Montag, 30. April 2012

Nationale Wettkämpfe und Breitensport

Das ist eine intressante Geschichte.
... erfarenheten visar att det sammantaget samlas fler deltagare när det arrangeras tävlingar i både Stockholm, Södermanland och Uppland samma dag. Att arrangera handlar inte enbart om att skapa stora intäkter till arrangerande klubb, utan även om att ge så många intresserade möjlighet att få ett arrangemang att delta i inom ett så kort resavstånd som möjligt. Bland många punkter i Stockholms OF:s verksamhetsinriktning ingår bland annat att vi ska minska bilåkandet och öka antalet deltagare från stockholmsklubbar på orienteringsarrangemang.
Lasse Forsberg, StOF-Kansliet (src:hier)

Und das scheint gut zu funktionieren. Beispiel: Während letzten Samstag in Vallentuna ein nationaler OL (Silva Cup) mit 2068 Teilnehmern stattfindet, nehmen 467 Teilnehmer an einem regionalen OL in Södertälje (60km Luftlinie entfernt) teil. Offensichtlich bedient dieser zweite OL einen Teil der OL Szene, die den nahen OL dem grossen OL vorzieht (und der sinn-gemäss StOF nicht nach Vallentuna gefahren wäre).

 Abb.1. Einfache Organisation, gute Bahnen, stattliche Teilnehmerzahl im Schatten des Silva Cups: Kringelträffen 2012.

Dem gegenüber sind in der Schweiz dieses Jahr  15 Termine für den regionalen OL durch nationale Veranstaltungen 'blockiert'. Aus der Sicht des Breitensportes ist dieser Aspekt sicher wieder mal einen Gedanken wert.

Sonntag, 22. April 2012

Ensam i skogen? - Inte alls! (Anzahl der Einflüsse am Posten in Abhängikeit der Postenfrequenz)

Ich habe Packfigures etwas umgeschrieben
  1. Als Eingabedaten fungieren neu Resultate im .xml Format nach IOF Standard (=exportiert aus Winsplits Pro)
  2. Die Analysen werden kategorienübergreifend durchgeführt. 
Der erste Punkt hat die Konsequenz, dass ich ab sofort alle in Winsplits publizierten Wettkämpfe auswerten kann. Der zweite Punkt bedeutet, dass neu auch Einflüsse zwischen Läufern unterschiedlicher Kategorien analysiert werden.

Zu letzterem ein Beispiel vom Haningeträffen Lång 2012 vom 21. April 2012
Abb.1. Screenshot Packfigures0.7xml H35 Haningeträffen 2012 Lång 21.4.2012 (bei Click Link zur Packfigures Seite)

Damit habe ich neu alle Annäherungen im Postenraum erfasst (Stempel innerhalb + und -15s). In meinem Fall war beim Posten 1 nicht nur Peter Andersson, sondern auch der H40 Läufer Torbjörn Olsson dabei usw. Die Resultate stimmen recht gut, würde ich sagen.
Interessant, nicht? Ein Grossteil aller postennahen Einflüsse eines OL-Wettkampfes auf einer einzigen Webseite...

Gehen wir noch einen Schritt weiter:  Ich analysiere für jeden einzelnen Posten
  1. Wie oft wurde der Posten angelaufen (effektive Postenfrequenz)
  2. Wie oft stempelt dabei ein anderer Läufer in den 15 Sekunden davor (ein Ereignis, dass ich 'Show' nenne; Der Vorläufer zeigt dem Läufer den Posten).
  3. Das Verhältnis der beiden Werte nenne ich 'Show-Ratio'.
 [Zeigen durch mehrere Läufer wird mehrfach gezählt. Das Startfenster beträgt gut 2h, mit einem Schwerpunkt auf der ersten Stunde, 2 Min. Startintervalle in den Kategorien, z.B. H35 ist innerhalb 6 Minuten gestartet]
Mit zunehmender Postenfrequenz zeigt sich auch eine Zunahme der Show-Ratio.  Insgesamt kommen so auf 5341 Stempel 2134 Shows. Wie es aussieht, ist die Show-Ratio nicht nur von der Postenfrequenz abhängig. Wovon sonst?
  • Kategorien, die den Posten anlaufen?
  • Effektives Nutzungsfenster des Postens?
  • Schwierigkeitsgrad des Postens?
  • Verteilung der Startzeiten sowie Startintervalle?
Später vielleicht mehr dazu.

Nachtrag 1:

Abb.2. Die Zahl der Startenden wurde über gut 80 Minuten konstant gehalten. Im letzten Drittel des Startblockes flacht die Kurve ab.

Montag, 16. April 2012

Allmänna fardmedel aka Stiefsöhnchen

Eine Geschichte in Screenshots und Bildern.
Abb.1. Wettkampf Info Skärgårdsdubbeln 2012.

Abb.2. Gesagt, getan: Fahrplan sl.se. Es gibt einen einzigen Bus, der am Wochenende zur Zeit auf die Insel fährt. Dazu einer um 12 und einer um 15 Uhr, der wieder wegfährt.

Abb.3. Allerdings reicht der Morgenbus (Ankunft 9.58) nicht, damit alle Teilnehmer rechtzeitig zum Start kommen.

Abb.4. Allerdings braucht der Bus 845 für 8.7km Luftlinie 30 Minuten, da er nicht annähernd Luftlinie fährt (beide Wege Zusatzrunde auf dem Ostteil der Insel). WKZ des OL auf der Halbinsel etwas links unten vom Bildzentrum (unterdimensioniertes OL Symbol).

Abb.5. Sonntag Morgen Bus 845. Neben Eva und mir noch zwei OL LäuferInnen.

Abb.6. 4*100/446 = 0.9% öV Quote.

Abb.7. Klar, es wird viel samåka praktiziert und unter diesen Umständen kommt 'Kein Normaler Mensch' mit dem Bus (Zitat Eva). Trotzdem. Es zeugt von einer gewissen Unsensibilität, wenn man das Thema öV in den Weisungen so abhandelt:
Abb.8. Wettkampf Info Skärgårdsdubbeln 2012.

p.s. Der Wettkampf war natürlich Klasse.
p.s. Und so :-P sieht es nächstes Wochenende aus:
Abb.9. Wettkampf Info Hanigeträffen 2012

Montag, 9. April 2012

WM 1979 Einzellauf (klassische Distanz)

[Hullis WM Ordner Teil 4]
Die WM 1979 wurde im Raum Tampere, Finnland, vom 1.-4.Sept. 1979 ausgetragen. Die Disziplinen waren Einzel und Staffel. Das war die 8.te offizielle WM. Dabei wurde der alte Zweijahresrhytmus von den geraden auf die ungeraden Jahre umgelegt, so dass in zwei aufeinanderfolgenen Jahren (1978 & 1979) eine WM durchgeführt wurde.

Einzel
Das Einzelrennen wurde ohne Qualifikation durchgeführt. Bei den Damen 69 bei den Herren 78 rangierte (4 Teilnehmer pro Nation)
Bahnen
Bahnen Einzelrennen WM 1979, Karte Ruovesi 1:20K. [Karte 20K, 150dpi zum Download]

Resultate [Quelle: IOF]
Damen
1) Outi Borgenström FIN 59.13
2) Liisa Veijalainen FIN 59.47
3) Monica Andersson SWE 1.02.31
4) Hanni Fries CH 1.02.32
5) Karin Rabe NOR 1.03.05
6) Anne Berit Eid SWE 1.03.08
...
9) Annichen Kringstad SWE 1.04.38
10) Brit Volden NOR 1.04.55
20) Anneliese Meier SUI 1.12.29
25) Ruth Humbel SUI 1.14.17
28) Irene Bucher SUI 1.16.51

Herren
1) Øyvin Thon NOR 1.36.07
2) Egil Johansen NOR 1.37.17
3) Tore Sagvolden NOR 1.37.27
4) Kjell Lauri SWE 1.38.54
5) Lars Lönnkvist SWE 1.40.28
6) Rolf Pettersson SWE 1.41.30
...
8) Dieter Hulliger SUI 1.42.26
10) Dieter Wolf SUI 1.45.40
15) Jörgen Mårtensson SWE 1.50.24
16) Martin Howald SUI 1.50.46
18) Willi Müller SUI 1.52.15

Mittwoch, 4. April 2012

Gli Italiani amano le forchette

To avoid following or cooperation in the long competition two forks, the first with two choices, the second with three choices, shall be included in the course for both men and women. They shall be included approximately at one and two thirds of the course. In case of spectator point the second can be before or after it.
Proposals concerning the WOC week to the IOF General Assembly 20 July 2012 in Lausanne, Switzerland, Page 2

Was sind forks and choices? Schmetterlinge?

Zur Erinnerung
Damit Schmetterlinge in geordneten Startfeldern positiv und nicht kontraproduktiv wirken, müssen sie ziemlich lang sein. Bei der Langdistanz 1/8 der Gesamtlänge, bzw. bei zwei Schmetterlingen total 1/4 des ganzen Rennens. (Myrvold et al., 2009) Punkt 6.4.2, S.29

Siehe auch
Methoden, die einen viel höheren Effizienzgrad aufweisen:
-> Dead Running (ca.2% des Rennens)
-> Situative Trenn-Methode ca. (5% des Rennens)

Montag, 2. April 2012

That is Sprint

Before the race I almost didn´t know anything about what would meet me during the race. That was pretty cool, compared to most sprint races I run, where we know almost everything about the area.
Olav Lundanes, in:CompassSport FEB12 about a Sprint during The Big 5 Orienteering Tour in 2012 in South Africa

Montag, 26. März 2012

Gruppenbildung WOC 1997, Grimstad

Es war alles schon da: Die Gruppenbildung. Die H-Groups (z.B. Björlo mit Prokes, Nymalm, Skovlyst), die E-Groups auf dem Podest (Thoresen - Mårtensson). Die Mediengefälligkeit. Die schwache Reaktion der IOF und damit verbunden die jährliche Wiederkehr des Themas. Zugleich die trad. Kritik an Medienformaten. Ein Artikel aus dem OL Heft 3/1998; Autor: Thomas Scholl.

Bild Faksimile Artikel OL Heft 3/98 (Scan: Roger Vogel)

War die WM unfair?
TS. Das tschechische Team hat sich bei der Internationalen OL-Föderation über die letzte WM beschwert. Das klassische Rennen der Herren sei durch das kurze Startintervall entwertet worden.

Das Thema gab schon im Vorfeld der WM in Norwegen zu reden. Die Regeln sagen klar, dass das normale Startintervall für Läufe über die klassische Distanz drei Minuten sei. Die Veranstalter wünschten aber eine Verkürzung auf zwei Minuten, um das Rennen kürzer und atrraktiver zu machen. Eine private Fernsehstation wollte den Lauf direkt übertragen. Der IOF-Vorstand gab diesem Wunsch nach und bewilligte die Ausnahme.
Der TV-Sender gab seine Pläne dann auf und stellte seine Aktivitäten vor der WM ein. Da konnte oder wollte aber niemand mehr den Entscheid über das Startintervall rückgängig machen. die Folgen sind dank der elektronischen Postenkontrolle mit dem Emit-System (vormals Regnly-System) klar zu erkennen: Es kam zu zahlreichen Zusammenschlüssen von Läufern.

Der Schnellzug Mårtensson, Jörgensen, Thoresen
So war Jörgen Mårtenssson vom vierten Posten an mit Carsten Jörgensen zusammen, vom zwölften Posten an war auch Petter Thoresen dabei. Von da an liess sich der Schnellzug nicht mehr aufzuhalten. Später kam noch Allan Mogensen dazu. Diese vier Läufer belegten schliesslich die Ränge 2., 4., 1. und 13. Kjetil Björlo, Tomas Prokes und Sören Nymalm waren vom achten Posten beieinander und wurden 3., 5. und 11. Der wenig bekannte Australier Tom Qualye lief offenbar vom vierten Posten an gemeinsam mit Edgaras Voveris und Johan Ivarsson - Plätze 14., 12. und 7. Pech hatte der zuletzt gestartete Finne Timo Karpinnen: Bis zur Hälfte war er etwa gleich schnell wie Mårtensson, aber dann verlor er, allein laufend, gut fünf Minuten auf ihn und wurde nur 10.
Zum Teil profitierten schwächere Läufer vom Tramfahren mit stärkeren, zumm Teil bildeten sich Gruppen von gleich starken Läufern, die zwar nicht bewusst zusammenarbeiteten, aber sich gegenseitig zu Leistungen antrieben, die sie alleine kaum erbracht hätten. Auch darauf können die Zwischenzeiten Hinweise geben. Wer regelmässig als erster einer Gruppe stempelte, war wohl eher der Chef und leistet mehr Führungsarbeit als jener, welcher immer fünf Sekunden später kam. Wenn aber aus einer Gruppe einmal dieser und einmal jener Läufer zuerst am Posten war, trugen wohl alle zum Tempo bei. Das dürfte für Thoresen und Mårtensson zutreffen, von denen der eine sieben der andere sechsmal als erster stempelte.

Medien oder Fairness?
Im Grunde geht es um die Frage, wie grosse Konzessionen der OL-Sport an Zuschauer und Medien im Bezug auf Fairness machen soll. Der Unmut der tschechischen Läufer ist verständlich. Nach ihrer Meinung genügen die Kurzdistanz- und Park-Wettbewerbe diesem Zweck. Der klassische Lauf solle die Königsdisziplin des OL-Sports bleiben rein und fair. Der Final der WM97 sei kein Einezlrennen gewesen, sondern ein Wettkampf von Gruppen verschiedener Grösse. Zu diskutieren sei deshalb für die nächste WM sogar ein Startintervall von vier Minuten, mit nur 40 oder 50 Finalteilnehmern, statt 60 wie heute.
Die zuständige Kommission der IOF hat inzwischen beschlossen, das Startintervall solle in Zukunft an der WM über die klassische Distanz drei Minuten betragen. Das war allerdings schon vorher die Meinung der Techniker. Ober der IOF-Vorstand sich daran hält, ist eine andere Frage. Er allein ist für Ausnahmen zuständig. Solang die Gunst der Medien und Sponsoren das wichtigste Ziel im internationalen OL ist, kann man weitere Versuche in diese Richtung kaum ausschliessen.

Montag, 5. März 2012

Der Buechberg SZ ist grüner geworden.


Nachtrag 8.3.2012: Ganze Karten verlinkt

 Ein kleiner Essay zur Verwendung von OL Karten zur forsthistorischen Forschung.

1982
Vermutlich 1982 nahm ich am Galgener OL auf dem Buechberg Teil. Mein Vater übernahm die Anmeldung.

Abzeichnen musste ich aber selber (während der Laufzeit?).
Link Ganze Karte Buechberg 15K 1982
Und dem entsprechend war dann auch das Resultat. :-P

Ich erinnere mich nicht mehr an den Wettkampf. Knapp dreissig Jahre später bin ich letzten Frühling wieder am Galgener OL gelaufen...

2012 resp. 2007
In diesem Projekt möchte ich dem subjektiven Eindruck, die Wälder im Schweizer Mitteland werden immer grüner am Beispiel des Buechberg zwichen Nuolen und Tuggen SZ nachgehen. Die OL Gruppe Galgenen hat mir für diesen Zweck die aktuelle Karte (Stand 2007) zur Verfügung gestellt.

Vorgehen
Ich digitalisiere die Behinderungstufen der Karte 1982 in OCAD und bringe so die Flächen der Behinderungsstufen in eine vergleichbare Form. Damit stellt sich auch gleich die Frage, ob sich die Kartensignaturen von damals und heute 1:1 vergleichen lassen.


Natürlich nicht. Die Beurteilung von Behinderung passt sich einem veränderten Normal-Wert an, trotzdem gibt auch gewisse Konstanten, was als leichte und was als starke Behinderung wahrgenomen wird. Die grösste Veränderung zu 1982 ist, dass wir heute die dritte Stufe in der Schweiz nicht mehr als 'durchkämpfbar' klassieren. [Siehe dazu meinen Artikel zu Jungling].

Dann sind da die neuen Signaturen der Laufbehinderung durch Bodenbewuchs. 1982 gab es eine Signatur für Kahlschlag und diese wurde kombiniert mit einer Behinderungsstufe.
Dies ist Indiz dafür, dass mit den damaligen drei Stufen auch die reine Laufbehinderung berücksichtigt wurde. Zum Vergleich der beiden Karten wurden die jeweiligen Laufbehinderungs-Signaturen den entsprechenden allgemeinen Grünsignaturen zugeschlagen.

Resultate

-> Insgesamt keine massive Zunahme (3% zusätzlich grün kartierte Fläche)
-> Rückgang der Behinderungsstufe 1 trotz zusätzlicher Signatur.
-> Zunahme der Behinderungstufen 2 & 3 um 7%.

Karte
Link Ganze Karte Buechberg 10K Gründynamik 1982-2007

Schluss
Der Buechberg ist nicht quantitativ, sondern v.a. qualitativ grüner geworden (Zunahme von Stufe 2). Eine Faktoren dabei könnten sein:
  1. Das Aufkommen der Brombere im Schweizer Mitteland (Stickstoffeintrag durch Luftverschmutzung (hier: >40kg/ha/a; Tierhaltung insb. Güllen 60-90%, Verbrennungsabgase 40%-10%; Brombeere gleich Störungszeiger ->Windwurf -> Lothar)
  2. Milde Winter
  3. Veränderte Waldnutzung (Verschiebung der Waldökonomie -> naturnahe Verjüngung -> Verzicht auf das Sensen von Kahlschlägen -> Verzicht auf Asträumung -> vermehrt kleinere Kahlschläge, Reduktion des Holzvorrates im Mitteland -> Mehr Licht in der Krautschicht
  4. Evtl. auch Neophyten (armenische Brombere)

Montag, 23. Januar 2012

1.Generation SI-Card

[Bei aufräumen gefunden, Details dazu erwünscht]

Abb.1. SI Card der ersten Generation. Späte 90er-Jahre.

Montag, 16. Januar 2012

Flow - Kompetenz [Übungen mit AMRD]

Flow Kompetenz
  1. Ein guter Rythmus ist entscheidend für einen flüssigen schnellen fehlerfreien Wettkampf.
    So kam es, dass mich am neunten Posten Thierry, der spätere überlegene Sieger, einholte. Ich wollte natürlich dranbleiben und von seinem hohen Tempo profitieren! Lustigerweise hatte ich ab da nie das Gefühl, total überfordert zu sein. Weder physisch noch technisch musste ich je abreissen lassen und hatte immer alles im Griff.
    Matthias Müller, Mittel Final 2011.
  2. Es gibt verschiedene Faktoren die einen guten Ryhtmus erschweren in erster Linie das Gelände das mit wechselnder Belaufbarkeit einen dem Orientierungsläufer einen anderen Rythmus aufzuzwingen versucht.
    Falls ich kein präzises Konzept habe, so wird mir die Kartenlesezeit nur noch vom Gelände aufgedrängt. Über unebenem Gelände werden die Kontakte kürzer, auf Strassen eher länger. Ich kann somit die Lesezeit nicht mehr aktiv bestimmen.
    Roger Vogel
  3. Dann die Bahn selber, die mit Posten unterschiedlicher Länge und Schwierigkeit Rhytmuswechsel verlangt
  4. Ein möglicher dritter Faktor zuungunsten kann ein ungeeingnetes Konzept sein (z.B. Kartelesen macht langsam)
  5. Die Kunst ist es nun, in jedem Gelände den eigenen Rhytmus zu finden bzw. diesen auszulösen.
    Zu Posten zwei konnte ich anfänglich die Richtung nicht gut halten und lief weiter rechts als geplant. Auf die aufkommende Hektik reagierte ich aber sogleich, investierte etwas mehr Zeit in die Karte und fand meinen Rhythmus wieder.
    Matthias Merz, Long Quali 2007.
  6. Richtig. Der Orientierungsläufer ist idealerweise fähig, einen schlechten Rythmus/Fluss zu erkennen UND zu korrigieren. Ich nenne diese Fähigkeit neudeutsch Flow Kompetenz.
In jedem Training ein Block Flow Kompetenz
In den letzten Jahren sind Multi-Technik-Trainings beliebt (Bsp. Ushkvarok Gyllbergen). Eigentlich sollte in jedem solchen Training ein Flow-Block drin integriert sein.

Übung
Die Übung ist denkbar einfach. Sie besteht aus einem normalen OL Training für erste mit relativ einfacher, regelmässiger Bahn in einfachem Gelände. Später soll das Gelände und die Bahn sukkzessive schwieriger werden. Für einmal liegt der Fokus nicht auf dem eigentlichen orientieren, sondern auf verschiedenen Kartelesekonzepten. Alle sechs Posten gibt sich der Läufer ein neues Konzept und führt dieses aus. Dabei sollen die unterschiedlichen Konzepte auf ihre Flow-Qualität erforscht werden. Es werden gezielt auch schlechte Konzepte vorgegeben.

Ziel der Übung
Dies soll mittelfristig dazu führen, dass der/die AthletIN ein vertieftes Verständnis für schnelle und langsame Konzepte, sowie selbstgewählte und aufgezwungene Muster entwickelt und dass er/sie langsame Muster im Wettkampf wiedererkennt und diese sofort ein schnelles Muster zu drehen vermag.

Im Beispiel wird ein Konzept über eine Schlaufe aufrechterhalten. Ein kurzer Überlauf dient der Umstellung. Der Einsatz von AMRD dient der Selbstprüfung der Umsetzung der Konzeptaufgaben.

Konzeptaufgaben
z.B.
  • Lies nur innerhalb oder nur ausserhalb des Postenraumkreises.
  • Lese so wenig/viel wie möglich
  • Lese oft aber sehr kurz
  • Lese immer einen Moment länger als du normalerweise tust
  • Lese immer nur den nächsten Schritt (next)
  • Lese immer die nächsten zwei Schritte (next, und dann)
  • Lese nur auf Wegen
  • Lese nur in schlecht belaufbarem Gelände
  • Lese nur im ersten Drittel eines Postens
  • Renne die ersten 250 Schritte des Postens unvorbereitet, blind nach Kompass, ohne Karte zu lesen
  • Lese alle 30s/alle 100 Schritte einmal
  • Lerne jeweils den nächsten Posten auswendig
  • Lese nur noch nicht sichtbare Objekte bzw. Objekte bevor sie sichtbar werden.
  • Bleibe stehen, wenn du liest
  • Lese immer nur einen Posten aufs Mal
  • ...
[feel free to post more algorithms into a comment]

AMRD
AMRD dient bei dieser Trainingsform als perfektes Feedback-System und führt dazu, dass der/die AthletIN ihre eigenen Muster besser lesen, interpretieren und letztlich auch beeinflussen kann.

Mittwoch, 14. Dezember 2011

WM 1978 - Kongsberg, Norwegen

[Hullis WM Ordner Teil 3]
Kongsberg 15.-17.September 1978. Karte vom Einzelwettkampf und der Staffel. Die Staffel (3 Strecken bei den Damen, 4 bei den Herren) hatte mit den langen Bahnen und grossen Zeitabständen noch einen anderen Charakter als heutzutage. Trotzdem: Die Staffel wurde 1978 als Schritt Richtung Publikum, TV und Presse eingeführt (Dazu mehr hier).
Leider ist die Bahn des Einzelrennens nicht mehr nachzulaufen: Im Startteil wurde seither ein Einfamilienhaus-Quartier angelegt.

Der Organisator Kongsberg O Lag hat die WM 1978 sehr gut dokumentiert (Dokumentation WM 1978).
  • Wie 2012 gab es eine WM-Staffette im Vorfeld (Bergen-Kongsberg)
  • Kongsberg wurde erst ein Jahr vor der WM als Ausrichter festgelegt
  • Die Läufer wurden kollektiv ins Laufgelände transportiert
  • Beide Wettkämpfe wurden im TV übertragen
  • Die ersten Nationalteams trafen am 11.September ein. Ab dem 11.September gab es Trainingskarten. Am 12. wurde das Laufgebiet für das Einzelrennen bekannt gegeben. Verschiedene Nationalteams nahmen am Wochenende davor (9.-10.Sept. bei Drammen) an einem Wettkampf teil.
  • Alle Nationalteams wurden in einer Kaserne untergebracht. Es bestanden IOF-Regeln, dass nicht mehr als 4 Athleten in einem Zimmer untergebracht werden durften und dass Athleten und Teamverantwortliche nicht im selben Zimmer platziert werden durften.
  • Ein Tag vor dem Rennen wurde die Startliste per Los festgelegt.
  • Einzelrennen: Startintervall 3 Minuten. 4 Athleten pro Nation.
  • Das Durschnittsalter im Norwegischen Team Damen 22, Herren 25
  • Unser Dieter 'Lupo' Wolf
  • OL Väter ?: Dieter Hulliger, Ari Anjala, Willi Müller, Eystein Weltzien, Kjell Lauri, Lars Lönnkvist, Ivan Christensen, Vasil Shandurkov, Hanny Fries (-> Mathys)
  • Bahnleger: Morten Berglia 20 Jahre alt
  • Der Speaker zählte Titelverteidigerin Lisa Veijalainen den Countdown (wie bei Hanne Staff 1997). Sie verpasste schliesslich den Sieg um 1 Sekunde und 96 Hunderstel (??)

Einzellauf 15.September 1978
Karte Einzel
Abb.1. OL WM Norwegen Kongsberg 1978. Einzellauf der Damen und Herren. Die Karte 1:15'000 und 150dpi gibt es hier.

Resulate Einzel
Herren
  1. Egil Johansen 91:44
  2. Risto Nuuros 92:52
  3. Simo Nurminen 94:00
  4. Eystein Weltzien 94:24
  5. Olle Nåbo 96:51
  6. Jan Fjaerestad 97:21

Anne Berit Eid im Ziel WM 1978 Einzellauf der Damen.

Damen
  1. Anne Berit Eid 61:40
  2. Liisa Veijalainen 61:42
  3. Wenche Jacobsen 62:42
  4. Kristin Cullman 63:06
  5. Karin Rabe 65:10
  6. Outi Borgenström 66:06
Alle Resultate

Staffel 17.September 1978
Karten
Abb.2. OL WM Norwegen Kongsberg 1978. Staffel der Damen (3 Teilstrecken). Die Karte 1:15'000 und 150dpi gibt es hier.

Abb.3. OL WM Norwegen Kongsberg 1978. Staffel der Herren (4 Teilstrecken). Die Karte 1:15'000 und 150dpi gibt es hier.


Resultate Staffel
v.l.n.r. Egil Johansen, Svein Jacobsen, Eystein Weltzien, Jan Fjaerestad

Herren
  1. Norwegen [Fjaerestad, Jacobsen, Johansen, Weltzien] 3:55:33
  2. Schweden [Pettersson, Lönnkvist, Lauri, Nåbo] 4:04:05
  3. Finnland [Kujala, Karvonen, Nurminen, Nuuros] 4:16:27
  4. Schweiz [Wolf, Hulliger, Müller, Horisberger] 4:16:34
  5. Tschechoslowakei [Uher, Lenhart, Tichacek, Kacmarcik] 4:29:31
  6. Grossbritanien [Down, Peck, Haines, Hirst] 4:44:36

Damen
  1. Finnland [Borgenström, Ruoho, Veijalainen] 2:26:48
  2. Schweden [Moberg, Rabe, Cullman] 2:26:52
  3. Schweiz [Baumberger, Humbel, Fries]2:38:43
  4. Norwegen [Fjogstad, Jacobsen, Eid] 2:38:45
  5. Tschechoslowakei [Novakova, Keclikova, Kucharova] 2:39:18
  6. Grossbritanien [Parkin, McNeil, Ramsden] 2:50:46
Alle Resultate

Lage

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