner.
Aber Matschiner, Ihr Manager und Doping-Experte, betreute Sie nicht von Anfang an.
Nein, Matschiner war für den Bereich verantwortlich, wo Potenzial vorhanden war. Als ich 2005 bei T-Mobile Profi wurde, wusste ich, «okay, nun muss ich auch das Doping professionalisieren, denn die Kontrollen werden besser, die Wettkämpfe wichtiger». Aus Sportlerkreisen wurde mir der Name von Matschiner genannt, ich rief ihn an, und zwei Tage später hatten wir das erste Treffen. Er fragte mich nach meinem Rennplan, wie viel Doping ich schon verwendet hatte, und er sagte: «Hey, da gibt's noch Potenzial.»

Steigerungspotenzial, um zu dopen?
Genau – sofern das Doping richtig angewendet wird. Nach zwei Stunden Gespräch hielt ich das erste Säckchen EPO, Wachstumshormone und Testosteron in den Händen. Und einen ersten Dopingplan. Von da an war es systematisch.
Aus Ihren Worten ist zu entnehmen, dass Sie bei T-Mobile nichts von organisiertem Doping merkten. Wussten Sie einfach: Ich bin neu, ich will mithalten, aber ich muss es von aussen holen?
Ja. Doch nachdem ich 2006, im zweiten Jahr, Dritter geworden war im Dauphiné Libéré, bekam ich einen Anruf von dem T-Mobile-Arzt Lothar Heinrich. Er sagte, wir müssten uns unbedingt in Freiburg treffen, um alles weitere zu besprechen. Mir war klar, worum es gehen würde, nur hatte ich schon bei Gerolsteiner unterschrieben, das Gespräch war hinfällig. Bei T-Mobile war ich Helfer, bei Gerolsteiner konnte ich als Captain fahren. Ich wollte meine Grenzen ausloten. Und das machte ich ja auch ganz erfolgreich. Nur der Abgang war ein bisschen holprig.
Vor dem Wechsel zu T-Mobile waren Sie bei Rabobank. Diese Equipe ist auch nicht unumstritten.
Ich war ja nur in der Nachwuchsmannschaft. Da spielte Doping keine Rolle, soweit ich es mitbekam. Das war meine sauberste Zeit. Ich bekam vorgelebt, dass es ohne Doping gehen muss.
Vorgelebt?
Für Betreuer waren nicht einmal Koffein und Tabletten ein Thema, was bei mir normal war.
2007 beendeten Sie die Tour de France im 31. Rang, 2008 als Dritter. Wie sehr sind die Fortschritte mit Doping zu erklären?
Es gibt so viele Bausteine – wenn nur ein Baustein falsch gesetzt ist, hast du keinen Erfolg an der Tour. Man muss gut trainieren, sich gut ernähren, genug schlafen. Und ein Punkt ist Doping.
Hatten Sie 2007 dasselbe Dopingpaket wie 2008?
Nein. 2007 war mein erstes Jahr als Captain, alles war neu, die Vorbereitung, die Dopingpräparation – und die Frage, wie ich auch während der Tour dopen kann. Die Erfahrungswerte setzte ich relativ schnell um. 2008 Dritter zu werden, war über den Erwartungen.
Betrieben Sie auch schon 2007 Eigenblutdoping während der Tour?
Nein, damals nur im Vorfeld.
Dachten Sie 2007, Sie benötigten es nicht?
Nein, die Möglichkeiten waren noch nicht vorhanden. Ich musste zuerst einmal schauen, wie das abläuft, damit ich für 2008 Bescheid wusste.
Täglich «schlimme Momente»

Warum löste so etwas wie der Fuentes-Skandal 2006 bei den Fahrern nicht ein Umdenken aus?
Welche Fahrer mussten büssen? Nicht viele, höchstens Ivan Basso und Jan Ullrich. Für kurze Zeit war es durchaus ein Schock, in Wien, bei Humanplasma, wurde alles vernichtet. Unser Gedanke war: je grösser das System, desto gefährlicher. Daher beschlossen Matschiner, wenige andere Athleten und ich, im kleinen Kreis zu arbeiten, und kauften eine eigene Blutzentrifuge.
Denken die Fahrer nicht um, weil sie ahnen, es gebe noch manchen Blutdoping-Arzt wie Fuentes?
Jeder Sportler wäre froh, wenn er keine Dopingmittel mehr verwenden müsste. Wenn alles nachweisbar wäre – das wäre super. Das sportliche Ergebnis wäre fast dasselbe.

Wäre das Profileben angenehmer ohne Doping?
Viel angenehmer. Wie viel Zeit ich für das Thema verwendete, wie oft ich mir überlegen musste, wie ich negativ sein kann in Tests – das sind schlimme Momente, aber sie gehören dazu.
Wie oft kommen solche Momente vor?
Täglich. Das Doping muss zu deinem Körper passen. Keiner kann dir die Zauberformel sagen, du musst für dich selber das perfekte Doping herausfinden. Das ist ein Prozess.
Wie gross war Ihre Angst, erwischt zu werden?
Wenn du nur Produkte hast, die nicht nachweisbar sind, hast du keine Angst. Und wenn du Produkte im Körper hast, die acht, neun Stunden lang im Körper nachweisbar sind, schliesst du die Türe ab, stellst das Handy aus, löscht das Licht. Und wenn einer läutet, machst du nicht mehr auf.
Erlebten Sie das?
Nein. Gut, es läutete, aber ich kann ja nicht wissen, ob es ein Kontrolleur oder der Nachbar ist – denn du weisst, du darfst acht Stunden lang keine Tür aufmachen, sonst bist du positiv. Besser also, andere Produkte zu nehmen. Wachstumshormone, Cortison. Cortison ist kein Problem, sofern du eine Ausnahmebewilligung hast. Du gibst an, du habest Knieschmerzen, obwohl du nichts hast. Und schon bekommst du die Bewilligung.
Machen das alle?
Sehr viele.
Sind Sie für sich immer noch Tour-Dritter 2008?
Für mich persönlich ja. Ich weiss, wie hart ich am Erfolg arbeitete und wie der Erfolg im Vergleich mit den anderen zustande kam. Und so hat es für mich persönlich immer noch die gleiche Wertigkeit. Das Trikot, die Trophäen.
Mussten Sie diese zurückgeben?
Die bekommen sie nie. Ich habe sie gut versteckt. Die Trophäen wären ja leicht nachzumachen, die holen sie kaum – und wenn, hab ich sie verloren. Oder auf einem Flohmarkt verkauft. (lacht)

www.nzz.ch

Donnerstag, 25. Juni 2009

Doper Cancellara über Doper Kohl

Hat der Radsport dank Massnahmen wie dem Blutpass eine Chance, den Turnaround zu schaffen?
Wichtig ist, nicht ständig nur zurückzuschauen. Es gibt immer noch zu viele Leute, die das tun. Auf 1998, auf die Tour de France, auf die positiven Dopingfälle allgemein. Es wird zu wenig nach vorne geschaut, auf das geschaut, was in der Dopingbekämpfung passiert.

Dann kommt ein Bernhard Kohl...
...und man glaubt ihm noch!

Die Leute sagen: «Wir haben es ja schon immer gewusst.»
So ist es. Und darum habe ich mich bei diesem Thema bewusst ein wenig zurückgenommen. Es bringt manchmal gar nichts, etwas zu sagen. Dabei bin ich einer der wenigen, die überhaupt etwas dazu sagen. In gewissen Situationen ist meine Meinung gefragt. Aber ich sagte mir: Vielleicht sagst du besser zwei-, dreimal weniger etwas zum Thema.

Ihr Gefühl beim Blutpass?

Er ist sicher wichtig. Es ist gut, dass es ihn gibt. Aber ich weiss nicht, ob man damit Rennfahrer sperren kann, ich bin kein Wissenschaftler.

Ist Doping bei Saxo Bank ein Diskussionsthema?

Das Gute bei uns ist, dass alles stimmt. Und wir wissen: Wenn etwas passiert, machen sie den Laden zu. Also ist Doping kein Thema. Auch die Zeit der Infusionen mit Zuckerlösungen ist vorbei. In Frankreich oder Italien wanderst du in den Knast, wenn sie dich am Tropf erwischen. Die Richtlinien sind sehr, sehr strikt geworden. Aber es geht ja auch ohne.

War es nicht schön, dass all jene, die bei der letzten Tour de France so auffällig stark fuhren, Ricco, Piepoli, Schumacher, erwischt wurden?
(atmet tief ein) Es ist schön, dass es jeden, der etwas gemacht hat, erwischt hat. So soll es auch sein.

http://www.tagesanzeiger.ch/sport/weitere/Ich-bin-etwas-Spezielles-und-keine-Billigware/story/12169179

Kommentar:
... und man glaubt ihm noch! Canchi! Hast du mal gelesen, was Kohl erzählt? Glaubwürdig und detailiert. Und dann kommst du, A-Geige, und meinst, du könntest ihn mit einer läppischen Bemerkung mundtot machen. Spätestens jetzt ist es für mich offensichtlich, dass du hier ein Teil der Omerta bist und ich warte auf den Tag, an dem du hopps gehst.

Freitag, 12. Juni 2009

Schmetterlingsherzen im finnischen Wald...

Schmetterlingsherz
Der Schmetterling soll die Läufer auseinandernehmen. Zumindest im Schmetterlingsherzen ist aber das Gegenteil der Fall. Wir sehen: NOC Long vom 6.6.2009 um 12.20.52.

12.20.50: Das sind Hubmann, Wingstedt, Rollier, Tsvetkov, Van der Kleij, Dobbs im Postenraum und Troeng ist soeben raus.

11.46.20: Speake, Föhr, Kaas, Oates, Bilevicius, Wickholm und Djurhuus

12.01.05: Föhr, Wickholm, Djurhuus, Christensen, Speake, Johnson, Mulder, Van der Kleij...

Mittwoch, 3. Juni 2009

Laufzeit Scurion K



Die Laufzeit der Scurion K (1200 Lumen) in Abhängigkeit der Einstellung von Spot und Raumlicht... und alle warten darauf, dass sie endlich als OL-Lampe rauskommt.

Sonntag, 26. April 2009

Rückblick Pâques en Alsace

Running up that hill (Kate Bush)

Details
Schöner Anlass rund um Kaysersberg (F). Gelände mit dem Tessin vergleichbar, relativ gut belaufbar, steil und detailarm. Einige detailierte Fels- und Steinpartien. Dazu kontrastierend Weinberge.

Kaysersberg & Trois Epis, Frankreich; Karten: Kaysersberg - Le Château 1:10'000, 2005 (Training) //Kaysersberg - La Chapelle Flieger 1:10'000, 2009; Ammerschwihr - Trois Epis 1:10'000, 2009 // Kayserberg - Le Toggenbach 1:10'000, 2009; Kartenbezug: CO Colmar; ÖV: Unter der Woche fahren regelmässig Busse von Colmar nach Kaysersberg.

Ausgangslage
Dreitage OL in einem nahegelegenen aber unbekannten OL Gelände. Ziel war im Bezug auf Wettkampfhärte, Steigungen und Ausdauer nochmal einen schönen Impuls zu setzen. Technische Ziele hatte ich zur Zeit nicht.

Karten
Etappe 1 ohne Route
Etappe 1 mit Route
Etappe 2 ohne Route
Etappe2 mit Route

Etappe 3 ohne Route
Etappe 3 mit Route

Verlauf
Tag 1: Überraschend gut. Wahrscheinlich auch, weil die Steigungen konzentriert auftraten. 3.Platz und wenig Rückstand...
Tag 2: Etwas müde. Nach einem soliden Start ein grösserer Fehler bei Posten 9. Dadurch von Laurent Baumgartner eingeholt worden. Dessen Tempo war eigentlich zu schnell, aber ich konnte mich halten bzw. bis Posten 18 Sichtkontakt wahren. Das hat mir allerdings den Lauf zerrissen. Zu 20 sehe ich im Augenwinkel einen UBOL und meine es sei Baumgartner auf Postensuche, würge mich durch in der Meinung ihn hinter mir zu haben bis ich ihn im Ziel sehe. Das Resultat (3.) nicht schlecht, das Gefühl unbefriedigend.
Tag 3: Die Spritzigkeit ist von Tag zu Tag runter gekommen, das Tempo auch. Ich vermute, dass sich meine Manschette von Tag zu Tag aufweicht. Egal. Schon früh (2.) ein Fehler und dann noch einer (9.) und da stehen die Jungs. Ich mag noch etwas zuzusetzen, habe immer wieder und bis zum Schluss Sichtkontakt mit Markus Hotz. Zur Krönung des Deasasters kostet mich ein Fehler bei 23 noch den vierten Platz... Naja. Egal.

Fazit
Ich habe an den fünf Tagen im Elsass die Grenze und mit 5h 30m intensivem Training ansatzweise gefunden. Die Freude einerseits beim Speed (Tag 1) sowie bei der Ausdauer (Gesamtumfang) Fortschritte zu machen überwiegt. Auch bestätigt mich das Resultat in meinem Ansatz, dass nicht jeder Wettkampf ein wichtiger ist. Positiv.

Samstag, 25. April 2009

Sightseeing Fribourg

Defizit OL // Intervall OL
Details
Defizit OL // Intervall. Organisiert von Thomas Bührer. Man rennt eine Treppe hoch, geht dabei bewusst in den roten Bereich. Oben angekommen beginnt man Karte zu lesen und muss vier bis sieben Posten anlaufen. Das ganze fünf Mal.

Fribourg/Freiburg
, Schweiz, Karte: Freiburg Süd, Kartenbezug, Zughaltestelle: Fribourg/Freiburg

Karten
Die Bahn wurde auf zwei Karten aufgeteilt. Man wechselte immer wieder von einer Karte zur anderen.
Karte vorn ohne Routen
Karte hinten ohne Routen

Karte vorn mit Routen
Karte hinten mit Routen


Verlauf
Die Steigungen sind mit 40 - 60 Höhenmetern nahrhaft genug und die Posten sind richtig schwierig. Im roten Bereich passieren so reihenweise Fehlentscheide (zu 1/2/4/7/9/11/13/14/16). Die frühe Erkenntnis, dass die Posten konsequent tricky sind (Smartass-Bahnlegung) reicht nicht, um die Balance schnell zu finden... Neben der körperlichen Belastung und den schweren Posten hatte ich noch einen etwas fiteren Tempomacher dabei, was mir verunmöglichte das Tempo genug zurückzunehmen und die Konsequenz daraus: Ein Abreisser am anderen.

Fazit
Im Nachhinein muss ich eingestehen, dass ich die Absicht des Trainings nicht ganz erfasst habe. Macht es Sinn, an einem Wettkampf je in den roten Bereich zu gehen? Für Kraft, Härte, Schnelligkeit und Sightseeing war es zweifellos ein sehr ergibiges Training.

Sonntag, 19. April 2009

Weissblatt OL

OL Bahn
Hier ein kleines Experiment: Nehmen sie eine Stopuhr. Starten sie und öffnen Sie die Karte hier unterhalb und studieren sie die Bahn. Nach acht Minuten schliessen Sie sie wieder und lesen unten weiter.



Herausforderung?
Als routinierter Orientierungsläufer bin ich immer wieder erstaunt darüber, dass andere routinierte OLäufer an Abend OL und Regionalen OL, wo die Bahn eigenständig auf die Karte übertragen werden muss, die Zeit nutzen, die Bahn eingehend zu studieren. Damit degradieren sie diese Wettkämpfe zu besseren Crosstrainings. Für mich unverständlich und langweilig.

Weissblatt OL
Ich mache mich darum für den Standard des Weissblatt OL stark. Dabei beginnt man erst zum Startzeitpunkt mit dem Lesen der Karte und der Bahn. Die Karte wird nicht vorgängig studiert und die Bahn wird ohne Routenanalyse übertragen und die Zeit mit der Karte und der Bahn VOR dem Start wird nicht genützt. Meiner Ansicht nach, ist der Weissblatt OL für erfahrene OL Läufer eine Ehrensache und ich werde mich meinen Lebtag nicht zu was anderem herunterlassen...

Details
Hindelbanker OL, 19.April 2009, Krauchtal, Schweiz. Karte: Wannental, Stand 2009, Kartenbezug: OLV Hindelbank, Bushaltestellen: Krauchtal, Buch; Bäriswil, Brunnen; Zughaltestellen: Schönbühl SBB; Schönbühl RBS

Samstag, 18. April 2009

Nachtrag NOM 2009

Abreisser
Der Abreisser ist ein klassischer Fehler im Orientierungslauf. Es ist der zu kurze oder ganz unterlassene Blick auf die Karte und das damit verbunde Unheil :-). Der routinierte OL Läufer produziert solche Abreisser mit Vorliebe bei scheinbar sehr einfachen Posten und im Zusammenhang mit Wegen.

Beispiel NOM 2009
Zum zweitletzten Posten...

Die Augsgangslage schien so einfach, die Wegkurve schien nicht verfehlbar. Gemeinte Richtung grün - Gelaufene Richtung blau. Sofort gemerkt, dass der Weg, den ich gefunden habe, zu dick ist, aber weiter unten die Kreuzung gesehen und sowieso grad so im Schwung... bis der Kompass sein Veto gab. Eine Minute//2 Ränge versiebt. Der Ursprung des Fehlers: Die Weglaufrichtung nicht mit dem Kompas überprüft, statt dessen von der Anlaufrichtung her gepeilt.

Dienstag, 7. April 2009

Packfigures Nacht SM 2009 H35

See you in the forest!
An der diesejährigen Nacht-SM in Erlinsbach (SO) gab es wenig Begegnungen im Gelände.

Packfigures Nacht-SM 2009, H 35-

Mehr oder weniger waren es drei Situationen, die sich geradezu schön eignen nochmal die Unterschiede von E- und H-Packs aufzuzeigen.

H-Packs und E-Packs
Der zentrale Unterschied zwischen H-Packs (Hierarchisches Rudel) und E-Packs (Ausgeglichenes Rudel) liegt im Nutzen für den auflaufenden Läufer, den designierten Packleader. Im H-Pack wird seine Leistung durch das Auflaufen nur in geringem Masse beeinflusst, während der eingeholte Athlet stark zuzulegen vermag. Dies, weil der H-Packleader weitgehend selbstständig Navigation und Tempo weiterführt. Im E-Pack dagegen zeigt auch der auflaufende Läufer einen beachtlichen Leistungssprung, weil der eingeholte Läufer einen substantiellen Beitrag an Lauftempo und/oder Navigation einbringt.

E-Pack Eglin/Baumgartner
Es macht den Anschein, dass der vorzügliche Läufer Baumgartner nach einem etwa verkorksten Rennbeginn, durch das Auflaufen von Eglin zu grösserer Stabilität gefunden hat und im weitern Rennverlauf mit mehr Druck laufen konnte. Eglin seinerseits konnte diese Tempoverschärfung mitgehen. Für beide ist der Benefit beträchtlich mit Boosts von 11% Eglin bzw. 30% Baumgartner.
Kommentar Eglin: Ich denke, dass bei mir ist die geschätzte Zeit recht gut hinkommt. Obwohl ich immer auf der Karte war wäre ich alleine nie so gepowert.

H-Pack Lerjen/Lüscher
Im Moment als ich Lüscher überholte wurde ich langsamer, unkonzentriert und ungenau, so dass er mir folgen konnte. Nach drei Posten in einem Hang, liess ich ihn die Führung übernehmen um meinen Kartenkontakt wieder herzustellen, fand zu meinem Druck zurück und distanzierte ihn.

H-Pack Lerjen/Gmür
Bei Gmür war die Situation anders. Ich überholte ihn beim Posten, ohne ihn zu bemerken, machte darauf einen Fehler. Als ich den Fehler erkannte und mich daran machte, ihn zu korrigieren bemerkte ich Gmür hinter mir und warnte ihn. So konnte er den Fehler (zu dem ich ihn wohl angestiftet habe) etwas abfangen und ich führte ihn zum nächsten Posten.

Fazit
Die E-Pack Situation ist wirklich klassisch.:-) Es zeigt sich wieder, dass es nicht die verpöhnten H-Packs sind, die das Klassement beeinflussen, sondern die viel weniger anrüchigen E-Packs. Während ich persönlich er Ansicht bin, es müsse mehr getan werden um E-Packs an internationalen Meisterschaften zu verhindern, denke ich, dass sich auf nationaler Ebene genug Gelegenheiten zur ausgleichenden Gerechtigkeit bieten.

Beide H-Pack Situationen zeigen, wie ein Leader in einem H-Pack keinen Profit bzw. sogar einen Verlust aus der Pack-Situation zieht. Im ersten Fall verliert er seine Konzentration. Im zweiten Fall begeht er einen Fehler, den er auch allein machen würde, also ohne rettenden Einfluss des nachfolgenden Läufers.

Samstag, 4. April 2009

OL Training Bremgartenwald II

Mittelandwinter-Wonne
Details
Schlauch-Training geplant von M.Schenker, Bern.

Bern, Schweiz, Karte: Bremgartenwald, Stand 2006, Kartenbezug, Zughaltestellen: Bern HB, Bern Stöckacker. Bushaltestellen: Bern Neufeld, hier: Bern Länggasse, Eymatt b. Bern

Ausgangslage
Der strenge Mittellandwinter 08/09 hat einen hocherfreulichen Nebeneffekt: Die Brombeeren sind allenorts niedergedrückt und damit werden altbekannte Wälder zu neuen Herausforderungen. Hier ein weiteres Beispiel.

Karten
ohne Route
mit Route und transp. Maske

Verlauf
Schöner Frühlingsabend und sehr schön belaufbare neue Regionen des Waldes. Der Schlauch war etwas eng gelegt, ohne Vorkenntnisse wärs etwas schwierig geworden. Aber bei überschäumender Stimmung ziemlich ins rocken gekommen. Bei pt.5 ein Fehler des Typs "Karte statt Kompass".

Fazit
Danke an Mittellandwinter. Schlüsse: Laufe Nacht SM ohne Lupe, fürs genau lesen muss ich mir halt Zeit nehmen, dafür fokussiere ich auf den Kompass. Laufe lange ein, da es eine beachtliche Weile dauert, bis ich in Fahrt komme.

o-zeugs over and out (late wc china finding)

Yes. Let the o-zeugs blog rest in peace. I´ll take it down eventually. And yes, I stumbled over the decisions of the Ethics Panel regarding ...