Montag, 26. März 2012

Gruppenbildung WOC 1997, Grimstad

Es war alles schon da: Die Gruppenbildung. Die H-Groups (z.B. Björlo mit Prokes, Nymalm, Skovlyst), die E-Groups auf dem Podest (Thoresen - Mårtensson). Die Mediengefälligkeit. Die schwache Reaktion der IOF und damit verbunden die jährliche Wiederkehr des Themas. Zugleich die trad. Kritik an Medienformaten. Ein Artikel aus dem OL Heft 3/1998; Autor: Thomas Scholl.

Bild Faksimile Artikel OL Heft 3/98 (Scan: Roger Vogel)

War die WM unfair?
TS. Das tschechische Team hat sich bei der Internationalen OL-Föderation über die letzte WM beschwert. Das klassische Rennen der Herren sei durch das kurze Startintervall entwertet worden.

Das Thema gab schon im Vorfeld der WM in Norwegen zu reden. Die Regeln sagen klar, dass das normale Startintervall für Läufe über die klassische Distanz drei Minuten sei. Die Veranstalter wünschten aber eine Verkürzung auf zwei Minuten, um das Rennen kürzer und atrraktiver zu machen. Eine private Fernsehstation wollte den Lauf direkt übertragen. Der IOF-Vorstand gab diesem Wunsch nach und bewilligte die Ausnahme.
Der TV-Sender gab seine Pläne dann auf und stellte seine Aktivitäten vor der WM ein. Da konnte oder wollte aber niemand mehr den Entscheid über das Startintervall rückgängig machen. die Folgen sind dank der elektronischen Postenkontrolle mit dem Emit-System (vormals Regnly-System) klar zu erkennen: Es kam zu zahlreichen Zusammenschlüssen von Läufern.

Der Schnellzug Mårtensson, Jörgensen, Thoresen
So war Jörgen Mårtenssson vom vierten Posten an mit Carsten Jörgensen zusammen, vom zwölften Posten an war auch Petter Thoresen dabei. Von da an liess sich der Schnellzug nicht mehr aufzuhalten. Später kam noch Allan Mogensen dazu. Diese vier Läufer belegten schliesslich die Ränge 2., 4., 1. und 13. Kjetil Björlo, Tomas Prokes und Sören Nymalm waren vom achten Posten beieinander und wurden 3., 5. und 11. Der wenig bekannte Australier Tom Qualye lief offenbar vom vierten Posten an gemeinsam mit Edgaras Voveris und Johan Ivarsson - Plätze 14., 12. und 7. Pech hatte der zuletzt gestartete Finne Timo Karpinnen: Bis zur Hälfte war er etwa gleich schnell wie Mårtensson, aber dann verlor er, allein laufend, gut fünf Minuten auf ihn und wurde nur 10.
Zum Teil profitierten schwächere Läufer vom Tramfahren mit stärkeren, zumm Teil bildeten sich Gruppen von gleich starken Läufern, die zwar nicht bewusst zusammenarbeiteten, aber sich gegenseitig zu Leistungen antrieben, die sie alleine kaum erbracht hätten. Auch darauf können die Zwischenzeiten Hinweise geben. Wer regelmässig als erster einer Gruppe stempelte, war wohl eher der Chef und leistet mehr Führungsarbeit als jener, welcher immer fünf Sekunden später kam. Wenn aber aus einer Gruppe einmal dieser und einmal jener Läufer zuerst am Posten war, trugen wohl alle zum Tempo bei. Das dürfte für Thoresen und Mårtensson zutreffen, von denen der eine sieben der andere sechsmal als erster stempelte.

Medien oder Fairness?
Im Grunde geht es um die Frage, wie grosse Konzessionen der OL-Sport an Zuschauer und Medien im Bezug auf Fairness machen soll. Der Unmut der tschechischen Läufer ist verständlich. Nach ihrer Meinung genügen die Kurzdistanz- und Park-Wettbewerbe diesem Zweck. Der klassische Lauf solle die Königsdisziplin des OL-Sports bleiben rein und fair. Der Final der WM97 sei kein Einezlrennen gewesen, sondern ein Wettkampf von Gruppen verschiedener Grösse. Zu diskutieren sei deshalb für die nächste WM sogar ein Startintervall von vier Minuten, mit nur 40 oder 50 Finalteilnehmern, statt 60 wie heute.
Die zuständige Kommission der IOF hat inzwischen beschlossen, das Startintervall solle in Zukunft an der WM über die klassische Distanz drei Minuten betragen. Das war allerdings schon vorher die Meinung der Techniker. Ober der IOF-Vorstand sich daran hält, ist eine andere Frage. Er allein ist für Ausnahmen zuständig. Solang die Gunst der Medien und Sponsoren das wichtigste Ziel im internationalen OL ist, kann man weitere Versuche in diese Richtung kaum ausschliessen.

Montag, 5. März 2012

Der Buechberg SZ ist grüner geworden.


Nachtrag 8.3.2012: Ganze Karten verlinkt

 Ein kleiner Essay zur Verwendung von OL Karten zur forsthistorischen Forschung.

1982
Vermutlich 1982 nahm ich am Galgener OL auf dem Buechberg Teil. Mein Vater übernahm die Anmeldung.

Abzeichnen musste ich aber selber (während der Laufzeit?).
Link Ganze Karte Buechberg 15K 1982
Und dem entsprechend war dann auch das Resultat. :-P

Ich erinnere mich nicht mehr an den Wettkampf. Knapp dreissig Jahre später bin ich letzten Frühling wieder am Galgener OL gelaufen...

2012 resp. 2007
In diesem Projekt möchte ich dem subjektiven Eindruck, die Wälder im Schweizer Mitteland werden immer grüner am Beispiel des Buechberg zwichen Nuolen und Tuggen SZ nachgehen. Die OL Gruppe Galgenen hat mir für diesen Zweck die aktuelle Karte (Stand 2007) zur Verfügung gestellt.

Vorgehen
Ich digitalisiere die Behinderungstufen der Karte 1982 in OCAD und bringe so die Flächen der Behinderungsstufen in eine vergleichbare Form. Damit stellt sich auch gleich die Frage, ob sich die Kartensignaturen von damals und heute 1:1 vergleichen lassen.


Natürlich nicht. Die Beurteilung von Behinderung passt sich einem veränderten Normal-Wert an, trotzdem gibt auch gewisse Konstanten, was als leichte und was als starke Behinderung wahrgenomen wird. Die grösste Veränderung zu 1982 ist, dass wir heute die dritte Stufe in der Schweiz nicht mehr als 'durchkämpfbar' klassieren. [Siehe dazu meinen Artikel zu Jungling].

Dann sind da die neuen Signaturen der Laufbehinderung durch Bodenbewuchs. 1982 gab es eine Signatur für Kahlschlag und diese wurde kombiniert mit einer Behinderungsstufe.
Dies ist Indiz dafür, dass mit den damaligen drei Stufen auch die reine Laufbehinderung berücksichtigt wurde. Zum Vergleich der beiden Karten wurden die jeweiligen Laufbehinderungs-Signaturen den entsprechenden allgemeinen Grünsignaturen zugeschlagen.

Resultate

-> Insgesamt keine massive Zunahme (3% zusätzlich grün kartierte Fläche)
-> Rückgang der Behinderungsstufe 1 trotz zusätzlicher Signatur.
-> Zunahme der Behinderungstufen 2 & 3 um 7%.

Karte
Link Ganze Karte Buechberg 10K Gründynamik 1982-2007

Schluss
Der Buechberg ist nicht quantitativ, sondern v.a. qualitativ grüner geworden (Zunahme von Stufe 2). Eine Faktoren dabei könnten sein:
  1. Das Aufkommen der Brombere im Schweizer Mitteland (Stickstoffeintrag durch Luftverschmutzung (hier: >40kg/ha/a; Tierhaltung insb. Güllen 60-90%, Verbrennungsabgase 40%-10%; Brombeere gleich Störungszeiger ->Windwurf -> Lothar)
  2. Milde Winter
  3. Veränderte Waldnutzung (Verschiebung der Waldökonomie -> naturnahe Verjüngung -> Verzicht auf das Sensen von Kahlschlägen -> Verzicht auf Asträumung -> vermehrt kleinere Kahlschläge, Reduktion des Holzvorrates im Mitteland -> Mehr Licht in der Krautschicht
  4. Evtl. auch Neophyten (armenische Brombere)

Montag, 23. Januar 2012

1.Generation SI-Card

[Bei aufräumen gefunden, Details dazu erwünscht]

Abb.1. SI Card der ersten Generation. Späte 90er-Jahre.

Montag, 16. Januar 2012

Flow - Kompetenz [Übungen mit AMRD]

Flow Kompetenz
  1. Ein guter Rythmus ist entscheidend für einen flüssigen schnellen fehlerfreien Wettkampf.
    So kam es, dass mich am neunten Posten Thierry, der spätere überlegene Sieger, einholte. Ich wollte natürlich dranbleiben und von seinem hohen Tempo profitieren! Lustigerweise hatte ich ab da nie das Gefühl, total überfordert zu sein. Weder physisch noch technisch musste ich je abreissen lassen und hatte immer alles im Griff.
    Matthias Müller, Mittel Final 2011.
  2. Es gibt verschiedene Faktoren die einen guten Ryhtmus erschweren in erster Linie das Gelände das mit wechselnder Belaufbarkeit einen dem Orientierungsläufer einen anderen Rythmus aufzuzwingen versucht.
    Falls ich kein präzises Konzept habe, so wird mir die Kartenlesezeit nur noch vom Gelände aufgedrängt. Über unebenem Gelände werden die Kontakte kürzer, auf Strassen eher länger. Ich kann somit die Lesezeit nicht mehr aktiv bestimmen.
    Roger Vogel
  3. Dann die Bahn selber, die mit Posten unterschiedlicher Länge und Schwierigkeit Rhytmuswechsel verlangt
  4. Ein möglicher dritter Faktor zuungunsten kann ein ungeeingnetes Konzept sein (z.B. Kartelesen macht langsam)
  5. Die Kunst ist es nun, in jedem Gelände den eigenen Rhytmus zu finden bzw. diesen auszulösen.
    Zu Posten zwei konnte ich anfänglich die Richtung nicht gut halten und lief weiter rechts als geplant. Auf die aufkommende Hektik reagierte ich aber sogleich, investierte etwas mehr Zeit in die Karte und fand meinen Rhythmus wieder.
    Matthias Merz, Long Quali 2007.
  6. Richtig. Der Orientierungsläufer ist idealerweise fähig, einen schlechten Rythmus/Fluss zu erkennen UND zu korrigieren. Ich nenne diese Fähigkeit neudeutsch Flow Kompetenz.
In jedem Training ein Block Flow Kompetenz
In den letzten Jahren sind Multi-Technik-Trainings beliebt (Bsp. Ushkvarok Gyllbergen). Eigentlich sollte in jedem solchen Training ein Flow-Block drin integriert sein.

Übung
Die Übung ist denkbar einfach. Sie besteht aus einem normalen OL Training für erste mit relativ einfacher, regelmässiger Bahn in einfachem Gelände. Später soll das Gelände und die Bahn sukkzessive schwieriger werden. Für einmal liegt der Fokus nicht auf dem eigentlichen orientieren, sondern auf verschiedenen Kartelesekonzepten. Alle sechs Posten gibt sich der Läufer ein neues Konzept und führt dieses aus. Dabei sollen die unterschiedlichen Konzepte auf ihre Flow-Qualität erforscht werden. Es werden gezielt auch schlechte Konzepte vorgegeben.

Ziel der Übung
Dies soll mittelfristig dazu führen, dass der/die AthletIN ein vertieftes Verständnis für schnelle und langsame Konzepte, sowie selbstgewählte und aufgezwungene Muster entwickelt und dass er/sie langsame Muster im Wettkampf wiedererkennt und diese sofort ein schnelles Muster zu drehen vermag.

Im Beispiel wird ein Konzept über eine Schlaufe aufrechterhalten. Ein kurzer Überlauf dient der Umstellung. Der Einsatz von AMRD dient der Selbstprüfung der Umsetzung der Konzeptaufgaben.

Konzeptaufgaben
z.B.
  • Lies nur innerhalb oder nur ausserhalb des Postenraumkreises.
  • Lese so wenig/viel wie möglich
  • Lese oft aber sehr kurz
  • Lese immer einen Moment länger als du normalerweise tust
  • Lese immer nur den nächsten Schritt (next)
  • Lese immer die nächsten zwei Schritte (next, und dann)
  • Lese nur auf Wegen
  • Lese nur in schlecht belaufbarem Gelände
  • Lese nur im ersten Drittel eines Postens
  • Renne die ersten 250 Schritte des Postens unvorbereitet, blind nach Kompass, ohne Karte zu lesen
  • Lese alle 30s/alle 100 Schritte einmal
  • Lerne jeweils den nächsten Posten auswendig
  • Lese nur noch nicht sichtbare Objekte bzw. Objekte bevor sie sichtbar werden.
  • Bleibe stehen, wenn du liest
  • Lese immer nur einen Posten aufs Mal
  • ...
[feel free to post more algorithms into a comment]

AMRD
AMRD dient bei dieser Trainingsform als perfektes Feedback-System und führt dazu, dass der/die AthletIN ihre eigenen Muster besser lesen, interpretieren und letztlich auch beeinflussen kann.

Mittwoch, 14. Dezember 2011

WM 1978 - Kongsberg, Norwegen

[Hullis WM Ordner Teil 3]
Kongsberg 15.-17.September 1978. Karte vom Einzelwettkampf und der Staffel. Die Staffel (3 Strecken bei den Damen, 4 bei den Herren) hatte mit den langen Bahnen und grossen Zeitabständen noch einen anderen Charakter als heutzutage. Trotzdem: Die Staffel wurde 1978 als Schritt Richtung Publikum, TV und Presse eingeführt (Dazu mehr hier).
Leider ist die Bahn des Einzelrennens nicht mehr nachzulaufen: Im Startteil wurde seither ein Einfamilienhaus-Quartier angelegt.

Der Organisator Kongsberg O Lag hat die WM 1978 sehr gut dokumentiert (Dokumentation WM 1978).
  • Wie 2012 gab es eine WM-Staffette im Vorfeld (Bergen-Kongsberg)
  • Kongsberg wurde erst ein Jahr vor der WM als Ausrichter festgelegt
  • Die Läufer wurden kollektiv ins Laufgelände transportiert
  • Beide Wettkämpfe wurden im TV übertragen
  • Die ersten Nationalteams trafen am 11.September ein. Ab dem 11.September gab es Trainingskarten. Am 12. wurde das Laufgebiet für das Einzelrennen bekannt gegeben. Verschiedene Nationalteams nahmen am Wochenende davor (9.-10.Sept. bei Drammen) an einem Wettkampf teil.
  • Alle Nationalteams wurden in einer Kaserne untergebracht. Es bestanden IOF-Regeln, dass nicht mehr als 4 Athleten in einem Zimmer untergebracht werden durften und dass Athleten und Teamverantwortliche nicht im selben Zimmer platziert werden durften.
  • Ein Tag vor dem Rennen wurde die Startliste per Los festgelegt.
  • Einzelrennen: Startintervall 3 Minuten. 4 Athleten pro Nation.
  • Das Durschnittsalter im Norwegischen Team Damen 22, Herren 25
  • Unser Dieter 'Lupo' Wolf
  • OL Väter ?: Dieter Hulliger, Ari Anjala, Willi Müller, Eystein Weltzien, Kjell Lauri, Lars Lönnkvist, Ivan Christensen, Vasil Shandurkov, Hanny Fries (-> Mathys)
  • Bahnleger: Morten Berglia 20 Jahre alt
  • Der Speaker zählte Titelverteidigerin Lisa Veijalainen den Countdown (wie bei Hanne Staff 1997). Sie verpasste schliesslich den Sieg um 1 Sekunde und 96 Hunderstel (??)

Einzellauf 15.September 1978
Karte Einzel
Abb.1. OL WM Norwegen Kongsberg 1978. Einzellauf der Damen und Herren. Die Karte 1:15'000 und 150dpi gibt es hier.

Resulate Einzel
Herren
  1. Egil Johansen 91:44
  2. Risto Nuuros 92:52
  3. Simo Nurminen 94:00
  4. Eystein Weltzien 94:24
  5. Olle Nåbo 96:51
  6. Jan Fjaerestad 97:21

Anne Berit Eid im Ziel WM 1978 Einzellauf der Damen.

Damen
  1. Anne Berit Eid 61:40
  2. Liisa Veijalainen 61:42
  3. Wenche Jacobsen 62:42
  4. Kristin Cullman 63:06
  5. Karin Rabe 65:10
  6. Outi Borgenström 66:06
Alle Resultate

Staffel 17.September 1978
Karten
Abb.2. OL WM Norwegen Kongsberg 1978. Staffel der Damen (3 Teilstrecken). Die Karte 1:15'000 und 150dpi gibt es hier.

Abb.3. OL WM Norwegen Kongsberg 1978. Staffel der Herren (4 Teilstrecken). Die Karte 1:15'000 und 150dpi gibt es hier.


Resultate Staffel
v.l.n.r. Egil Johansen, Svein Jacobsen, Eystein Weltzien, Jan Fjaerestad

Herren
  1. Norwegen [Fjaerestad, Jacobsen, Johansen, Weltzien] 3:55:33
  2. Schweden [Pettersson, Lönnkvist, Lauri, Nåbo] 4:04:05
  3. Finnland [Kujala, Karvonen, Nurminen, Nuuros] 4:16:27
  4. Schweiz [Wolf, Hulliger, Müller, Horisberger] 4:16:34
  5. Tschechoslowakei [Uher, Lenhart, Tichacek, Kacmarcik] 4:29:31
  6. Grossbritanien [Down, Peck, Haines, Hirst] 4:44:36

Damen
  1. Finnland [Borgenström, Ruoho, Veijalainen] 2:26:48
  2. Schweden [Moberg, Rabe, Cullman] 2:26:52
  3. Schweiz [Baumberger, Humbel, Fries]2:38:43
  4. Norwegen [Fjogstad, Jacobsen, Eid] 2:38:45
  5. Tschechoslowakei [Novakova, Keclikova, Kucharova] 2:39:18
  6. Grossbritanien [Parkin, McNeil, Ramsden] 2:50:46
Alle Resultate

Lage

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Donnerstag, 8. Dezember 2011

Warum ist AMRD kein Erfolg?

Abb.1: So liest ein 'Sprinter'.
Abb.2. Müdigkeit kostet 49'
Abb.3. Umlegen der Routenwahl kostet 20'
Abb.4. Step by Step lesen kostet 50'
Abb.5. In der Gruppe (retrospektiv) laufen kostet 41'


Flaues Echo
Zugegeben: Vor einem Jahr dachte ich, AMRD würde die technisch-mentale Arbeit im Orientierunglauf revolutionieren. Der grosse Durchbruch ist bislang ausgeblieben.
Intressant, aber eine Spielerei und nicht ergiebig.
Ich war dort einfach müde.
Zwei Athletenfeedbacks.

Ein paar Hypothesen dazu
a) Karte lesen macht man einfach. Es wird von Grund auf nicht reflektiert und thematisiert. Wie, wann und was jemand liest wird als gegeben und unverrückbar angesehen.+ AMRD berührt damit eine zu fundamentale Ebene.++
b) Es ist ungewöhnlich 'in Kartenkontakten zu denken' und mentale Konzepte fokussieren dem entsprechend nicht auf Timing und 'Ökonomie der Kartenkontakte'.+++
c) Spitzenläufer haben eigentlich keine Zeit für fundamentale Überlegungen. Zugleich sind ihre bestehenden Konzepte schon so erfolgreich, dass kein Handlungsbedarf vorherrscht.
d) Die Handhabung der Methode ist zu kompliziert und erfordert Know-How. Die Resultate der Methode werden als unzuverlässig angesehen.++++

Andere Erklärungsansätze? Mikee? Jan? Baptiste? Thierry?


Ein paar Bemerkungen dazu:
+ Betrachtet man die unterschiedlichen Lesemuster im Schweizer Nationalkader, so fällt auf, dass die 'Sprinter' Hubmann (Abb.1.) und M.Kyburz auch auf der Langdistanz kaum längere Kartenkontakte zeigen. Möglicherweise sind sie im Unterschied zu anderen gewohnt, 'The Big Picture' zu sehen und/oder sie können schnell an-und absetzen. Beides ist u.U. trainierbar.
++ Es fällt mir immer wieder auf, wie Trainingsformen immer nur das Orientieren an sich thematisieren. Als Beispiel ein Training von Pavlo Ushkvarok im Gyllbergen
+++ Ich vermute, dass St.Thierry da nahe dran ist. Hierzu ein Zitat von Matthias Müller:
Im Nachhinein gesehen, war ich am Start nicht richtig locker, ich wollte mit der Brechstange laufen, nahm mir nicht genug Zeit fürs Orientieren und machte dementsprechend viele Fehler. Bei 5 30s, bei 7 fast zwei Minuten und bei 9 nochmal Eine! So kam es, dass mich am neunten Posten Thierry, der spätere überlegene Sieger, einholte. Ich wollte natürlich dranbleiben und von seinem hohen Tempo profitieren! Lustigerweise hatte ich ab da nie das Gefühl, total überfordert zu sein. Weder physisch noch technisch musste ich je abreissen lassen und hatte immer alles im Griff.
++++ Siehe dazu die Arbeit von Hans Jørgen Kvåle og Kim André Sveen: Hjelpemidler for O-teknisk analyse

Montag, 5. Dezember 2011

Position Swiss Orienteering zur WOC in the Future

An der Präsidentenkonferenz 2011 habe ich den Verband gebeten seine Positionen in der internationalen Politik transparenter darzulegen. Möglicherweise auch deswegen erschien im Swiss Orienteering Magazine 12/2011 (S.3-5) ein längerer Artikel über die WOC in the Future. Ich fasse die Positionen von Swiss Orienteering und der Schweizer Athletenvereiniung O-Ring [u.a. für Jan & Eva :-)] hier zusammen.

Standpunkt Swiss Orienteering: Ende der Titelinflation
  1. Ein fünfter Final erhöht den Aufwand für eine WM, was die Gruppe potentieller Gastgeber weiter reduziert. Ein weiterer Titel heizt die schon bestehende Inflation der Titel weiter an.
  2. Diesem Trend zu entgegnen, schlägt Swiss Orienteering die Rückkehr zum Zweijahresturnus für OL Weltmeisterschaften vor.
  3. Nicht das Programm muss geändert werden. Im Vordergrund steht die Vermeidung verschiedentlich aufgetretener Mängel in der Organisation.

Zusätzlich zur Stellungsnahme von Swiss Orienteering vom 7.April 2011 hat das Schweizer Nationalkader eine eigene Stellungsnahme mit ähnlicher Stossrichtung eingereicht. Diese wurde aber nicht angenommen, da aus Sicht der IOF Projektgruppe nur Verbände eine Stellungsnahme platzieren durften.

Standpunkt O-Ring: Medienoptimierung statt -orientierung (D.Hubmann, R.Friederich)
  1. Der Prozess WOC in the Future ist für Athleten intransparent und ging an den Athleten vorbei (s.o.)
  2. Medienorientierung nicht um den Preis der Aufgabe des Kern* des Orientierungslaufes.(*Alleine in der Natur orientieren).
  3. Die mediale Aufbereitung von Natur-OL optimieren, statt eine weitere (unerprobte) Sprintdisziplin einführen
  4. First to Finish nur bei ausreichender ol-technischer Selektion

Samstag, 3. Dezember 2011

EM 1964 Einzellauf Damen & Herren

[Hullis WM Ordner Teil 2]
Les Brasssus, 26.September 1964. Die Europameisterschaften im Orientierunglauf wurden 1964 zum zweiten Mal durchgeführt, nachdem 1961 die IOF gegründet wurde und 1962 die erste EM in Löten, Norwegen, durchgeführt wurde. Diese zwei EM stellen die Vorläufer der ersten WM 1966 in Fiskars dar. Die EM 1964 bestand aus dem Einzellauf und zum ersten Mal war die Staffel offizelle Disziplin. Nach dem Übergang von EM zu WM (vorerst mit rein europäischer Beteiligung) wurde die EM bis ins Jahr 2000 ausgesetzt und wird seither im Zweijahresturnus ausgerichtet.
Am Startfeld EM 1962 fällt auf, dass pro Nation bis zu 6 Athleten antreten durften.

Bahnen Einzellauf Damen & Herren
Abb.1. Bahnen der Damen & Herren EM 1964. Die Karte 1:25000, 150dpi gibt es hier.

Resultate Einzel
Herren
  1. Erkki Kohvakka 102:42
  2. Alex Schwager 104:04
  3. Aimo Tepsell 106:33
  4. Pontus Carlsson 107:08
  5. Stig Berge 107:42
  6. Sven-Olof Asberg 110:37
Damen
  1. Margrit Thommen 67:59
  2. Ann-Marie Wallsten 71:55
  3. Ulla Lindkvist 73:11
  4. Eivor Steen-Olsson 75.03
  5. Sarolta Monspart 75:51
  6. Tuula Hovi 75:58
Quelle: orienteering.no

Lage

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Samstag, 26. November 2011

WM 1987 Einzellauf (Langdistanz)


Die erste Karte aus Hullis WM Ordner*, der Sammlung von der OL Highlights von Altmeister Dieter Hulliger [*Eine Kooperation mit G.Steinlin]
3.Sept. 1987. Weltmeisterschafen in Frankreich - Gérardmer. Die WM wurde damals alle zwei Jahre ausgetragen und der Einzellauf (heute: Langdistanz) war die einzige Einzeldisziplin. Vorgängig gab es ein Qualifikationsrennen mit zwei Feldern. Der Qualifikationsmodus muss schwache Nationen berücksichtigt haben. So qualifizierten sich u.a. She Chi Yiu aus China als Vorlaufletzter und Shimon Shomrony aus Israel als Viertletzter für den Final.

Bahn Einzelläufe Damen & Herren
Abb.1. Bahnen der Damen & Herren WM1987. Mit Routen der Top3 plus Stefan Bolliger und Frauke Sonderegger. Die Karte 1:15000, 150dpi gibt es hier.

Resultate
Herren:(->Maprunner)
  1. Kent Olson 97:19
  2. Tore Sagvolden 98:18
  3. Urs Flühmann 99:30
  4. Jörgen Martensson 99:48
  5. Stefan Bolliger 100:50
  6. Havard Tveite 101:38
Damen:(->Maprunner)
  1. Arja Hannus 67:40
  2. Karin Rabe 67:56
  3. Jana Galikova 68:39
  4. Annariita Kottonen 69:20
  5. Ada Kucharová 69:22
  6. Frauke Sonderegger-Bandixen 70:27

Lage


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Mittwoch, 23. November 2011

Simone Niggli plant Karriere bis mindestens 2013

Wenn ich mich schon für ein Comeback anstrenge, dann werde ich wohl auch noch eine Weile im Geschäft bleiben.
Simone Niggli, Schweizer Illustrierte 47/2011

Freitag, 18. November 2011

2DRerun testen - Kurzanleitung

0. Mach es in Google Chrome.
1. Stelle deine Daten (Karte & Tracks) in 3drerun zusammen.
2. Öffne das Menu rechts und klicke 'Try 2DRerun with these maps/routes'
3. Du kannst zwischen vier Modi wählen.
  • Replay: Echtzeit und Massenstart ab beliebigen Punkt.
  • Split: Routenvergleiche zwischen zwei Punkten.
  • DotAnalysis: Vergleich zweier Routen zwischen zwei Punkten mittels Isochronen.
  • AutoAnalysis: Abschnittsweiser Vergleich zweier Routen zwischen zwei Punkten.
4. Grundsätzliche Anpassungen via Quick Settings wie im Menu rechts beschrieben.


5. Versuche die Maus-Bewegungen Klick, Klick+Ziehen, Crtl+Klick+Ziehen und Shift+Klick+Ziehen. Deren Effekt variiert in den verschiedenen Modi etwas.

  • Replay: Klick=Massenstart, Klick+Ziehen=Karte schieben, Crtl+Klick+Ziehen=Alle Läufer gleichzeitig verschieben (links-ziehen=zeitl.zurück, rechts-ziehen=zeitl.vorwärts), Shift+Klick+Ziehen=Einen Läufer verschieben (links-ziehen=zeitl.zurück, rechts-ziehen=zeitl.vorwärts)
  • Split/DotAnalysis/AutoAnalysis: Klick=Start und Endpunkt des Abschittes, Klick+Ziehen=Karte schieben, Krtl+Klick+Ziehen=Alle Läufer gleichzeitig verschieben (links-ziehen=zeitl.zurück, rechts-ziehen=zeitl.vorwärts), Shift+Klick+Ziehen=Kopf und Schwanz eines Läufers verschieben (links-ziehen=zeitl.zurück, rechts-ziehen=zeitl.vorwärts; Der Läufer der am nächsten beim Klick liegt)

Viel Spass und Einsicht.

o-zeugs over and out (late wc china finding)

Yes. Let the o-zeugs blog rest in peace. I´ll take it down eventually. And yes, I stumbled over the decisions of the Ethics Panel regarding ...